Freitag, 24. August 2018

Danke für die lieben Geburtstagswünsche

Virtueller Sekt im Joyclub

Herzlichen Dank an alle, die mir zum Geburtstag gratuliert haben. Ich habe mich sehr über die lieben Glückwünsche gefreut. Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle!

Im Joyclub habe ich einige Sektgläser bekommen – zum Glück nur virtuell, sonst würde sich jetzt wohl alles drehen und ich könnte nicht mehr tippen.

Von Geschenken (auch nachträglich) bitte ich abzusehen. Ich habe doch alles ;-)
Wer mir aber unbedingt eine Freude machen möchte, spendet an das Deutsche Kinderhilfswerk. 2,7 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Das sind 2,7 Millionen zuviel.

Herzliche Grüße,
Lady Sas

PS: Noch ein schöner Grund zur Freude: Dieser Eintrag ist der Blogpost Nummer 300. Hurra! Hoffentlich folgen noch viele weitere.



Mittwoch, 22. August 2018

Princess Zuleika: Beherrscherin der Träume

Princess Zuleika
Ein Interview ist immer auch ein kleines Experiment. Schließlich weiß man im Vorfeld nie, wie wichtig der Interviewpartnerin das Ganze ist. Gute Interviews zeichnen sich meiner Meinung dadurch aus, dass man in den Antworten die Persönlichkeit der Interviewten spürt. Sind die Antworten dagegen eher uninspiriert, einsilbig und abweisend, dann ist das Interview weniger glücklich gelaufen. 

Bei Princess Zuleika ist die Persönlichkeit zum Glück überaus deutlich zu spüren. Die junge attraktive Femdom pendelt zwischen Zürich und dem Rhein-Nackargebiet und lässt sich gedanklich ungern in Schubladen einsortieren. Viel Spaß mit den Fragen und Antworten.


Lady Sas: Liebe Zuleika, wie bist Du auf den bizarren Bereich aufmerksam geworden? Wie fing das alles bei Dir an und wie ging es dann weiter?
Princess Zuleika: Begonnen habe ich zunächst als Model vor der Kamera neben meinem Studium. Nach und nach interessierte mich die Fetisch- v.a. Latexfotografie zunehmend, da Fetisch und BDSM auch zunehmend mehr Platz in meinem Privatleben einnahmen. Wie jeder andere Mensch war auch ich in der Findungsphase, testete viel aus und lernte meine Stärken und Schwächen, meine Vorlieben und Abneigungen kennen. Ich habe mich dazu entschieden, gewerblich als Fetischmodel und Bizarrlady zu agieren, da ich dadurch die Möglichkeit erhalten habe, meine persönlichen Leidenschaften noch intensiver, noch ausgefallener und noch zielgerichteter auszuleben und gleichzeitig anderen die Möglichkeit zu bieten, dies ebenfalls mit mir gemeinsam zu tun und Neues zu erleben. Es ist kein Job, sondern Selbstverwirklichung, Leidenschaft gepaart mit viel Neugierde.


Princess Zuleika im Interview


Lady Sas: Die meisten dominanten Damen lassen sich mit Herrin, Madame oder Lady ansprechen, Du bevorzugst „Princess“. Wie kommt das und wie ist Dein Selbstverständnis?
Princess Zuleika: Den Spitznamen „Prinzessin“ hat mir vor langer Zeit mal jemand verpasst. Nach und nach entwickelte sich ein running gag, den ich mir dann auch im BDSM Bereich zu Nutze machte. Frech, verspielt, manchmal launen- und divenhaft, aber immer mit einem selbstironischen Unterton. Ein Mädchen, das sich sein kleines kinky Prinzessinnenreich aufbaut. Eine Metapher, die mir damals gut gefallen hat und heute noch gefällt. Mit der Anrede „Herrin“ konnte ich noch nie viel anfangen und ich fühle mich selten wirklich ladylike. Ich bin einfach zu locker, entspannt und halte mich nicht gern an Konventionen. Es fällt mir schwer, auf die gewisse Attitude zu achten, die ich persönlich von einer klassischen Lady erwarte und an einer solchen auch schätze. Ich selbst aber sitze im Schneidersitz, tunke Kekse in den Kaffee und bestelle grundsätzlich ein Radler statt eines Aperitifs.



Princess Zuleika
Lady Sas: Was reizt Dich am bizarren Spiel?
Princess Zuleika: Ich lebe verschiedene Facetten von BDSM und Fetisch und genieße das Spiel mit den Sinneswahrnehmungen und Emotionen. Das Überwinden von Ängsten, das Abtauchen in andere Welten, das Wachsen an Aufgaben… Ich mag die Ästethik eines Körpers in glänzendem Latex oder in dekorativen Fesselungen. Ich liebe das Ausgefallene und BDSM ist für mich Kunst, Selbstverwirklichung und Ausbruch aus bekannten Mustern.



