Mittwoch, 20. Mai 2020

Die Qualen der Dominas

Professionelle Dominas haben es gerade richtig, richtig schwer. Wegen Corona dürfen sie ihren Beruf nicht ausüben. Zumindest nicht vor Ort mit Gästen im Studio. Manche Damen bieten nun Online-Sessions über Zoom oder Skype an, aber das ist natürlich nur ein schwacher Trost für Fetischisten und Subs. Wie lange das Kontaktverbot gilt, ist unklar. 

Wirklich einleuchten will mir die Sache aber nicht. Denn: Eine Friseurin kommt ihrem Gast ebenso nahe wie eine Domina. Die Vorstellung, eine Domina würde mit ihrem Kunden intim werden, ist schlichtweg falsch, wenn sie im klassischen Bereich arbeitet und sich nicht zu den Bizarr-Ladys zählt. Fakt ist: Eine klassische Domina hat auch nicht mehr Kontakt zu ihrem Kunden wie eine Friseurin. Die Friseurin aber darf ihren Beruf ausüben, die Domina dagegen nicht. Das finde ich ungerecht und nicht nachvollziehbar.

Die Forderung nach einem Prostitutionsverbot

Und es kommt noch dicker. Heute lese ich auf welt.de ein Interview mit einer Journalistin, die sich für ein grundsätzliches Prostitutionsverbot in Deutschland stark macht. Sie hat eine ehemalige Zwangsprostituierte begleitet und ein Buch über ihre Geschichte geschrieben. Im Interview sagt sie:
"Prostitution sollte eine Straftat sein, wie beim sogenannten schwedischen Modell. Es ist eine Schande, dass ein Land wie Deutschland es zulässt, dass sich Männer auf Kosten von Frauen bereichern! Bei den allermeisten Frauen bleibt vom Geld nichts hängen. Sie sind krank, drogenabhängig, Opfer von Gewalt und werden dann irgendwann weggeworfen wie ein gebrauchtes Taschentuch."
Oh weh! Sicher: Zwangsprostitution ist schrecklich. Aber kann man denn nicht Frauen, die dem Gewerbe gerne als selbstständige Unternehmerinnen nachgehen wollen (und insbesondere Dominas, die dabei ja alles andere als Opfer sind) nicht einfach ihren Beruf ausüben lassen? Was soll nur dieses ewige Schubladen-Denken und Klischee-Gerede? Nicht alle SexarbeiterInnen sind Opfer. Viele von ihnen lieben ihren Beruf und tun gerne, was sie tun. 

Ich wünsche den Profi-Dominas jedenfalls, dass sich die Lage bald wieder entspannen möge und dass sie bis dahin die Nerven behalten.

Herzlich
Lady Sas

Keine Kommentare:

Kommentar posten