Freitag, 27. November 2020

FLR-Ehe: die private Femdom Lady Sandra im Interview

Lady Sandra und Sub
Lady Sandra und Sub

Die Ehe-Herrin und der Ehe-Sklave – das ist leider häufig eine Wunschphantasie von Ehepaaren, die oft daran scheitert, dass der Partner bzw. die Partnerin kein Interesse an diesen Spielen hat. Manchmal jedoch klappt es auch und ein Ehepaar findet gemeinsam Spaß am BDSM. Bei Lady Sandra und ihrem Sub ist das der Fall. Im Interview verrät Lady Sandra einiges über ihre FLR-Beziehung und gibt uns spannende Einblicke. 


Lady Sas: Liebe Sandra, bitte schildere uns, in welchem Rahmen Du Deine dominante Leidenschaft auslebst. 

Lady Sandra
Lady Sandra

Lady Sandra:
Meine Dominante Leidenschaft lebe vor allem im Rahmen unserer Ehe im sexuellen Bereich aus. Soweit es möglich ist und mir danach ist, fließt es auch mal mehr, mal weniger in den Alltag mit ein. Mit einem Kind im Haus muss man sich manchmal zurücknehmen. Außerdem spielen wir gemeinsam mit Paaren in gleicher Konstellation. 


Lady Sas: Wie bist Du mit dem bizarren Bereich in Kontakt gekommen und wie hat sich das bei Dir entwickelt?
Lady Sandra: 
Mein Mann hat sich schon viele Jahre mit dem Thema BDSM beschäftigt und einiges ausprobiert. Das Bedürfnis seine devote und masochistische Seite auszuleben war irgendwann so groß, dass er sich mir gegenüber geöffnet hat. Das ist nun etwas mehr als 2 Jahre her. Er schickte mir einen Link per Mail mit dem Betreff: Ausprobieren? Hier ging es nicht nur um intensiveren Sex ohne Samenerguss, sondern auch um Keuschhaltung in Verbindung mit FLR. Das war der Einstieg in diesen bizarren Bereich.


Zunächst habe ich viel gelesen und im Internet recherchiert um mir einen Überblick zu verschaffen und zu erforschen um was es bei Keuschhaltung und FLR überhaupt geht. Dabei bin ich dann natürlich auch bei BDSM und Femdom gelandet. Da BDSM viele Facetten hat und ich bisher damit gar nicht in Berührung gekommen bin war ich erstmal überwältigt und musste das Ganze für mich „sortieren“. 
So habe ich geschaut und überlegt was für mich in Frage kommt - was ich mir vorstellen kann bzw. was ich für mich auf jeden Fall erst mal ausschließen kann. 
Ich habe inzwischen einige Workshops besucht. Diese haben mir sehr geholfen mich in meiner Dominanten Rolle zurecht zu finden und nach und nach haben sich Vorlieben für mich herauskristallisiert, die ich gerne auslebe. 


Interview mit der privaten Herrin Lady Sandra



Lady Sas: Welche Probleme und Schwierigkeiten musstest Du rückblickend in Bezug auf BDSM meistern?
Lady Sandra:
Ich muss gestehen es gab einige Probleme. Dies hing aber unter anderem auch damit zusammen, dass ich beruflich gerade eine Fortbildung begonnen hatte und gesundheitlich auch leicht angeschlagen war. Also ein denkbar ungünstiger Einstieg in die Welt des BDSM. Immer hatte ich das Gefühl, ich stehe mir selbst im Weg. Die Ungeduld meines Mannes hat das natürlich noch gefördert. 
Für mich neu war auch, meinem Mann, den ich ja liebe, Schmerzen zuzufügen. Das ist mir vor allem am Anfang sehr schwer gefallen. Ich konnte überhaupt nicht verstehen, was er daran so gut findet und habe mich damit auch nicht so wohl gefühlt. Es hat gedauert bis meine leicht sadistische Ader zum Vorschein kam. Ich musste mich erst einmal von den Gedanken - das macht man nicht, das ist unanständig, das gehört sich nicht, das ist doch krank – lösen um für diese, für mich so neue Welt frei zu sein.