"Ich will selbstständig und frei agieren" – Princess Zuleika


Lady Sas: Du hast in verschiedenen Büros gearbeitet. Was hat Dir daran nicht gefallen und warum ist Deine jetzige Tätigkeit als kinky princess besser?
Princess Zuleika: Aus verschiedenen Gründen kann ich hier nicht auf Details meiner ehemaligen Büroerfahrungen eingehen. Fest steht für mich jedoch, dass ich nie wieder meine Zeit hinter einem Schreibtisch vergeuden möchte und mir von mir vermeintlich Übergeordneten auch nicht mehr sagen lassen will, wieviel Zeit ich mir nun für dies oder jenes nehmen darf, wie ich professionelle Distanz einzuhalten habe und was ich generell zu tun und zu lassen habe. Ich bin zu freiheitsliebend, brauche den intensiven Kontakt zu meinem Gegenüber und nicht dessen Akte und will selbstständig und frei agieren.


Lady Sas: Du pendelst regelmäßig zwischen Zürich und dem Rhein-Neckar-Gebiet. Wie kommt das?
Princess Zuleika: Mein freiheitsliebender Charakter spiegelt sich auch in meinem Privat- und Beziehungsleben wider. Ich habe mehrere Orte, an denen ich mich zuhause fühle und pendle allein daher öfter. Dazu kommt, dass das Studio in Zürich, in dem ich seit 2 Jahren agiere, mittlerweile zu meinem Stammstudio wurde und Studios, in denen ich in Deutschland bisher tätig war, aufgrund des Prostituierten(Pseudo)SchutzGesetzes teilweise massive Probleme haben und ich mich in Deutschland daher weitestgehend auf meine Stammgäste und einige wenige Locations fokussiere, in denen ich in Ruhe und vor allem sicher meiner Arbeit und Leidenschaft nachgehen kann.



Das ProtSchG bringt nur Verschlechterungen mit sich – Princess Zuleika

Princess Zuleika

Lady Sas: Was hältst Du vom neuen Prostitutionsschutzgesetz und was bedeutet das ProtSchG konkret für Dich?
Princess Zuleika: Wie bereits erwähnt, bringt dieses Gesetz für Frauen wie mich ausschließlich Verschlechterungen mit sich. Es hat mich schockiert, als ich gehört habe, dass nun sogar die eingereichte Verfassungsbeschwerde abgelehnt wurde. Es ist eine absolute Schande, mit wieviel Unwissen und eingeschränkter Sicht hier agiert wird, obwohl so viele Versuche gestartet wurden, für Aufklärung zu sorgen und einen Weg zu finden, der den Betroffenen hätte wirklich helfen können, statt sie noch mehr in die Illegalität zu drängen und ihnen unnötige Pflichten aufzubürden, statt ihre Rechte zu stärken.


Lady Sas: Was kann man tun, um die Verhältnisse zu verbessern, die sich durch das neue Prostitutionsschutzgesetz ergeben haben?
Princess Zuleika: Das Gesetz wieder abschaffen... Nein, ernsthaft. Es gehört komplett überarbeitet und die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit sind notwendig, um endlich mit vorherrschenden Klischees und dem immer noch spürbaren Stigma aufzuräumen. Sowohl meine Kolleginnen als auch die Gäste sollten sich mit dem Thema befassen und solidarisch zusammenhalten. Sexarbeit muss entkriminalisiert und enttabuisiert werden.
Die zur Verfügung stehenden Beschwerdeformulare sollten genutzt werden, um aufzuzeigen, wo Handlungsbedarf ist. Kompetente Beratungsstellen und Organisationen, an die Sexarbeitende sich wenden können, müssen gefördert und unterstützt werden, damit auf sie eingegangen und individuelle Hilfe und Unterstützung angeboten werden kann, die wirklich da ankommt, wo sie nötig ist. Der BesD (Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V.) setzt sich genau zu diesem Thema ein und freut sich über jede Unterstützung.

