Sonntag, 5. August 2018

Dummheit, die sich als Dominanz tarnt

Sicher: Toleranz gegenüber Andersdenkenden ist eine feine Sache. Ich bin grundsätzlich sehr dafür. Leben und leben lassen. Aber für alles gibt es Grenzen. Und diese Grenzen fangen spätestens dort an, wo es für die Gesundheit bedenklich wird. 

Konkret: Ich störe mich an jungen Frauen, die Filme verkaufen, in denen Männer extrem brutal ausgepeitscht werden, ohne Rücksicht auf die Gesundheit.  Es gibt Körperteile, auf die man niemals peitschen sollte. Und schon gar nicht so brutal. Wer das trotzdem macht, hat keine Ahnung von der Materie. Und auch kein Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Sub. 


Das ist nicht dominant, das ist nur dumm

Ein solches Vorgehen hat mit weiblicher Dominanz wenig zu tun. Es ist einfach nur Dummheit, die vor nichts zurückschreckt, um ein paar Euros zu verdienen. Ich kann nur allen Subs raten, sich gut zu überlegen, in welche Hände sie sich begeben. Mir ist zwar bewusst, dass beim Anblick von schönen Frauen das männliche Gehirn manchmal in die Hose rutscht. Aber ganz so sorglos sollte man sich nicht jeder Frau anvertrauen, die ein Schlaginstrument halten kann.

Leider gibt es sogar in angesehenen deutschen Spitzenstudios Damen, die noch ganz am Anfang stehen, sich überschätzen und den Gast dann mit Spuren nach Hause schicken, obwohl das im Vorgespräch ausdrücklich nicht gewünscht war. Der Fall ist belegt. Ob es ein Einzelfall ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Ich fürchte jedoch, dass das nicht nur einmal im Jahr passiert. 

Fazit: Augen auf bei der Dominawahl. Dominanz ist auch eine Art Handwerk, das gelernt sein will. Und auf Video-Herrinnen, die sich in einen brutalen Sadismusrausch hineinpeitschen, ohne Rücksicht auf Verluste, können wir hoffentlich verzichten. 

Kommentare:

  1. Ein guter und wichtiger Artikel. Ich darf mich selbst zu den Subs zählen, die eine Faszination aufgebaut haben, wenn sie heftig von einer Femdom ausgepeitscht werden. Der Schmerz ist ein sehr intensives Gefühl und wenn man fixiert den Hieben der Femdom ausgeliefert ist, verschwimmt das Wissen, dass man gerade bei einer professionellen Domina ist, der man Geld gegeben hat, damit sie einen auspeitscht. Der Schmerz ist real, das Fixiert sein ist real und man hat keine Kontrolle über die Situation mehr. Mehr und mehr wird die Session dann "real". Deshalb sind solche Auspeitschungen für mich die intensivste Möglichkeit an "echten Femdom" zu schnuppern.

    Bisher hat das auch wunderbar geklappt. Ich habe dabei natürlich auch heftige Spuren abbekommen, aber die sind alle immer nach spätestens ein paar Wochen vollständig verheilt. Ich konnte in dieser Zeit sogar den Heilungsprozess genießen. Wenn man z. B. keine längere Zeit ruhig wegen der Spuren sitzen konnte und die Erinnerungen an die Session wieder hochgekommen sind.

    Für mich war dabei das Erfolgsrezept, dass ich nur zu bekannten Koryphäen der SM-Branche gegangen bin. Diese haben das Wissen, an welchen Körperstellen man wie heftig peitschen kann und ab wann man aufhören muss bzw. von vornherein die Finger lassen muss, damit das Risiko von bleibenden Spuren minimiert wird.

    Leider wurde ich aber übermütig. Ich habe mich einmal in die Hände einer jungen Frau begeben, die wenig Erfahrung hatte. Im Nachhinein ärgere ich mich, aber damals wollte ich es einfach wissen, wie es ist, wenn man von einer Frau ausgepeitscht wird, die noch vor wenigen Jahren die Schulbank gedrückt hat und Anfang 20 ist. Ich habe zwar den Schmerz während dieser Session an einer Stelle als "komisch" empfunden, aber durchaus ausgehalten. Vielleicht auch wegen des Adrenalins, das der Körper ausschüttet. Nach der Session war die junge Dame überrascht, als sie diese Stelle mit dieser Verletzung sah und hat sich entschuldigt. Ich habe mich freundlich verabschiedet und bin mit Bedenken heimgefahren. Leider haben die sich dann im Laufe der Zeit bewahrheitet. Diese Stelle ist nur sehr langsam verheilt und ich hatte noch lange Zeit danach beim Gehen oder Laufen ein Ziehen im Bein.

    Nach einer gewissen Pause bin ich heute auch wieder ein fleißiger Studiogänger. Aber ich habe meine Lektion "schmerzhaft" (kleines Wortspiel für einen Maso ;-) ) gelernt. Ich bleibe bei den Damen, die ihr Handwerk verstehen und ihre Fähigkeiten schon längere Zeit nachgewiesen haben. Meistens sind sie etwas älter als ich, aber das hat seinen ganz eigenen Reiz. Eine erfahrene Frau, die einen mit natürlicher Souveränität führt, leiden lässt... Da steigt mein Puls schon beim Schreiben.

    Schöne Grüße an alle Leser dieses Blogs und natürlich auch an die Blog-Autorin. Mögen alle die schönen Seiten des SMs zwischen Frau und Mann (oder anderen Konstellationen) ohne Reue genießen können.

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  2. Da gebe ich Dir unbedingt recht. Da wird dann teilweise mit einer solch groben Brutalität geschlagen, hauptsache die "Dame" zeigt, "wie extrem hart sie prügeln kann". Ich weiß dann ehrlich gesagt nicht, was in den Köpfen der Damen so vor sich geht. Dominanz bedeutet: Konsequenz, aber sicher nicht mit solch primitiven Methoden, die ohne Einschalten des Hirns ablaufen. Im gegenseitigen Einvernehmen? Das bezweifel ich gelegentlich, vor allem bei solchen Filmen...

    Es grüßt
    Lady Pascal

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  3. @Tom: Vielen Dank für Deinen ausführliche und äußerst lehrreichen Blogbeitrag!

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  4. @Lady Pascal: Lieben Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich, dass Du das auch so siehst.

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  5. Ja, der Anblick, einer dominanten Herrin mit der Peitsche in der Hand, allein davon bekommt der Sub weiche Knie. Ob nun im professionellen Studio, oder in einer privaten DS-Konstellation, ist für mich in der Anwendung, die absolute Königsdisziplin.
    Meine Ex-Herrin war zwar erst 23 Jahre jung, aber sie hatte es einfach drauf, damit umzugehen. Sie brauchte auch nicht üben, denn sie hatte sofort das richtige Gefühl dafür. Jeder Schlag saß, ohne auch nur aus Versehen, eine Stelle zu treffen, die gesundheitliche Schäden verursachen könnte.
    Ja und meine jetzige Herrin, fast doppelt so alt wie die EX, hat ihre Peitsche nur als Deko im „Waffenschrank“. Sie traut sich gar nicht, sie einzusetzen, aus Angst mich zu verletzen. Sie hat eben nicht dieses Gefühl, die Peitsche richtig zu führen und diese Treffsicherheit zu erlangen.
    Um zum eigentlichen Thema zu kommen. Ich weiß natürlich um wen es in diesem Artikel geht.
    Darum sag ich nur so viel:
    Irgendwann geht’s schief und der Staatsanwalt wird sich kümmern. Dann ist auch dieser Spuk vorbei.

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