Da ich wenige Fantasien hatte, habe ich mich Anfangs von den Wünschen meines Bückstücks „inspirieren“ lassen. Er war also zunächst mal ein typischer „Wunschzettel-Sub“. Er konnte quasi sein Kopfkino mehr oder weniger gut ausleben.
Es gab viele Momente in denen wir sehr gestritten haben, weil wir unterschiedlicher Auffassung waren. Jeder hatte sein eigenes Bild von einer Femdom/FLR-Ehe im Kopf. Oft genug wollte mein Mann das Thema abschließen und aufgeben. Ich habe jedes Mal daran festgehalten und darauf bestanden dass es weitergeht. Der Workshop „Weibliche Herrschaft“ brachte dann die Wende. Denn der Workshop hat mir sehr geholfen zum einen mich selbst zu finden und meinen Weg unbeirrt weiter zu gehen-auch wenn manches etwas länger dauert. Zum anderen habe ich dort erkannt, dass es noch mehr Frauen gibt, die sich mit dem Thema Femdom beschäftigen und sich unsicher sind. 


Lady Sas: Was kickt Dich am meisten?
Lady Sandra:
Mich kickt es total, wenn ich mein Bückstück mit dem Flogger, dem Strapon oder auch mit Brennnesseln bearbeite. Wenn er dabei fixiert ist, sich nicht rühren kann und mir vertrauen muss, gibt mir das noch mal den besonderen Kick. 


Lady Sas: Du hast eine Vorliebe für Tunnelspiele. Kannst Du uns ein konkretes Beispiel dafür verraten?
Lady Sandra:
Oh ja. Ich bearbeite sehr gerne die Hoden meines Bückstücks mit Brennnesseln. Im Rahmen der Keuschhaltung ist dies ein Mittel für mich, ihm die Geilheit für 1-2 Tage zu nehmen. Eventuell auch mal zur Bestrafung.
Wenn es mal schnell gehen muss wende ich auch gerne das Figging an. Ingwer liegt bei uns daher immer im Kühlschrank.

Welchen KG trägt er und wie gestaltest Du seine Keuschhaltung?


Lady Sas: Du hältst Deinen Sub 24/7 keusch. Welchen KG trägt er und wie gestaltest Du seine Keuschhaltung?
Lady Sandra:
Mit den KG’s gestaltet es sich etwas schwierig. Wir haben unzählige ausprobiert. Leider haben wir keinen gefunden, der Alltagstauglich ist und dauerhaft zu tragen ist. Das hängt mit der Anatomie der Genitalien zusammen.
Also mussten wir uns etwas Neues einfallen lassen: Die Keuschhaltung läuft auf Vertrauensbasis, da für mich persönlich ein Keuschheitsgürtel nicht in Frage kommt. 
Das heißt, ich bestimme ob ich ihn nur auslaufen lasse oder er einen Orgasmus bekommt. Es liegt in meinem Ermessen wie die Zeitabstände sind. Grundsätzlich gestehe ich ihm überwiegend ruinierte Orgasmen zu. Die Ficksahne bekommt er dann oral wieder zu geführt. Wenn mir die Menge zu gering erscheint, gehe ich davon aus, dass er sich heimlich erleichtert hat und wird dafür mit harten Schlägen bestraft. Den extra angefertigten KG von Steelworx trägt er auf Events, bei Spielen mit anderen Paaren und wenn ich es will auch mal stundenweise zu Hause. 


Lady Sas: Hast Du einen Tipp für Frauen, die sich gern als Femdom ausprobieren möchten, aber noch zögern?
Lady Sandra:
Einfach ausprobieren worauf man Lust hat! Nach meiner bisherigen Erfahrung kann man dabei nur gewinnen. Offen sein für neues und sich von alten Rollenmustern verabschieden. Auch wenn der Weg nicht immer einfach ist: an sich zu glauben. Sich nicht beirren lassen, wenn es mal Tiefpunkte gibt. Joyclub ist eine gute Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen und sich über das Thema zu informieren. Wichtig ist, dass man sich selbst dabei nicht aus den Augen verliert und wohl fühlt bei dem was man tut.

"Ich werde meinen Weg als Femdom weitergehen" – Lady Sandra


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Lady Sandra:
Ich werde meinen Weg als Femdom weitergehen und mich in meiner Dominanten Rolle weiterentwickeln. FemDom-Events besuchen, Stammtische und Messen besuchen, sobald das alles wieder stattfinden kann. Denn so kann ich das Leben noch mehr genießen und glücklich sein mit einem Partner, der meine dominante Seite sehr genießt und mir jeden Wunsch von den Augen abliest. Was will Frau mehr?

Lady Sandra und Sub
Lady Sandra

Lady Sas: Vielen Dank für das Interview.

Mittwoch, 25. November 2020

Die schönsten Weihnachtsgeschenke macht man sich selbst.