Princess Zuleika über den Spaß an der Keuschhaltung


Princess Zuleika
Lady Sas: Du bietest unter anderem Keuschhaltung an. Was reizt Gäste daran, sich Dir auf diese Weise auszuliefern? Und was reizt Dich daran?
Princess Zuleika: Es macht einfach Spaß, die Kontrolle über die Lust meines Gegenübers zu haben, damit zu spielen, ihn bis an den Rand des Wahnsinns zu treiben, ihn eiskalt fallen zu lassen, um direkt danach wieder von Vorn zu beginnen. Es gibt verschiedene Gründe, wieso ein Mann “keusch” gehalten werden will. Aus Gründen der Erniedrigung, um seine Rolle als Cuckold noch intensiver erleben zu können oder auch einfach, um die eigene Disziplin und Durchhaltevermögen zu stärken. Viele Gäste ertragen die Keuschhaltung auch nur mit dem Wissen, dass ich danach mit Stolz und Schadenfreude erfüllt bin. Letztendlich gilt: Hauptsache, Prinzessin hat ihren Spaß.



Lady Sas: Ist Keuschhaltung mit KG die konsequente Verlängerung von Tease & Denial?  
Princess Zuleika: Ja, das kann man so sagen. Nicht zu wissen, wann man(n) befreit und im besten Fall erlöst wird, ist doch ein netter Kick. Es bleibt spannend.



Lady Sas: Was machst Du in Deiner Freizeit?
Princess Zuleika:
Freizeit, was ist das? Haha. Als Selbstständige habe ich immer etwas zu tun. Sei es Mails checken, Website aktualisieren, Termine planen oder mein Latex polieren. Aber wenn ich dann mal wirklich Freizeit habe, verbringe ich die gern entspannt am See, vorm Fernseher (ja, ich bin manchmal ein Serienjunkie) und neuerdings im Fitnessstudio (meist mehr in der dazugehörigen Sauna statt auf der Trainingsfläche, aber man tut was man kann)


Princess Zuleika

Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Princess Zuleika:
Ich möchte die Welt jeden Tag ein bisschen mehr kinky gestalten und träume von einem Fetischschloss inmitten meines selbsterbauten Prinzessinnenreichs. Peace.



Lady Sas: Lieben Dank für diese interessanten Einblicke.







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    Dienstag, 21. August 2018

    BDSM Session Buch: 100 Deiner Sessions in einem Buch


    Irgendwann hatte ich Lust, die Erziehung meines Subs Toytoy nicht mehr planlos fortzuführen, sondern strukturiert und reflektiert. Ich begann, mir über die Ziele Gedanken zu machen, die ich Toytoy setzen wollte. Wohin soll die Reise gehen? Wie möchte ich ihn formen? Was ist mir wichtig? 

    Als mir die Ziele einigermaßen klar waren, machte ich mir zu jeder Session Notizen. Ich wollte regelmäßig reflektieren, ob wir auf dem richtigen Weg waren und ob es mit der Erziehung voranging. Doch die Zettelwirtschaft, die sich so ergab, war irgendwann nicht mehr schön. Mist! Es müsste ein Buch geben, in das der Sklave jede Session eintragen konnte. Am besten kompakt und klar auf jeweils eine Doppelseite. Dieses Buch jedoch gab es nicht. Also habe ich selbst eins erstellt. 

    Mit dem BDSM Session Buch kannst Du nun 100 Deiner Session festhalten, Ziele formulieren und ihre Einhaltung reflektieren. Außerdem kannst Du Dich so noch besser an die Erlebnisse in der Session erinnern. Ebenfalls dabei: Ein Sub-Steckbrief, eine Neigungsliste, Tabus und so weiter. 

    Das Buch gibt's in drei Varianten. Nachfolgend der Buchklappentext zu jedem Buch. Ich wünsche viel Spaß beim Spielen!

    Hier geht es zu den drei Büchern.


    Das BDSM Session Buch. Domina – Sklave.

    Sklave, 
    lege dieses Buch Deiner Domina beim Vorgespräch unaufgefordert vor. Auf diese Weise kann sie sich einen Überblick über den Stand deiner Ausbildung verschaffen. Sie erfährt alles über Deine SM-Phantasien, Wünsche, Tabus, Neigungen, Ziele und bisherigen Erfahrungen. 

    So ist Deine Herrin bestens vorbereitet auf die Session und kann noch individueller und noch gezielter auf Dich eingehen. Sie weiß nun, was Du brauchst und kann die Session zu einem einzigartigen, unvergesslichen Highlight machen. 

    Darüberhinaus ist Dein BDSM Session Buch eine wunderbare Erinnerung an schöne Momente. Also: Fülle es sorgfältig aus und bewahre es gut auf. Es ist Dein vielleicht wertvollster Besitz. 

