Donnerstag, 30. Mai 2019

The Artist & The Pervert – Dokumentarfilm Tipp

Tipp: The Artist & The Pervert  von Beatrice Behn und Rene Gebhardt
The Artist & The Pervert ist ein Dokumentarfilm über eine BDSM Beziehung. Daran sind schon einige Filmemacher gescheitert. Denken wir nur an den Film "Wir leben... SM", in dem Lady Isis und Woschofius zu sehen sind und der vom Publikum überwiegend als langweilig bewertet worden ist, um es mal diplomatisch zu formulieren. Ist das Thema einfach zu schwierig? Nein, ist es nicht – wenn man es richtig macht. Das beweisen die Filmemacher Beatrice Behn und René Gebhardt. 

Endlich ein BDSM-Dokufilm, der richtig gut ist

The Artist & The Pervert spielt in New York und portraitiert Georg Friedrich Haas und seine Frau Mollena Williams-Haas. Auf den ersten Blick wird ums ein Klischee serviert: Georg Friedrich Haas ist ein österreichischer Star-Komponist, der seine farbige Frau dominiert, die auch noch von Sklaven abstammt. Und es kommt noch schlimmer, noch klischeehafter: Haas' Familie hat einen Nazi-Hintergrund. Ach du meine Güte!
Doch nun beginnt es interessant zu werden, denn diese Klischees halten nur einen ersten Blick lang. Das Paar lässt die beiden Filmemacher aus Deutschland sehr, sehr nah an sich heran. 
Beatrice Behn hatte in der New York Times über Georg Friedrich Haas gelesen, ihn auf einer Dating Seite angeschrieben und auch prompt eine Antwort bekommen. Ein Jahr haben Beatrice Behn und René Gebhardt die SM-Beziehung begleitet. 
The Artist & The Pervert Filmplakat

Klischee ade: alles anders als gedacht

Mollena erweist sich keineswegs als kleine grau, devote Maus, sondern als kraftvolles Weib voller Energie, die ihren Herrn und Meister durchaus zu leiten weiß. Der Wirbelwind ist übrigens Sexualpädagogin, Performer und Autorin. Nach und nach lösen sich sämtliche Klischees in Luft auf und zeigen uns, dass wir mit unserem Schubladen-Denken falsch liegen. 
Interessant ist auch die Motivation von Georg Friedrich Haas, bei so einem intimen Dokumentarfilm mitzuwirken: 40 Jahre lang hat er gebraucht, um seine Neigung zu akzeptiere und eine Beziehungsform zu finden, die sich gut anfühlt. Nun möchte er endlich dazu stehen und keine Angst mehr vor dem Outing und den Reaktionen darauf haben. Damit ergibt sich auch als Publikum die große Frage: Leben wir wirklich so, wie wir leben wollen? 
The Artist & The Pervert ist ein sehenswerter Film, der zum Nachdenken anregt. Er inspiriert dazu, sein eigenes Schubladendenken in Frage zu stellen und ist obendrein noch leicht zu konsumieren und unterhaltsam. 


<<THE ARTIST & THE PERVERT ist ein Film über die Beziehung einer Afro­amerikanerin und eines weißen Europäers, über BDSM und Neue Musik, über Rassismus und Sexualität, Politik und Macht­strukturen, Vorurteile und Fremd­wahr­nehmung.THE ARTIST & THE PERVERT ist aber auch ein Film über Selbst­akzeptanz und Part­ner­schaft, über Hingabe und Leiden­schaft, über Kunst und Leben, über Feminismus und Selbst­bestimmung. Und vor allem ein Film über die Liebe.>> – Beatrice Behn und René Gebhardt
Hier geht es zur Film Website mit weiteren Informationen. 
Hier findest Du die Kinos und Spielzeiten.

Dienstag, 28. Mai 2019

Schmerzen bei der Keuschhaltung?

Eine Qual – aber hoffentlich nur mental

Ich betreue ja den einen oder anderen Sklaven mit Keuschheitsgürtel (KG) und so werde ich immer wieder auf ein Missverständnis aufmerksam. Äußerst hartnäckig hält sich bei KG-Sklaven die Überzeugung, es wäre in Ordnung, dass das Tragen eines Keuschheitsgürtels mit Schmerzen verbunden ist. Viele KG-Subs denken, ihre Schlüsselherrin würde es gerne sehen, wenn sie für sie leiden und zwingen sich deshalb, den Schmerzen möglichst lange zu widerstehen. 

