Samstag, 18. Juli 2020

Stuttgart verbietet jede Form der Prostitution. Auch SM-Studios.

Die Stadt Stuttgart hat letzte Woche jede Form von Prostitution unter Strafe gestellt. Dazu werden auch SM-Studios gezählt. Damit schließt Stuttgart eine Lücke im Landesinfektionsschutzgesetz von Baden-Württemberg, das nur die Prostitution in Gewerberäumen verbietet. Ab dem 18. Juli 2020 gilt das Verbot auch für selbstständige Sexarbeiter*innen in der Stadt. Verstöße – auch von Freiern – werden mit einem Zwangsgeld von 350 € bestraft.

Als Grund für die neue Regelung gibt die Stadt Stuttgart bzw. der Bürgermeister Folgendes an: "Sexuelle Dienstleistungen basieren auf Körperkontakt, bei denen das Virus übertragen werden kann. Weil die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Spielräume lässt, haben wir diese nun geschlossen." Das Verbot gelte vorerst bis zum 31. August 2020.


Quelle: Twitter


Warum gilt das Verbot auch für Dominas?

Ich kann leider nicht nachvollziehen, warum Dominas ebenfalls nicht arbeiten dürfen. Wo doch das Tragen einer Gesichtsmaske gerade im SM-Spiel eine lange Tradition hat und ohne Probleme ins Spiel integriert werden kann. Zudem ist der auf dem Boden kriechende Sklave ausreichend weit vom Gesicht der Domina entfernt. Es gibt außerdem zahlreiche Peitschen, die so lang sind, dass der 1,5 Meter-Abstand problemlos eingehalten werden kann. Zu körperlichen Intimitäten zwischen Domina und Sklave kommt es ebenfalls nicht. Wo also ist das Problem?

Ein Friseur kommt seinen Kunden jedenfalls deutlich näher als eine Domina. Der Friseur darf arbeiten, die Domina nicht. Das ist schwer zu verstehen. Tinder ist übrigens weiterhin online – auch in Stuttgart. 

Laut Website stuttgart.de sind von diesem Verbot in Stuttgart rund 4.000 Frauen und 300 Männer betroffen. Die Stadt Stuttgart schreibt auf Twitter: "Menschen, die aufgrund der Corona-Pandemie Ihre Tätigkeit nicht ausüben können, haben Anspruch auf eine Entschädigung. Mehr dazu lesen Sie hier: ifsg-online.de/index.html"

Selbst, wenn nun sämtliche Dominas in Stuttgart Anspruch auf eine Entschädigung haben sollten, finde ich das nicht in Ordnung. Meiner Meinung nach könnten diese Damen problemlos arbeiten ohne jemanden zu gefährden, wenn Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Es ist nicht einzusehen, dass der Steuerzahler am Ende belastet wird, weil die Stadt nicht differenziert genug denkt. 

Kommentare:

  1. Wer GRÜNE wählt, bekommt Verbote.

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  2. Das Problem wird vermutlich die Kontrollmöglichkeit sein. Ein Friseursalon lässt sich gut kontrollieren, aber ob sich in dem Bereich, wo alle auf Diskretion bedacht sind, die beteiligten mit stichprobenartigen Kontrollen einverstanden erklären würden? Ich bezweifel es.

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  3. Du widersprichst dir ja selbst. Stuttgart war bisher die einzige Ausnahme mit ihrer Grauzone - in den anderen Gebieten war der Betrieb schon längst eingestellt. Zumal ich mich frage ob sich Studios & Kunden auf Dinge wie derzeit sinnvolle und notwendige Kontaktlisten einlassen würden, wo gerade manche Kunden sehr paranoid sind was ihre Identität in der Kink Szene betrifft.

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  4. Klage gewonnen.
    Prostitutionsstätte in Bayern darf wieder arbeiten.
    Siehe:

    https://twitter.com/Johanna_Weber_/status/1284118869079142401

    und:

    https://twitter.com/Johanna_Weber_/status/1284118869079142401



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