    - Sub-Steckbrief, um dich der Herrin ausführlich und individuell vorzustellen 
    - Umfangreiche Neigungsliste zum einfachen Ankreuzen 
    - Tabus 
    - Kleidungswünsche 
    - Phantasien 
    - Verzeichnis Deiner bisherigen Dominas 
    - Liste Deiner Wunschdominas 
    - Deine langfristigen Ziele als Sub 
    - 100 individuelle Sessionberichte mit Schulnotenbewertung Deiner Leistung durch Deine Herrin und Kurzkommentar durch Deine Herrin
    Hier geht es zum Buch.
    Eine Seite des Sub-Steckbriefs


    Das BDSM Session Buch. Femdom – Malesub.

    Dieses Buch ist zum Ausfüllen. Es richtet sich an Paare in der Konstellation Femdom – Malesub und dient dazu, BDSM Session zu dokumentieren, langfristige Ziele festzulegen und zu überprüfen, ob die Erziehung des Sub wie gewünscht vorangeht. Auf diese Weise könnt Ihr Euch noch besser an Eure Sessions erinnern und immer wieder an die Erlebnisse zurückdenken. 100 SM-Sessions in einem Buch. Genießt jede einzelne davon.
    Hier geht es zum Buch.
    Jede Session wird kompakt auf einer Doppelseite dokumentiert.


    Das BDSM Session Buch. Herr – Sklavin

    Dieses Buch könnt Ihr individuell ausfüllen. Es richtet sich an Paare in der Konstellation Herr & Sklavin. Mit Hilfe des BDSM Session Buchs könnt Ihr 100 Eurer Session dokumentieren. Auf diese Weise behaltet Ihr immer im Auge, wie sich die Erziehung der Sub entwickelt. Außerdem könnt Ihr Euch so noch besser an Eure Sessions erinnern und immer wieder an die Erlebnisse zurückdenken. 100 Sessions in einem Buch. Genießt jede einzelne davon. 
    Hier geht es zum Buch. 


    Ziele der Erziehung


    Montag, 20. August 2018

    Mistress Bella Lugosi: American Beauty in Berlin (deutsch)

     Mistress Bella Lugosi by Gadi Sahar
    Mistress Bella Lugosi aus den USA lebt in Berlin und arbeitet als Domina im Studio Avalon. Im Mai 2018 lief sie auf dem German Fetish Ball über den Catwalk. Nach dem Original-Interview in Englisch hier die deutsche Übersetzung. Viel Spaß damit!



    Lady Sas: Liebe Bella, wie bist du mit BDSM in Kontakt gekommen?
    Mistress Bella Lugosi: Ich bin ziemlich spät zum BDSM gekommen. Meine Erziehung war sehr religiös und ich war ein Spätzünder. Meine erste Erfahrung mit BDSM war am College, ich kannte eine Domina in Boston, wo ich damals studierte. Eines Nachts nahm sie eine Freundin und mich mit, um das Studio zu sehen, in dem sie arbeitete, und ich werde diese Erfahrung nie vergessen. Ich bekam Gänsehaut, nur weil ich im Studio war, aber zu diesem Zeitpunkt habe ich es nicht ganz verstanden. Es dauerte noch Jahre, bis ich anfing, BDSM privat zu genießen.  Ich erinnere mich, dass ich immer bewusst Dinge genossen habe, die für normale Vanilla-Standards ein wenig besonders, zu extrem oder ungezogen waren. Aber ich wusste immer noch nicht, wie ich es nennen sollte. Mitte zwanzig erfuhr ich, dass die Dinge, die mir Spaß machten, einen Namen hatten: BDSM.

    Interview mit Herrin Bella Lugosi


    Lady Sas: Du kommst aus den USA und lebst in Berlin. Was steckt dahinter?
    Mistress Bella Lugosi: Ich kam 2008 für einen Job nach Berlin, wo ich als Plattenlabel-Assistentin und Tourmanagerin für DJ Hell arbeitete. Mein Hintergrund ist Musik, ich habe Audioproduktion und -technik studiert. Einige Zeit nach dem College habe ich angefangen, Techno zu hören. Nach einer Weile fing ich an, Künstler zu buchen und Clubnächte zu promoten und dann wechselte ich weg von der Produktion und hin zur Business-PR, Booking, Label- und Künstlermanagement. Seitdem habe ich mich von der Musik zurückgezogen, aber ich gehe immer noch gerne hin und wieder aus. Berlin hat in diesem Sinne viel zu bieten. Ich liebe diese Stadt und habe nicht die Absicht, sie bald zu verlassen.