Schmerzen im KG: ein großes Missverständnis


Liebe Subs, ganz ehrlich: Diese Annahme ist grundlegend falsch. Es geht bei der Keuschhaltung ausschließlich um mentale Qualen, aber keineswegs um körperliche. Um es ganz klar zu sagen: Jede Schlüsselherrin, die noch alle Tassen im Schrank hat, weist ihren KG-Sklaven sofort an, den KG abzulegen, sobald er Schmerzen hat. Sofort. Nicht morgen, nicht in einer Stunde oder auch nur in 10 Minuten, sondern sofort. Denn: Gesundheit ist das wichtigste Gut und geht immer vor. Eine Herrin, die verantwortungsbewusst ist, wird in jedem Fall so entscheiden und den KG-Sklaven anweisen, sich schnellstmöglich von seinem Käfig zu befreien. 

Der Sicherheitsschlüssel hilft. Sofort.


Zu diesem Zweck sollte der Sub auch einen Zweitschlüssel zum KG in seiner Wohnung verwahren. Seine Herrin kann mittels eines zusätzlichen Einwegverschlusses dafür sorgen, dass der Sub nicht schummelt und sich nicht mit dem Sicherheitsschlüssel nach Belieben aufsperrt. Das aber nur am Rande. 

Die Botschaft in diesem Beitrag ist: Nein, ein KG soll nicht körperlich weh tun. Wenn das Tragen schmerzt, muss der Sub ihn sofort ablegen, nach der Ursache forschen und gegebenenfalls eben einen anderen KG besorgen. Klar: Er muss seine Herrin vorher informieren und um Erlaubnis fragen. Erreicht er seine Herrin nicht, dann halte ich es für zwingend notwendig, dass der Sub nicht wartet, sondern sofort selbst handelt und sich mit dem Notfallschlüssel aufschließt. 

Nein, es beeindruckt eine Schlüsselherrin keineswegs, wenn du dich unter Schmerzen im KG windest und für sie Schmerzen leidest. Sie wird vielmehr den Kopf darüber schütteln, wie unsinnig du dich verhalten hast. Besser ist es, du denkst mit und übernimmst Verantwortung für deine Gesundheit. Dumme Subs schätzt keine Femdom, sinnvoll mitdenkende Subs dagegen schon.


Dienstag, 21. Mai 2019

Wenn Siri und Alexa vorlesen




Ich lese gerne Bücher. Beim Autofahren jedoch ist es sinnvoller, lieber auf die Straße zu achten und sich eBooks vorlesen zu lassen. Heutzutage ist das kein Problem mehr, Siri, Alexa, Google & Co machen's möglich. 

Wie das klingt, wenn so ein elektronischer Assistent vorliest, erfährst du in diesem Video. Ich selbst finde es am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, denke aber, dass man sich schon nach ein paar Minuten daran gewöhnt hat. Die Stimme von Siri finde ich recht gut und sympathisch. 

Wie macht man das? Nun, ich hatte Ende 2018 einen Beitrag darüber geschrieben, in dem ich beschreibe, wie's geht. 

Nun würde mich interessieren: Was haltet Ihr davon? Nutzt schon jemand Alexa & Co, um sich etwas vorlesen zu lassen? Und wenn ja: wo? In der Bahn? In der Badewanne? Beim Joggen? Ich bin gespannt.

Sonntag, 19. Mai 2019

Augsburger Domina vor Gericht verurteilt

In meinem letzten Beitrag habe ich Lady Judith vorgestellt, die es liebt, sich als Geldherrin verehren zu lassen. Im Interview mit mir hat sie darauf hingewiesen, dass sich inzwischen auch zahlreiche Frauen als Findom ausgeben, die keine Ahnung von der Materie haben und einfach nur schnell Geld verdienen wollen. Diese Aussage von Lady Judith ist gerade durch einen neuen, krassen Fall bestätigt worden.  

Geldherrin erpresst ihr Paypig und wird verurteilt


Wie das Magazin FOCUS berichtet, ist eine Geldherrin in Augsburg von einem Gericht zu 9 Monaten Haft auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 2.500 € verurteilt worden.

Was war geschehen? Nach den Angaben von FOCUS hatte die Geldherrin auf Facebook nach Paypigs gesucht – und war beim Kläger fündig geworden. Sie schickte ihm erniedrigende Nachrichten per WhatsApp und Facebook, er ihr Geld. Nicht gerade wenig, von 3.000 € ist die Rede. 