Küchengeräte und Socken unter dem Weihnachtsbaum machen nicht glücklich, heiße Femdom- und BDSM-Bücher schon. Schau doch mal auf meine Autorinnen-Seite. Viel Spaß und eine schöne Weihnachtszeit wünscht Dir Lady Sas





Montag, 16. November 2020

Ich, die Vertretung

 



Corona wirbelt alles durcheinander. Auch das Leben von Menschen, die sich nicht infiziert haben. Das Wichtigste zuerst: Ja, Lady Sas geht es gut, sie hat kein Corona. Auch mir geht es gut und auch ich habe kein Corona, toi, toi, toi). Toytoy musste zwar in Quarantäne, weil ein Arbeitskollege positiv getestet worden ist, aber er hatte negative Tests und soweit ist alles in Ordnung. Die Quarantäne hat er nun längst beendet. 

Leider hat sich aber die Schwester von Lady Sas mit Covid 19 infiziert und es hat sie schlimm erwischt. Inzwischen ist sie auf dem Weg der Besserung, das ist gut. Ich denke, es ist nachvollziehbar, dass Lady Sas Gedanken bei ihrer Schwester und bei ihrer Familie sind. In so einer Situation hat man kaum das Verlagen nach SM-Spielen. Deshalb hat sie mich gefragt, ob ich Lust hätte, Toytoy am Wochenende zu empfangen. 

Ich kenne Lady Sas und Toytoy seit Juli 2017. Wir haben den Sub oft zusammen erzogen. Aber ganz allein mit ihm spielen? Ich gebe zu: Die Antwort hat ein bisschen gedauert und ich habe auch mit dem Gedanken gespielt Nein zu sagen. Aber am Ende habe ich mich der Herausforderung doch gestellt! Warum auch nicht? Das Ganze hat viele Vorteile: Lady Sas setzt Toytoy im Haushalt ein und davon wollte ich nun auch Gebrauch machen. Ich muss zugeben: So gestrahlt hat meine Wohnung noch nie. Ja, hehehehe, ich habe ihn ganz schön schuften lassen. Er hat lange geputzt, gewaschen, gespült, geschrubbt, poliert und so weiter. Sogar meine Spülmaschine durfte sich ausruhe, wozu hat man schließlich einen Sklaven? 

Lady Sas war (und ist) eine gute Lehrerin und so war natürlich klar, dass der Sub selbst bei größtem Bemühen meinen Ansprüchen nicht gerecht werden konnte. Es hagelte entsprechend Ermahnungen und Ohrfeigen ;-) Das hat mir großen, großen Spaß gemacht. Erschöpft von so viel Aufregung musste ich mich dann erstmal einer Fußmassage hingeben... Nice... 

Ich schickte den Sub zum Duschen und hatte danach eine feine Session mit ihm. 100%ig genießen konnte ich sie ehrlich gesagt nicht, denn oft musste ich mich mit Lady Sas vergleichen und da falle ich natürlich gehörig ab. Trotzdem hatte ich meinen Spaß. Und ich wage zu behaupten: der Sub auch.

Ich hoffe, der Schwester von Lady Sas geht es ganz bald wieder gut. Dann können wir wieder zu zweit mit dem Sub spielen. Ich freue mich schon drauf! 

Passt gut auf Euch auf und bis bald.
Lady V., Frankfurt am Main

Montag, 9. November 2020

Keuschhaltung von Toytoy: statistische Einblicke

Ein Leser meines Blogs hat sich das KG-Tagebuch über Toytoy einmal ganz genau angesehen und einige Statistiken erstellt. Ich finde das sehr interessant, möchte an dieser Stelle aber auch hervorheben, dass ich mich bei der Keuschhaltung des Subs ausschließlich von Gefühle und Launen leiten lasse, nicht aber von Zahlen und Statistiken. Ich lege vielmehr Wert darauf, nicht berechenbar zu sein. Genau das macht für mich einen großen Teil des Reizes aus. Trotzdem finde ich besonders die Statistiken rückblickend interessant, die darstellen, wie lange der Sub enthaltsam sein musste... Enjoy! Und herzlichen Dank an den Statistiker für die Mühe ;-)













2016, 2017 und 2018 bleibt die maximale keusche Zeit recht konstant bei 35 bzw. 36 Tagen (übrigens ohne besondere Absicht oder Berechnung dahinter, wie gesagt: Ich mache das nach Gefühl). 2019 gibt es dann einen Sprung auf 49 Tage, der zufällig auch 2020 eingefordert wird. 

Gerade habe ich eine neue Seite mit dem KG-Tagebuch begonnen. Du findest sie hier.

Die Daten 2016 bis 2020 sind hier zu begutachten.