    Lady Sas: Dein Name klingt italienisch. Zufall oder Absicht?
    Mistress Bella Lugosi: Mein Spitzname ist eine Hommage an Bela Lugosi, den ungarischen Schauspieler, der den ursprünglichen Dracula im Schwarzweißfilm von 1931 spielte. Ich stehe wirklich auf Vampire und Horrorfilme. Es ist auch eine Verbeugung vor einer meiner Lieblingsbands, dem Bauhaus, und ihrem berühmtesten Song "Bela Lugosi's Dead". (Dieses Lied wurde übrigens in einem anderen großen Vampirfilm aus den 80ern mit David Bowie -'The Hunger' - verwendet.)



    Mistress Bella Lugosi by Gadi Sahar

    Lady Sas: Was fasziniert dich an BDSM?
    Mistress Bella Lugosi: Die größte Faszination sind die Menschen, mit denen ich in Kontakt komme. Ich liebe es, wie unterschiedlich jeder ist, sie kennenzulernen, ihre Fetische mit ihnen zu entdecken. Die menschliche Vorstellungskraft wird immer das interessanteste Werkzeug im Arsenal sein. Ich bin wirklich beeindruckt von der Kreativität und der Fantasien einiger meiner Gäste. Der Kreativität beim BDSM sind keine Grenzen gesetzt. Leute, die es nicht wirklich verstehen, haben einen sehr standardisierten Blick darauf, aber es ist so viel mehr als Peitschen und Ketten. Es geht letztendlich um diese Verbindung zwischen zwei Menschen, die BDSM verbessert und vertieft. 

    Die Verschiebung der Machtdynamik


    Lady Sas: Was fühlst du, wenn du einen Strap-On verwendest?
    Mistress Bella Lugosi: Der Strap-on ist eines meiner Lieblingsspielzeuge. Für mich ist es die Verschiebung der Machtdynamik. Ich liebe es, derjenige zu sein, der den Schwanz trägt und ich glaube, dass alle Männer es verdienen, durchdrungen zu werden. Durchdrungen zu sein, der Empfänger zu sein, ist eine so starke Erfahrung für einen Mann. Ich habe viele Strap-on-Sessions gemacht, bei denen meine Gäste danach viel Nachsorge brauchten, weil sie sich dadurch verletzlich fühlten, wie sie es nicht erwartet hatten.  Sie hatten viele Fragen - Fragen, die sie nur durch einen tiefen Blick in sich selbst beantworten konnten: "Habe ich nach dem Sex genug Nachsorge für meinen Partner geleistet?", "Soll ich aufhören, meine Freundin wegen Analverkehr unter Druck zu setzen?", "Ich hatte meinen ersten Orgasmus durch Prostatamelken, was bedeutet das?" 



    Lady Sas: Ist Domina sein der beste Job der Welt für dich?
    Mistress Bella Lugosi: Ich denke, es könnte der beste Job der Welt sein. Ich finde es lustig, kathartisch, manchmal herausfordernd, kreativ, interessant und lohnend, also wenn das nicht nach dem besten Job der Welt klingt, dann weiß ich nicht, was es ist. Ich denke, die Mehrheit der Leute wünscht sich, dass sie so über ihren Job denken.


    Lady Sas: Gibt es auch Aspekte, die du am Job einer professionellen Domina nicht magst?
    Mistress Bella Lugosi: Es passiert nicht sehr oft, aber bisher waren meine einzigen schlechten Erfahrungen in den Sitzungen auf Männer zurückzuführen, die nicht wirklich unterwürfig waren und dann auftauchten und versuchten, topping from the bottom zu betreiben. Es gibt Leute, denen das Spaß macht. Ich habe kein Interesse daran, die Aufgabe zu übernehmen, jemanden zu dominieren, der nicht wirklich dominiert werden will. Die Gäste, die zu mir kommen, sollten respektvoll und bereit sein, sich zu ergeben und sich zu unterwerfen. Sie sollten die weibliche Vorherrschaft ehren. Alles andere ist Zeitverschwendung für uns beide. 



    Mistress Bella Lugosi by Gadi Sahar


    "Ich genieße es, in meinem Privatleben zu switchen" – Mistress Bella Lugosi 



    Lady Sas: Hast du schon einmal die unterwürfige Seite erlebt?
    Mistress Bella Lugosi:  Oh ja. Ich genieße es, in meinem Privatleben zu switchen oder mich einem würdigen Alpha-Typ zu unterwerfen. Aber das ist ausschließlich mein Privatleben. Als professionelle Herrin interessiere ich mich nur für Frauenherrschaft und ein CFNM-Umfeld. Ich denke, meine Erfahrung mit beiden Rollen macht mich zu einer einfühlsamen und aufgeschlossenen Domina.