Doch auf Dauer wurde dem Mann dieses finanzielle Opfer zu groß, er brach den Kontakt ab. Die Geldherrin aus Augsburg jedoch wollte diesen dicken Fisch nicht von der Angel lassen. Sie erpresste ihn und drohte, einen Brief an die Eltern des Mannes zu schicken, so der Staatsanwalt. Weitere 750 € erpresste sie so von ihrem Geldsklaven. Dem wurde die Sache zu bunt. Er ging zur Polizei. 

Vor Gericht erklärte die Geldherrin, sie habe gedacht, die Erpresser-Methode sei ein Fetisch des Klägers. Doch die Richterin glaubte ihr nicht und verurteilte sie. 

Fazit: Immer hübsch aufpassen bei solchen Geschichten. Nicht jede Geldherrin ist so fair und verantwortungsbewusst wie Mann es gerne hätte. 

Freitag, 17. Mai 2019

Die Geldherrin: Lady Judith

Lady Judith
Ich kenne Lady Judith schon ziemlich lange, genauer gesagt seit 2013. Sie hatte mein Buch "Plötzlich Domina" gelesen, war begeistert und hat mir spontan eine Mail geschickt. So begann das. Später haben wir uns in Hamburg zum ersten Mal persönlich getroffen. Für Judith, die damals noch bei Neumünster gewohnt hat, war das nicht allzu weit weg. Für mich dagegen aus Frankfurt/Main was Hamburg schon ein Eckchen weiter. Aber: Das Treffen hat sich gelohnt und wir hatten eine super Session mit unseren Subs. 

2016 ist Lady Judith mit ihrer Familie nach Berlin gezogen. Sie ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt sich nur noch gelegentlich als Femdom aus. Das ist sehr schade für die Sklavenwelt, denn Lady Judith hat die Dominanz einfach im Blut. Eine besondere Vorliebe von ihr ist es, sich als Findom verehren zu lassen. Also als Geldherrin oder Moneymistress. Was das bedeutet, lest ihr im Interview mit ihr.  


Interview mit Geldherrin Lady Judith


Lady Sas: Liebe Judith, was war der Funke, der deine dominante Leidenschaft entzündet hat?
Lady Judith: Eine Freundin von mir, mit der ich gern auf Partys ging, hatte sexy Outfits in Lack und Leder. Ich bat sie, mich mal mitzunehmen, wenn sie ihre Outfits einkauft. Ich besorgte mir ein sündhaft teures Kleid in schwarzem Lack. Dieses Material hat mich sofort total verzaubert. Ich ging mit ihr auf eine Fetisch-Party, versohlte noch am gleichen Abend einem Sklaven den Hintern und der Rest ergab sich wie von selbst. Ich bin da zufällig reingerutscht. Aber ich bin froh, dass es so gekommen ist.

Ich war eine zeitlang als Switcherin unterwegs. Das war spannend, aber gegenüber Männern nehme ich inzwischen schon lange nur noch die Femdom-Position ein. Findungsphase abgeschlossen.
 Da freut sich die Geldherrin


Lady Sas: Du hast erzählt, dass dein Mann mit BDSM nichts anfangen kann. Wie gehst du damit um?
Lady Judith: Das ist richtig, mein Mann ist weder Top noch Sub noch Sonstwas. Er ist einfach mein Mann und ich liebe ihn. Wir haben eine wunderbare Beziehung, in der nichts fehlt. Gerade deshalb ist mein Mann souverän genug, mir meine Freiheiten einzuräumen. Das heißt: Ich darf mit seiner Erlaubnis meine Dominanz und meinen Sadismus mit Sklaven ausleben, solange es zu keinen sexuellen Intimitäten kommt. Aber da muss er keine Angst haben, als klassisch unberührbare Herrin ist für mich sowas völlig ausgeschlossen. 


Lady Sas: Hast du mal mit dem Gedanken gespielt, in einem Domina-Studio zu arbeiten?
Lady Judith: Nein, darauf hatte ich nie Lust. Ich möchte keine Wunschzettel abarbeiten oder Dinge tun, auf die ich keine Lust habe. Nichts für ungut, aber ich glaube einfach nicht, dass man als Domina völlig frei ist zu tun, was man möchte. Ich denke schon, dass man auf den Gast eingeht und das ist auch in Ordnung so. Aber es ist nicht das, was ich mir vorstelle. Ich habe durchaus Respekt vor Sklaven. Ich bin keine dumme Männerhasserin. Aber: Es ist mein Spiel und ich entscheide, mit wem ich wann und in welcher Form spiele. 


