Mittwoch, 15. Januar 2020

Cara von Teese: das Comeback

Dominante Schönheit: Cara von Teese
Sie ist wieder da: Cara von Teese. Die dominante Schönheit aus Düsseldorf, die sich statt Domina lieber Professorin nennt. Warum aber hatte Prof. Cara von Teese die Peitsche an den Nagel gehängt? Und warum startet sie jetzt doch wieder durch? Ich habe sie gefragt – und interessante Antworten sowie Einblicke bekommen. Viel Spaß mit dem Interview. 


Lady Sas: Liebe Cara, du warst ein Weilchen weg und feierst 2020 dein Comeback. Willkommen zurück. Was kannst du uns über die Hintergründe dazu sagen?
Cara von Teese: Erstmal vielen Dank erneut die Ehre zu haben in deinem Blog zu erscheinen. Ich blicke auf ein für mich sehr intensives Jahr 2019 zurück.
Es ist richtig, im Januar 2019 hatte ich meinen letzten Studiotag – im März erfolgte die offizielle Gewerbeabmeldung. Zum einen war mein kreatives Mojo komplett ausgeschöpft und wollte nicht mehr so recht fließen, zum anderen habe ich mich aufgrund einer Beziehung ins Privatleben zurückgezogen. 

Es hatte sich für mich nicht mehr richtig angefühlt als Domina zu agieren, im Vordergrund standen im letzten Jahr eher private  Belange – das große Thema "Selbstfindung – wo gehe ich hin und wer bin ich" musste neu definiert werden. 
Nach meiner hauptberuflichen Studioarbeit an mehreren Standorten, nach unzähligen Sessions und dem wirklichen vertraut werden der Brancheninternen Strukturen,  mit denen man als 'Newbie' noch nicht wirklich in Kontakt kommt, bin ich nicht nur teilweise moralisch sondern auch geistig und körperlich erschöpft an meine Grenzen gestoßen. 

Oft habe ich in der Zeit gesagt bekommen meine moralischen Wertvorstellungen seien zu hoch um in einem Job wie diesem bestehen zu können. Ich kann diese Aussage aber heute definitiv immer noch mit einem klaren Nein widerlegen, denn gerade diese Werte sind es die meine Sklaven/Klienten  immer wieder zu mir zurückkehren lassen.


Da ich ich auch von Anfang an an mein Konzept geglaubt habe und die Arbeit der Professorin von jeher auf den Standbeinen von Kreativität sowie geistiger Arbeit mit meinen Kliienten gestanden hat und es bei mir noch nie um das 'Abarbeiten von Gästen'  und das füllen meiner Geldtasche oder der Studiobetreiber gegangen ist, bin ich zwar nie die reichste Domina gewesen , aber eine, die immer mit einem reinen Gewissen ins Bett gehen konnte. Damit verurteile ich die Arbeit in Studios nicht grundsätzlich. Ich habe auch positive Erfahrungen machen dürfen, hervorzuheben ist hier definitiv das Palace of Sin in Berlin - wo ich auch definitiv eine erneute Kooperation spätestens im März 2020 anstrebe. 

Ich bin im Jahr 2019 einem regulären Job nachgegangen, vom Ruhrgebiet in meine Heimatstadt Düsseldorf umgezogen. Der Spirit der Professorin ist aber nie verloren gegangen. Ich habe sozusagen – wie jede gute Lehrerin – ein Sabbatjahr benötigt.

Interview mit Prof. Cara von Teese aus Düsseldorf


Lady Sas: Wie hast du dich gefühlt, als du die Profi-Peitsche an den Nagel gehängt hast? War es schwer?

In Düsseldorf zuhause: Cara von Teese
Cara von Teese: Die Profipeitsche an den Nagel zu hängen sowie die damit verbundene Gewerbeabmeldung waren somit eher ein schleichender Prozess. 
Zuerst habe ich meine letzte Studiokooperation aufgegeben, dann kaum mehr Sessions geführt – bei den letzten Sessions war für mich persönlichen auch spürbar, dass der Spirit der Professorin nicht oder kaum noch mehr vorhanden gewesen ist – für mich ein ganz klares Indiz vorläufig nicht mehr zu agieren. Mag vielleicht auch damit zusammen hängen dass ich damals sehr verliebt gewesen bin. 
Ich habe und nehme die Arbeit mit meinen Klienten nach wie vor sehr ernst. Bei meinen Sessions habe ich einen extrem hohen Anspruch an mich selbst. Wenn ich eine Session anleite, möchte ich immer 100% geben. Das bin ich mir selbst schuldig sowie dem Klienten der mit seinen Bedürfnissen und seinem Vertrauen, dass er sich mir ausliefern kann, in meine Hände begibt. 