    Lady Sas: Die meisten Maledoms benutzen ihre Sklavinnen für ihr sexuelles Vergnügen. Die meisten Dominas werden nicht sexuell mit ihren Sklaven. Was ist der Grund dafür?
    Mistress Bella Lugosi: Das ist eine tolle Frage, und ich habe mich das auch schon oft gefragt. Ich finde, diese Sichtweise verstärkt nur das patriarchalische Konstrukt, dass Sex etwas ist, was Frauen Männern "geben". Allerdings finde ich persönlich die erotische Dominanz sehr spannend. Ich beschäftige mich nicht mit Sexakten mit meinen Kunden, aber ich denke, es ist ein faszinierender Stil der Dominanz und ich genieße es besonders, ihn in Pornos zu sehen. Tease und Denial steht ganz oben auf meiner persönlichen Liste der Fetische. Die Idee, Männer zu benutzen hört sich in der Theorie gut an... aber die Realität unterscheidet sich immer von der Fantasie 😉



    Lady Sas: Wie würdest du die BDSM-Szene in den USA im Vergleich zu Deutschland beschreiben?
    Mistress Bella Lugosi: Das ist eine Frage, die ich nicht wirklich beantworten kann, weil ich nie in den USA als Domina gearbeitet habe, aber als Profi, der legal in Deutschland arbeitet, habe ich sehr wenige Beschwerden. Alles ist hier legal und geregelt und es gibt viel weniger Stigma um diese Arbeit hier in Deutschland. 



    Lady Sas: Habt du Hobbys? Was machst du in deiner Freizeit?
    Mistress Bella Lugosi: In meiner Freizeit sammle ich Schallplatten - hauptsächlich aus den 80ern und frühen 90ern. Ich gehe gerne einkaufen und verbringe Zeit in Cafés, Parks und Friedhöfen. Ich lese gerne und lese derzeit (noch eine weitere) Sammlung seltsamer Fiktion von Thomas Ligotti (liebe seine Arbeit!) Die visuelle und kulinarische Kunst, der Film, das Okkulte, die Musik, die Kultur und das Reisen sind alle meine Leidenschaften. 



    Lady Sas: Kannst du uns eine Empfehlung geben, was wir in Berlin tun oder erleben sollen?
    Mistress Bella Lugosi: Zuerst sollte man mich natürlich für eine Session im Studio Avalon besuchen - oder in der Avalon Residenz, wo wir Langzeit-Gefangenenspiele und Pony-Spiele machen können. Wenn du dich in Berlin auf der Suche nach Fetischkleidung befindest, empfehle ich Boutique Peter Domenie, Savage Wear Latex, Blackstyle Latex, Hautnah und Schwarzer Reiter. Meine Lieblingsgeschäfte für BDSM-Equipment sind McHurt und Mister B. Der beste Kinky Club ist Kit Kat und vor allem die queerfreundliche sexy Party "Gegen". Eine weitere tolle Party ist "Pornceptual". Im Mai findet in Berlin der German Fetish Ball statt - eine fast einwöchige Feier des Fetisch-Lifestyles.



    Mistress Bella Lugosi by Gadi Sahar


    Mistress Bella Lugosi auf Femdom-Tour in den Niederlanden


    Lady Sas: Was sind deine Pläne für die Zukunft?
    Mistress Bella Lugosi: Ich werde weiterhin Sklaven sehen und mein Handwerk im Studio Avalon verfeinern. Ich werde anfangen, meine eigenen Ideen zu erforschen, meine eigenen Inhalte zu produzieren und in naher Zukunft einen Clipstore zu eröffnen und ich habe einige wirklich coole Fotoshootings in Arbeit, auf die ich mich freue. Ich war vor kurzem auch auf meiner ersten Femdom-Tour in den Niederlanden und habe mich sehr amüsiert, und jetzt stelle ich mir zukünftige Ausflüge vor. Ich denke, London könnte mein nächstes Ziel sein.


    Lady Sas: Danke für deine Zeit und alles Gute.




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    Montag, 13. August 2018

    Mistress Bella Lugosi: American Beauty in Berlin

    Mistress Bella Lugosi by Gadi Sahar
    Mistress Bella Lugosi from the United States is living in Berlin and working as a Domintrix at Avalon Studio. In May 2018 she was walking the runway at German Fetish Ball. Let's have a look at her world.