Eine Geldherrin, die auch real erzieht


Lady Sas: Du würdest du das beschreiben, was du machst? Bist du eine Geldherrin, die ausgewählte Subs real dominiert?
Lady Judith: Ja, das trifft es schon ziemlich gut. Tatsächlich liebe ich es, mich verehren zu lassen und die Kontrolle zu übernehmen. Selbstverständlich gibt es meine Aufmerksamkeit nicht umsonst. Ich lebe mich gerne mit brauchbaren Sklaven aus, aber Subs müssen sich schon als zuverlässig und gehorsam erweisen bevor sie mir real dienen dürfen.


Lady Sas: Nehmen wir an, ein Sklave möchte dir gerne real dienen. Was müsste er tun?
Lady Judith: Ich nehme Bewerbungen gern per Direktnachricht auf Twitter entgegen. Meinen Tribut fordere ich gleich am Anfang ein. Kein Tribut, keine Aufmerksamkeit – so einfach ist das. Da bin ich konsequent. So sortiere ich Männer aus, denen nur ein bisschen langweilig ist und die kostenlose Bespaßung suchen. 

Dann stelle ich Aufgaben, die der Sub auszuführen hat. Brainfuck vom Feinsten, das liebe ich! Werden meine Anweisungen zuverlässig und gut erfüllt, besteht die Chance auf einen Cash & Go in Berlin. Das ist ein kurzes Treffen, bei dem der Sklave sich vor mich hinkniet, mir ein Geldgeschenk überreicht und dafür je nach Neigung Ohrfeigen oder einen Tritt in die Kronjuwelen bekommt. Wenn ich großzügig bin, gibt es vielleicht auch ein nettes Spitting. Ich mache mich über den Sub lustig und gehe dann einfach wieder. Das Ganze dauert nicht lange. Cash & Go eben. 

Verläuft das Treffen zu meiner Zufriedenheit, kann sich der Sub weiter hochdienen. Das ist aber nicht so einfach, denn ich bin recht launisch. Wenn ich aber zufrieden bin, winken reale Sessions mit mir. Ich binde dabei gerne Freundinnen von mir ein, die BDSM nur als kleines geheimes Hobby haben. Wir sind keine Profi-Dominas. Wollen wir auch gar nicht sein. Wir arbeiten keine Wunschzettel ab, sondern tun, was uns Spaß macht. Ich denke, das macht für die Subs auch den Reiz aus.


Ist die Geldübergabe eine Art Fetisch?


Lady Sas: Ist die Geldübergabe eine Art Fetisch? Wie erklärst du dir das psychologisch?
Lady Judith: Ich bringe klar zum Ausdruck, dass mich am Sub vor allem das Geldgeschenk interessiert. Der Tribut ist das Mittel, mit dem sich der Sub meine Aufmerksamkeit sichert. Er selbst würde das nie schaffen. Alle meine Subs sehen ein, dass ich einfach eine Liga über ihnen spiele. Sie sind nicht attraktiv oder interessant genug. Eine Frau wie ich würde sich nie einfach so mit ihnen abgeben. Ihr Kick ist es, dass ich mich nun doch mit ihnen beschäftige und sie entsprechend ihrer Rolle behandle. 


Lady Sas: Berichte uns etwas von den realen Sessions. Wo finden sie statt und um was für Spiele geht es?
Lady Judith: Wir mieten da in der Regel ein SM-Studio mit professioneller Ausrüstung. In Berlin gibt es einige schöne Möglichkeiten. Die Spiele richten sich ganz nach den Teilnehmerinnen. Es geht aber meistens in die Richtung klassische Erziehung, Fetisch und Toiletten-Erziehung. Alle meine Freundinnen stehen auf Schuh- und Fußerotik sowie auf NS, das gehört fast immer dazu. Ich selbst mag zum Beispiel auch sehr gerne Stap-on-Spiele und Abstrafungen, wenn es der Sub verträgt. 


Lady Sas: Bist du auch als Schlüsselherrin tätig? Hältst du Sklaven keusch?
Lady Judith: Von Zeit zu Zeit ergibt sich das. Es ist ein erregendes Gefühl, Sex zu haben und dabei ein Fußkettchen mit einem KG-Schlüssel zu tragen. Das ist sehr sexy, kann ich nur empfehlen.


Lady Judith erzieht auch real

Lady Sas: Ein Sub hat mir berichtet, dass es sich bei dir als Paypig beworben hat, du ihn aber abgelehnt hast. Was muss passieren, damit du jemanden ablehnst?
Lady Judith: Das muss nicht unbedingt an der Person liegen. Manchmal habe ich einfach zuviele Anfragen und teile dann auch offen mit, dass mein Sklavenstall im Moment voll ist. Ich schreibe aber auch auf Twitter, wenn es wieder einen freien Platz gibt. Ich mache das, um jeden Sub individuell betreuen zu können. Irgendwann wird's zuviel und dann macht es keinen Spaß mehr. – Klar, wer frech ist oder wenn die Chemie nicht passt, dann lehne ich Subs auch ab.


