Sonntag, 10. März 2019

Madamé Kali Dreadful: die Außergewöhnliche

Madamé Kali Dreadful weckt bei mir Assoziationen mit dem Kunst-Bereich. Ja, diese Herrin erinnert mich an eine Künstlerin. Sie ist erreichbar in Mönchengladbach (Homebase) sowie als Gastlady in Hannover, München und Berlin. Viel Vergnügen mit dem Interview! 

Kali Dreadful

Lady Sas: Liebe Madamé Kali Dreadful, wie bist Du auf den BDSM Bereich aufmerksam geworden?
Madamé Kali Dreadful:
Vorab vielen Dank Lady Sas, ich finde deinen Blog sehr informativ und spannend! Entsprechend habe ich mich sehr über dein Interesse gefreut!

Die Norm lehrt bzw. zwingt einen sich der Gesellschaft zu unterwerfen auch wenn es bedeutet „Mehr Schein als Sein“ zu leben. Das widert mich an!
In meiner Jugend fand ich meinen Platz in der Gothic Szene, die noch heute eng mit BDSM verbunden ist. Du lernst frei von Vorurteilen zu Denken, Menschen so wie sie sind anzunehmen. Toleranz und Akzeptanz, Eigenschaften die auch die Gemeinschaft im BDSM widerspiegelt. Musik und Kultur verbindet so auch Sadomasochismus. Ich hatte diesen Drang den ich vorher nie erklären konnte. Dominanz kann man nicht lernen, man ist es oder eben nicht. So soll es sein, so ist es Echt! 

Meine SM´ler Zeit begann, ich probierte getreu und ausschließlich dem, was ich für vertretbar hielt. Ich war wie ein neugieriger Schwamm, damals war klar dass einige Praktiken einem unglaublich viel Wissen abverlangen, so besuchte ich zunehmend mehr Workshops/Seminare um meinen Horizont zu erweitern. Je sicherer mein Handling wurde, desto extremer kristallisierte sich auch meine sadistische Ader. Obacht, Sadismus hat nichts mit Gewalt zu tun!
Es kam eine Zeit bei der ich privat an Grenzen kam, die es einzuhalten galt. Das war absolut in Ordnung aber irgendwann reichte es nicht mehr.
Jeder braucht einen Ausgleich zum Alltag. Mich bereichern tatsächlich auch die Tiefen der Menschen und dessen Facetten. So viele sehnen sich nach einem Raum indem sie einfach sie selbst sein können – ich greife mir unheimlich viel Energie aus den Augen meines Gastes – dieses losgelöste/unverfälschte/geschundene „Funkeln“ – Mehr geht nicht!  

Interview mit Madamé Kali Dreadful


Lady Sas: Was hat es mit Deinem Domina-Namen Madamé Kali Dreadful auf sich? 
Madamé Kali Dreadful:
Titulierungen erleichtern vllt. eine Art Zugehörigkeit, so jedenfalls nach meinem Verständnis. Ich halte mich vom Alter her so auch stilistisch eher einer Madam zugehörig. 
Jeden erwischt irgendwann ein Spitzname, meiner war damals schon Kali. 
Kali gilt als Totengöttin der Zerstörung & Erneuerung im Volksglauben der Hindus, als eine der wenigen Gottheiten die auch Gutes tun konnte. Durch Zufall fand ich eine Kollegin die auch Kali heißt und dachte: “Ok, ich brauch einen Nachnamen :-)“ – Dreadful kann man als die Schreckliche übersetzen oder auch mit meinen Dreads in Verbindung bringen. 


Lady Sas: Dein Leitfaden lautet „Free Body – Free Mind”. Was heißt das konkret?
Madamé Kali Dreadful:
Eine lange Phase einer schwierigen Krebs Diagnose (die heute überwunden ist) hat diesen Leitfaden in Stein gemeißelt. Es ist mein Basis Rezept auf dem irgendwie immer alles aufbaut.
Jede Session kann ideale Formen annehmen auch so, dass man das Miteinander als wirklich bereichernd empfindet. 


Madamé Kali Dreadful über Fotokunst


Madame Kali Dreadful


Lady Sas: Du hast Fotos auf Deiner Website, die für mich Richtung Kunst gehen. Ist eine Domina eine Art Künstlerin?
Madamé Kali Dreadful:
Uh – Ich danke Dir!.
Ich kann mir vorstellen dass meine Kollegen/Kolleginnen alle etwas künstlerisches an sich haben. Jede(r) hat etwas Besonderes. Viele haben eher eine klare Struktur in den Bildern, dass muss man auch erst einmal können. Als Alternative Model sehe ich Fotografie definitiv auch als Kunst an. Vielleicht falle ich deswegen fototechnisch aus dem Rahmen. 


Lady Sas: Wie ist Deine Meinung zum Prostitutionsschutzgesetz? Wie fühlst Du Dich damit?
Madamé Kali Dreadful:
Die Idee Zwangsprostitution einzudämmen und Menschen zu schützen ist Klasse! Allerdings ist die Gesetzgebung weder durchdacht, transparent gestaltet oder strukturiert geplant worden und zieht nichts als Chaos und Unsicherheit.
Als Domina biete ich keinen Sex an, also bin ich aus meiner Sicht keine Prostituierte die geschützt werden muss. Im Zuge dessen lasse mich einfach nicht beirren. 

Madamé Kali Dreadful über die Sonnen- und Schattenseiten als Domina


Lady Sas: Was ist eine besondere Sonnen- und was ist eine besondere Schattenseite an Deinem Beruf als Domina?
Madamé Kali Dreadful:
BDSM steigert meine Lebensqualität enorm, ich bin wesentlich entspannter! Als besondere Schattenseite sehe ich sehr deutlich Gäste die unter den spontan anwachsenden Teil Jung-Dominas leiden die weder ausgbebildet oder gar fähig sind das Fetisch Universum zu begreifen und eben dann als Profi auf Menschen los gelassen werden. 


Lady Sas: Du bist ja schon einige Jahre dabei – hast Du das Gefühl, dass sich BDSM verändert oder bleibt eigentlich alles wie es ist?
Madamé Kali Dreadful:
Das ist schwierig zu beantworten. Sadomasochismus ist schlichtweg unerschöpflich vielseitig. Früher gab es bspw. keine Wunschzettel Möchtegern Geschöpfe die Sklaven spielen wollen.


Lady Sas: Dein Lieblings-Schlaginstrument ist die Bullwhip. Was muss man als Anfängerin beachten, wenn man sich an diese Peitsche heranwagen möchte?
Madamé Kali Dreadful:
Kein Anfänger sollte eine Bullwhip in die Finger kriegen da das Risiko zu hoch ist einen anderen Menschen oder sich selbst zu verstümmeln! Höchste Vorsicht!! Begebt Euch nie in unerfahrene Hände!! 


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Madamé Kali Dreadful:
Ich lebe in der Gegenwart, solange ich atme finde ich auch Inspiration und bleibe Euch erhalten! 

Lady Sas: Danke für das Interview.

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