    Lady Sas: Dear Bella, how did you come in contact with BDSM?
    Mistress Bella Lugosi: I formally got into BDSM quite late. My upbringing was very religious and I was a late bloomer. My first experience with BDSM was in college, I knew a Dominatrix back in Boston where I was studying at the time. One night she took a friend and I to see the Studio she was working at and I’ll never forget this experience. I got goosebumps just from being in the Studio, but at that point I didn’t totally get it. It still took years until I started enjoying BDSM in my private life.  I remember always consciously enjoying things that were a bit extra or extreme or naughty by normal vanilla standards. But I still didn’t really know what to call it. In my mid-twenties I learned that the things that I enjoyed had a name: BDSM

    Interview with Mistress Bella Lugosi


    Lady Sas: You are from the US and live in Berlin. What's the story behind this?
    Mistress Bella Lugosi: I came to Berlin in 2008 for a job, working as record label assistant and tour manager for DJ Hell. My background is in music - I studied Audio Production and Engineering. Some time after college I started listening to techno. After a while I started booking artists and promoting club nights and that’s when I transitioned away from production and into the business side of the industry – PR, booking, label and artist management. I’ve since retired from music but I still enjoy going out every now and then. Berlin has a lot to offer in that sense. I love this city and have no intention of leaving it any time soon.


    Lady Sas: Your name sounds Italian. Coincidence or intention?
    Mistress Bella Lugosi: My moniker is an homage to Bela Lugosi, the Hungarian actor who played the original Dracula in the 1931 black and white film. I’m really into vampires and horror films. It’s also a nod to one of my favorite bands, Bauhaus, and their most famous song “Bela Lugosi’s Dead”. (That song, by the way, was used in another great vampire film from the 80’s starring David Bowie – ‘The Hunger’.)

    Mistress Bella Lugosi by Gadi Sahar

    "There’s limitless creativity in BDSM" – Mistress Bella Lugosi


    Lady Sas: What fascinates you about BDSM? 
    Mistress Bella Lugosi: The biggest fascination are the people I come in contact with. I love how different everyone is, figuring them out, discovering their fetishes with them. The human imagination will always be the most interesting tool in the arsenal. I’m genuinely impressed with the creativity of the fantasies of some of my guests. There’s limitless creativity in BDSM. People who don’t really understand it have a very standardized view of it, but it’s so much more than whips and chains. It’s ultimately about that connection between two people, enhancing and deepening it.  


    Lady Sas: What do you feel when you use a Strap-On?
    Mistress Bella Lugosi: The strap-on is one of my favorite toys. For me it represents the shift in the power dynamic. I love being the one wearing the cock and I believe all men deserve to be penetrated. Being penetrated, being the receiver is such a powerful experience for a man. I’ve done many strap-on sessions where my guests needed a lot of aftercare afterwards because it made them feel vulnerable in ways they hadn’t anticipated.  It left them with a lot of questions - questions they could only answer by looking deep inside themselves. “Have I been providing enough aftercare for my partner after sex?” “Should I stop pressuring my girlfriend for anal?” “I had my first orgasm from prostate milking, what does this mean?”


    Lady Sas: Is being a Dominatrix the best job in the world for you?
    Mistress Bella Lugosi: I think it *could* be the best job in the world. I find being a Dominatrix fun, cathartic, sometimes challenging, creative, interesting and rewarding, so if that doesn’t sound like the best job in the world then I don’t know what is. I think the majority of people wish they felt that way about their job.


    Lady Sas: Are there also aspects you don’t like about being a professional Domina?
    Mistress Bella Lugosi: It doesn’t happen very often, but so far my only bad experiences in sessions were due to men who were not actually submissive booking appointments and then showing up and trying to top from the bottom. There are people who get a kick out of that. I have no interest in taking on the task of dominating someone who doesn’t actually want to be dominated. The guests who come to see me should be respectful and ready to surrender and submit. They should honor female supremacy. Anything else is a waste of both of our time.

    "I enjoy switching in my private life" – Mistress Bella Lugosi

    Mistress Bella Lugosi by Gadi Sahar

    Lady Sas: Did you ever experienced the submissive side?
    Mistress Bella Lugosi:  Oh yes. I enjoy switching in my private life or submitting to a worthy Alpha type (which are far and few between). But that is exclusively in my private life.  As a professional Mistress I am only interested in female domination and a CFNM environment. I do think my experience with both roles makes me an empathetic and open minded Dominatrix.


    Lady Sas: Most Maledoms use their female slaves for their sexual pleasure. Most Dominatrixes don’t engage in any sex acts. What’s the reason for this?
    Mistress Bella Lugosi: This is a great question, and something I’ve wondered about often myself. I find this viewpoint only reinforces the patriarchal construct that sex is something women “give” to men - and if that’s the case, the Dominatrix certainly shouldn’t “give” the inferior male sub that which he is undeserving of.  However, I personally find erotic domination very thrilling.  I don’t engage in sex acts with my clients but I think it’s an intriguing style of domination and I especially enjoy watching it in porn. Tease and denial is high on my personal list of fetishes. The idea of using men however I please sounds nice in theory…. but reality is always different from fantasy 😉


    Lady Sas: How would you describe the BDSM scene in the US compared to Germany?
    Mistress Bella Lugosi: It’s a question I can’t really answer because I have never worked in the US as a Dominatrix, but as a professional working legally in Germany, I have very few complaints. Everything is legal and regulated here and there is much less stigma around this work here in Germany.