Was hat sich bei den Geldherrinnen verändert?


Lady Sas: Du bist schon eine Weile dabei. Was hat sich verändert?
Lady Judith: Das ist ziemlich offensichtlich. Inzwischen gibt es Geldherrinnen wie Sand am Meer. Viele junge Frauen, die noch nie eine Peitsche gehalten haben, sehen darin eine einfache Art, Männer um ihre Brieftasche zu erleichtern.   Diese jungen Frauen haben keine wirkliche Ahnung von BDSM, aber sie schauen sich einfach ab, wie man angeblich mit Subs kommuniziert. Oft ist das aber einfach nur arrogant, platt und uninspiriert. So nach dem Motto: Hey, Loser, ich will shoppen gehen, sende mir Geld. Das ist furchtbar einfältig und langweilig.


Lady Sas: Hast du inzwischen auch feste Subs?
Lady Judith: Sagen wir mal so: Ich habe durchaus Sklaven, die ich regelmäßig sehe. Und wenn es nur für einen kurzen Cash & Go ist.



Lady Sas: Danke für dieses Interview.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Rubber Tornado: Lady Nastasia

Rubber Princess Lady Nastasia
Lady Nastasia ist der "Rubber Tornado". Über sich selbst schreibt sie: 
"Ich bin der sinnliche Teufel mit zwei Gesichtern. Der Teufel führt dich an deine Grenzen, doch der Engel wird dich sanft auffangen. Seit über 20 Jahren lebe ich BDSM aus. BDSM ist nicht mein Job, sondern mein Lebenselixier. Es ist für mich wie die Luft zum Atmen. Ich brauche es zum Leben. BDSM ist meine Leidenschaft, welche dir Leiden schafft."
Klingt interessant – und nach echter, purer Leidenschaft für BDSM, wie man sie heute nur noch selten findet. Viel Spaß mit dem Interview.    


Lady Sas: Liebe Nastasia, Du bist als Domina, Rubber Princess und Ärztin tätig. Interessanter Berufsmix. Wie kam es dazu?

Lady Nastasia:
Meine ersten Erfahrungen sammelte ich mit ca. zwanzig im privaten Bereich und habe so in die BDSM Szene hineingefunden. Ich beschloss dann meine Leidenschaft zum Beruf zu machen und  habe in der Residenz Hekate angefangen professionell als Domina tätig zu sein. Dort konnte ich die verschiedenen Sparten weiter kennenlernen. Meine ursprüngliche Ausbildung als Arzthelferin war im weissen Bereich äusserst hilfreich. Aber auch grundsätzlich war meine medizinische Grundausbildung sehr hilfreich für meinen Beruf als Domina, besonders im Hinblick auf die Hygiene und die Anatomie des Mannes (lacht). Durch verschiedene Sessions und vor allem auch durch das Reinschnuppern bei Kolleginnen merkte ich schnell, dass BDSM eine unglaublich breite Fächerung hat. Es gibt keine klaren Grenzen; die verschiedenen Bereiche vermischen sich. Für mich ist ein BDSM-Studio eine grosse und wunderbare Spielwiese, die mir und meinen Gästen hilft, immer wieder etwas Neues zu erleben. 

Meine grösste Faszination und Leidenschaft ist Latex. Deshalb Rubber Princess oder auch Rubber Tornado (lacht). Latex ist sexy und betörend, zugleich aber auch einengend und beängstigend - das interessiert mich total. Latex fordert nicht nur viel von meinen Sklaven, sondern auch von mir selbst. BDSM im Allgemeinen erfordert viel Können meinerseits. Für mich gehört es sich als gute Domina, dass ich alle Bereiche des BDSM beherrsche, vom schwarzen zum weissen Bereich und auch alle Spielarten dazwischen. Ich selber teste zum Beispiel alle Spielsachen vorher an mir selber, bevor ich meine Sklaven damit „behandle“. Ich will wissen, wie es sich anfühlt und wie weit ich bei meinen Sklaven gehen kann und was ich in der Handhabung der Spielsachen noch verbessern kann.