Lady Sas: Geb es Erkenntnisse in 2019, die dich bestärkt haben, als Domina zurückzukehren?
Cara von Teese: Indirekt ja. Ich habe damals sehr hart gekämpft um mich, mein Konzept, meine Integrität. Wurde damals mit dem Konzept der Professorin sogar bei der Agentur für Arbeit vorstellig, habe einen offiziellen Businessplan erstellt und an Arbeitsgruppen für Selbstständige mit Start Up Business teilgenommen – bei denen ich mich und mein Konzept immer wieder erklären musste, um nicht direkt in die "Rotlichtschublade" (Was macht die überhaupt hier? Und warum wird sowas überhaupt gefördert?) gesteckt zu werden. 

Stell dir mal bitte vor, du sitzt in einem Raum voll mit Menschen und jeder stellt sein Start Up vor, u.a. Brautmodenschneiderei, Dachdeckerfirma etc und du sitzt da und sagst, dass dein Start Up das einer Domina ist und wirst ausgelacht. 
Ich bin trotzdem da geblieben und habe im Endeffekt einen Raum mit 20 Menschen überzeugt.

In dem Moment wurde mir erstmal klar,  wieviel gesellschaftliche Aufklärung es noch benötigt, um überhaupt in dem Beruf anerkannt zu werden. Aber wenn man mal genauer hinschaut, wird klar: Das gesellschaftliche Bild auf Prostituierte oder uns Dominas kommt nicht von ungefähr: Es sind genau die schwarzen Schafe unserer Branche, die es leider prägen. Es sind die Frauen oder Männer ohne Verantwortungsgefühl – es sind die unter uns, die Menschen nicht als Menschen sehen, sondern als Möglichkeiten. Vertrauen in eine andere Person auf Sicherheit im sexuellen oder auch im wirtschaftlichen Sinne, ist die höchste Form der Wertschätzung – dieses wird aber oft missbraucht.

Legt man es in die verkehrten Hände, kann dies ganz schön nach hinten los gehen, ja sogar zu regelrechten Traumata führen. Ich habe das immer anders gehalten und sehe es auch weiterhin als meine Aufgabe an meine Klienten in diesem Punkt nicht im Stich zu lassen und weiterhin an der Front zu bleiben. 
Lange Rede kurzer Sinn: Das Konzept der Professorin ist ein besonderes, es hat mein Leben verändert in dem ich in meinem Schaffen eine Befriedigung gefunden habe. Der Beruf der Domina ist nicht nur ein Beruf für mich, sondern auch zeitgleich Berufung.


Teils hart, teils heilsam: Cara von Teese 


Lady Sas: Was möchte die neue Cara anders machen als die frühere Cara?
Cara von Teese: Eine 'neue Cara ' gibt es an sich nicht, ich bin immer noch die alte, aber mit mehr (Lebens-)Erfahrung. Teils hart, teils heilsam. Das Vertrauen, das meine Klienten mir gegenüber bringen, werde ich in Zukunft wohl aus meinen persönlichen Erfahrungen heraus noch mehr wertschätzen. Und so präferiere ich als persönliche Zielgruppe weiterhin Klienten, denen intellektueller Freigeist und individuelle Arbeit wichtig ist – den Gast, der eine 30minütige Wunscherfüllerin sucht, werde ich nach wie vor ablehnen. 

Domina aus Düsseldorf: die Professorin


Lady Sas: Was nimmst du dir für 2020 vor?
Cara von Teese: 2020 steht eine erneute Kooperation mit Kates Palace of Sin im Raum –das Studio, die Betreiberin sowie die Mädels dort sind alle toll. Für meine Arbeit in NRW werde ich mich weiterhin keinem Studio anschließen und Freiberuflich arbeiten. Hier suche ich mir meine Gäste genau aus, nicht jeder wird die Priorität haben einen Termin bei mir zu bekommen. Gewisse Kooperationen zu einzelnen Kolleginnen bestehen auch im Raum NRW auf Anfrage. 
Ich freue mich auf jeden Fall unglaublich auf mein Comeback und wieder kreativ arbeiten zu können. Ab Februar bin ich wieder offiziell aktiv.  Das kreative Mojo ist wieder aufgeladen und möchte genutzt werden. 



Lady Sas: Danke für das Interview.



  • Hier geht es zum Twitter Account von Cara von Teese.
  • Hier geht es zum ersten Interview mit Cara auf meinem Blog.
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