Interview mit Rubber Princess Lady Nastasia 


Lady Sas: Was macht für Dich die Faszination von BDSM aus?
Lady Nastasia:
Beim BDSM gibt es keine Grenzen. Ich habe nie ausgelernt oder alles gesehen. Durch meine Sklaven erlebe ich immer wieder neue Bereiche und kann meiner Kreativität freien Lauf lassen. Zudem liebe ich es, die Kontrolle über eine Person zu haben. Ich herrsche über den Sklaven, achte dabei jedoch immer auf sein Wohl. Ich entscheide in den Sessions, was passiert und was nicht. Mittlerweile habe ich natürlich auch Gäste, die mich seit Jahren begleiten und mich immer wieder besuchen. Einige dieser mir nahestehenden Sklaven leben für mich keusch, was ich sehr schätze. Die einen tragen den KG freiwillig, die anderen musste ich zu ihrem "Glück" zwingen (lacht). Solche Spiele mache ich jedoch nur mit meinen Stammgästen. Seit einigen Jahren habe ich auch meinen ganz persönlichen Sklaven, der sich mir total unterworfen  hat. Er ist mein Eigentum. Ich allein bestimme, wie er wann was zu tun hat. Ich beeinflusse sein Leben stark, achte aber selbstverständlich auch auf sein Wohl. Diese totale Hingabe hat schon seine ganz eigene Faszination und ist für mich mehr als nur ein Spiel, es ist mein Lebensstil. Ich liebe diese totale Macht und die komplette Hingabe meiner Sklaven.


Rubber Princess Lady Nastasia

Lady Nastasia im Studio "FemDom" in Zürich


Lady Sas: Im Studio „Der FemDom“ in Zürich bietest Du als Special „Restriction“ an, „fixiert & ausgeliefert“. Was kann man sich darunter vorstellen und was macht den Reiz davon aus?
Lady Nastasia:
Das Special widerspiegelt natürlich und vor allem meine Vorliebe: das Restriktive, die totale Kontrolle über meinen Sklaven zu haben, mit dem ich machen kann, was ich will. Das beginnt bei ganz einfachen Fesselungen und unbequemen Fixierungen und geht über Sinnesentzug bis hin zur Atemkontrolle. Dadurch, dass das Special sechs Stunden dauert, wird es eigentlich zeitlos. Der Sklave verliert sein Zeitgefühl, er vergisst die Aussenwelt komplett und kann sich so total fallen lassen. Ein wunderbarer Zustand für jeden devoten Menschen. Für die „Hartgesottenen“ biete ich auch Overnight-Sessions an, bei denen ich selber dann auch die Zeit vergesse. Der FemDom eignet sich dank seinen sehr grosszügigen Räumlichkeiten, seiner an nichts fehlender Ausstattung und seiner Raumaufteilung perfekt für Langzeitsessions. Herrin Ariadne, selber eine Meisterin in Langzeit, hat ihr Studio in Zürich so konzipiert, dass Langzeitsessions sowohl für die Sklaven als auch für uns Herrinnen zu einem einzigartigen Erlebnis werden können.


Lady Sas: Du bezeichnest Dich als „Rubber Tornado“. Was bedeutet das?
Lady Nastasia:
Den Namen bekam ich im FemDom von einer tollen Kollegin. Lady Skotia hatte mich in einer Session lachen gehört und kam nach der Session vorbei um zu sehen was mir so viel Spass bereitet hatte. Sie hat nicht schlecht gestaunt, als sie sah, dass ich nach zwei Stunden Session eine Unmenge an Spielsachen, zwei Flaschenzüge, verschiedene Latexanzüge, den Heavyrubbersack, das Vakuumbett, die Zwangsjacke, und und und  an meinem Sklaven benutzt hatte. So kam ich zu meinem Spitznamen „Rubber-Tornado“. In den Sessions agiere ich nur noch und lasse mich treiben. 


Lady Sas: Auf was könntest Du eher verzichten – auf BDSM oder auf Dein Handy?
Lady Nastasia:
Früher hätte ich gesagt auf mein Handy... Heute ist das nicht so einfach, denn ohne Handy gibt es kein BDSM mehr. Es fängt bei Twitter an und hört beim Filmen in den Sessions auf. Es gab aber auch mal eine Zeit, in der ich eine längere Pause vom BDSM einlegte. Ich hatte damals einfach zu viele Sessions gemacht und da ich mich in jeder Session 150% auf mein Gegenüber einlasse, geriet ich in eine regelrechte Überforderung hinein. Die BDSM Pause hat mir gut getan und ich konnte mich neu sammeln. Heute weiss ich genau, was ich will und wieviel ich geben kann und so biete ich nur noch wenige Sessions pro Woche an. Ich brauche ersten genügend Zeit, um mich auf eine Sessions vorzubereiten, und zweitens genügend Zeit um die Erfahrungen zu verarbeiten.


Rubber Princess Lady Nastasia


Lady Nastasia über ihre Tattoos


Lady Sas: Auf Deinen Fotos fallen Tattoos auf. Welches kam als letztes hinzu und was möchtest Du damit zum Ausdruck bringen?
Lady Nastasia:
Ich identifiziere mich voll und ganz mit meinem Alter Ego Lady Nastasia und  habe sie mir mit den zwei Gesichtern und meinem Motto „Der Teufel führt dich an deine Grenzen, doch der Engel wird dich sanft auffangen“ tätowieren lassen. Die beiden Gesichter verbinden die „berufliche“ und die „private“ Lady Nastasia, denn ich  kann ein richtiger Teufel sein, aber auch nett und freundlich. In der Session bin ich natürlich sehr gerne der Teufel, aber auch Geborgenheit und Vertrauen sind für mich in den Sessions unerlässlich.


Lady Sas: Du bist über 20 Jahre dabei – was hat sich in dieser Zeit beim BDSM verändert?
Lady Nastasia:
Vor 20 Jahren war BDSM eine eigene Szene, die verruchter, anonymer und versteckter war. Es gab sehr wenige Dominas, sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich. Heute nennt sich jede zweite Dame Domina, aber die wenigsten wissen, was dies wirklich bedeutet. Ich bekomme mittlerweile öfters Anfragen, welche eigentlich an eine Bizzarlady gerichtet werden sollten. Es melden sich Möchtegern-Sklaven, die bei mir als Domina falsch sind. Diese Vermischung von Domina und Bizzarlady hat es früher so nicht gegeben, da wusste der Gast was eine Domina ist.
In meiner Ausbildung zur Domina durfte ich früher „nur“ zuschauen und lernen, der Sklave war tabu für mich. In dieser Lernphase durfte ich nichts am Sklaven machen. Heute ist dies so nicht mehr der Fall. Ich habe eh das Gefühl, dass heute bei der Beherrschung unseres Handwerks geschlampt wird, viele meinen, es reiche etwas böse zu gucken, Stiefel zu tragen und eine Peitsche in der Hand zu haben.


Lady Sas: Welches BDSM-Gerät müsste unbedingt erfunden werden?
Lady Nastasia:
Eine Einfolierungsmaschine! Es gibt eine, die ist aber nur für stehende Positionen. Ich brauche eine, die in jeder erdenklichen Position angewendet werden kann (lacht).
Rubber Princess Lady Nastasia

Was inspiriert Dich?


Lady Sas: Wie kommst Du auf neue Ideen für Sessions? Was inspiriert Dich?
Lady Nastasia:
Ich überlege mir bei keiner Session vorher, was ich mache. Ich kenne natürlich die Tabus und Vorlieben meiner Sklaven, aber ich plane nichts. Ich entscheide nach Gefühl, aus den Emotionen und aus dem Moment heraus und so komme ich oft auf neue Ideen. Manche Sklaven haben auch selber neue Ideen und bringen diese ein. Das ist für mich das Tolle an BDSM, ich habe nie ausgelernt, es gibt immer wieder Neues.

Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Lady Nastasia:
Letztes Jahr durfte ich meinen vierzigsten Geburtstag im FemDom mit meinen Sklaven und meinem Eigentum feiern. Es war wunderbar; überhaupt finde ich vierzig ein tolles Alter, das perfekte Alter für eine Domina (lacht). 
Ich möchte die Zeit geniessen, solange ich sie geniessen kann. Ich möchte immer wieder inspiriert werden. Was die Zukunft bringt, weiss ich nicht. Solange ich im Studio sein kann, werde ich im Studio bleiben. Kürzlich hat jemand gesagt, dass ich sicher noch im Rollator ins Studio komme. Das versprech ich Euch, das werde ich auf keinen Fall machen (lacht)!
Ich wurde auch schon oft gefragt, wieso ich nicht mein eigenes Studio eröffne? Ich will das gar nicht und brauche das auch nicht. Ich habe das Privileg in zwei der besten Studios Europas zu arbeiten: in der Residenz Hekate in Karlsruhe und im FemDom in Zürich. In beiden Studios habe ich beste Bedingungen, wunderbare Gäste und Sklaven und vor allem meine Freiheiten und kann machen, was ich will.

Lady Sas: Danke für dieses Interview.

Freitag, 3. Mai 2019

10 Tipps, wie deine E-Mail jede Femdom vergrault

Ich bekomme ziemlich viele E-Mails von Sklaven und habe dabei einige amüsante Beobachtungen gemacht, die ich nun in diesem Blogpost teilen möchte. Um es ein bisschen interessanter zu machen, möchte ich das Ganze eher spielerisch verpacken. 

(Achtung, Ironie.)

10 Tipps, mit denen die Femdom bestimmt nicht zurückschreibt


  1. Eine Femdom ist auch nur ein Mensch. Was soll also diese dämliche Anrede als "Herrin", "Mistress" oder gar "Madame"? Nö, auf sowas einfach verzichten. 
  2. Auch ein freundliches "Hallo" oder ein förmliches "Sehr geehrte" ist in einer E-Mail völlig fehl am Platz. Das hält nur auf. Ebenso überflüssig ist es, die E-Mail mit einem Namen zu unterzeichnen. Wozu auch? Jede Mail hat eh eine glasklare Absender-Kennung (etwa: wurzelsepp123@web.de), also kann man sich das sparen.
  3. Wieso solltest du die Herrin siezen? Sie siezt dich schließlich auch nicht. Konsequentes Duzen ist angesagt. Am besten noch mit einem lässigen "Ey": Ey, du, Herrin, was geht bei dir?
  4. Femdoms haben Zeit und interessieren sich ausschließlich für DICH. Tatsächlich warten sie schon ihr halbes Leben darauf, endlich von DIR zu hören. Es ist klar, dass sie jeden Gedanken von dir aufsaugen und gewissenhaft jedes Wort deiner E-Mail mehrfach lesen. Du tust ihnen daher einen Gefallen, wenn du sehr, sehr ausführlich schreibst. Fünf Seiten Text? Aber gerne, jede Herrin wird sich die Finger danach lecken.
  5. Gedankenfetzen reichen allerdings auch. Warum sich die Mühe machen in ganzen Sätzen zu schreiben, wenn es auch Stichpunkte tun? Die Herrin kann sich dann geistig betätigen und versuchen, sich die hingeworfenen Stichpunkte zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzureimen. Das macht sie gern, ist ja auch eine Art Denksport. Es versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst, dass ein Sklave von Welt sich nicht um Rechtschreibregeln kümmert. Man kann von einem Sub nicht erwarten, sich eine E-Mail noch einmal durchzulesen. Schließlich gibt es für alles Grenzen. Eine E-Mail nochmals auf die Rechtschreibung hin zu überprüfen ist ein hartes Tabu. 
  6. Fordern, fordern, fordern! Ich möchte dieses, ich fordere jenes. Eine exzellente Strategie, um die Herrin für sich einzunehmen. Da lernt sie gleich, wer insgeheim die Hosen anhat.
  7. Penisfotos mitzuschicken ist ebenfalls eine hervorragende Idee. So weiß die Femdom gleich, mit wem sie es zu tun hat. Ein Foto vom Gesicht dagegen würde sie eh nicht interessieren. Schwänze sind viel aussagekräftiger, klar.
  8. Warum eine kompakte E-Mail schreiben, wenn man seine Gedanken auch auf drei oder vier Mails am Tag aufteilen kann? Die Femdom freut sich sicher, wenn sie immer wieder Nachträge und Ergänzungen lesen darf.
  9. Fragen, fragen, fragen. Dominas sind supernett und haben sehr viel Zeit. Man kann sie alles fragen. Auch Dinge, die der gesunde Menschenverstand beantwortet. Ich habe keinen KG, wie kann ich mich trotzdem keusch halten lassen? – Ich bin arm wie eine Kirchenmaus – wie kann ich trotzdem eine Langzeiterziehung bei der besten Domina der Stadt erleben? – Ich bin ein toller Sklave, aber keine Herrin will das glauben. Was kann ich tun? Frage der Femdom ein Loch in den Bauch und sie wird dir dankbar antworten. 
  10. Beschimpfen ist sexy. Wenn die Femdom nicht zurückschreibt, dann lässt sie dir keine andere Wahl: Du musst deine Männlichkeit verteidigen und schreibst ihr nun ausführlich die Meinung. Beschimpfungen gehören dabei zum guten Ton und wirken überaus sexy. Das würde eine Herrin nie zugeben, aber insgeheim steht sie darauf.
Alle 10 Punkte befolgt? Super, alles richtig gemacht. Jetzt bekommst du bestimmt keine Antwort und hast endlich deine Ruhe ;-)