    "In my spare time I collect records" – Mistress Bella Lugosi


    Lady Sas: Do you have hobbies? What do you do in your spare time?
    Mistress Bella Lugosi: In my spare time I collect records – mostly electronica from the 80s and early 90s. I love going thrift shopping and spending time in cafes, parks, graveyards. I like to read and am currently reading (yet another) collection of weird fiction by Thomas Ligotti (love his work!) The visual and culinary arts, film, the occult, music, culture and travel are all passions of mine.
    Mistress Bella Lugosi by Gadi Sahar


    Lady Sas: Can you give us a recommendation what to do or experience in Berlin?
    Mistress Bella Lugosi: First of course you should visit me at Studio Avalon for a session - or at the Avalon Residenz where we can do long term imprisonment games and pony play. If you find yourself in Berlin looking for fetish clothes I recommend Boutique Peter Domenie, Savage Wear Latex, Blackstyle Latex, Hautnah and Schwarzer Reiter. My favorite stores to buy BDSM equipment are McHurt and Mister B.  The best kinky club is Kit Kat and especially the queer friendly sexy party “Gegen”. Another great kinky party is “Pornceptual”. In May, Berlin is the home to the German Fetish Ball – nearly a week long celebration of the fetish lifestyle, making it a nice time to visit.


    Lady Sas: What are your plans for the future?
    Mistress Bella Lugosi: I will continue to see slaves and hone my craft at Studio Avalon. I will start to explore my own ideas, produce my own content and launch a Clipstore in the near future and I have some really cool photoshoots in the works that I am looking forward to. I’ve also recently been on my first Femdom tour in the Netherlands and thoroughly enjoyed myself, and now I’m setting my sights on future excursions. I think London could be my next destination.

    Lady Sas: Thank you for your time and all the best.




  • Find out more about Mistress Bella Lugosi on her Website.
  • Read more Femdom Interviews in English
  • Learn more about Lady Sas

  • Video about the Mistress by Deutschen Welle:


    Dienstag, 7. August 2018

    Lady Naomi Rouge: das dominante Model

    Lady Naomi Rouge
    Lady Naomi Rouge kam über das Modeln zum bizarren Bereich. Zum Glück für die Sklavenwelt, denn diese Lady sieht nicht nur hinreißend aus, sie hat auch als dominante Herrin viel zu bieten. Naomi Rouge ist in Leipzig zuhause, aber auch in Berlin und München anzutreffen. Im Interview verrät die charismatische Herrin mehr über sich.


    Lady Sas: Liebe Naomi, wie bist Du auf den bizarren Bereich aufmerksam geworden? Wie verlief Deine Entwicklung zur Domina?
    Lady Naomi Rouge:
    Ich arbeite seit 2005 als Model im alternativen Bereich, da war Lack und (Kunst-)Leder ganz normal. Nach einigen Jahren kam ich, durch ein Auftrag von einem Designer, zum ersten Mal in Berührung mit dem Material Latex. Es hat nicht lange gedauert und schon hatte ich die ersten Aufträge für Fetisch-Parties/ Veranstaltungen, an denen ich dann auch teilnehmen durfte. Da war es um mich geschehen. Dieses ganz spezielle Knistern in der Luft werde ich nie vergessen.
    Alles Weitere kam dann im privaten Bereich auf. Man probiert im Leben viel aus und das, was ich heute bin, ist wohl das Resultat des Ganzen. Bis Januar 2017 hatte ich alles nur privat erlebt und auch einen "normalen" Beruf gehabt. Da es mich aber so nicht mehr glücklich gemacht hatte, entschied ich mich dazu meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Siehe da, es war die beste Entscheidung die ich getroffen habe.

    Domina Lady Naomi Rouge aus Leipzig im Interview


    Lady Naomi Rouge
    Lady Sas: Du bist aus Leipzig, tourst aber auch durch verschiedene Städte wie Berlin oder München. Was ist der Reiz an so einer Tour?
    Lady Naomi Rouge:
    Ja, tatsächlich bin ich je drei Tage im Monat in Berlin und in München anzutreffen. Abwechslung ist sicher ein großes Thema, aber grundsätzlich bin ich jemand, der gerne reist. Ich habe in allen drei Städten auch Ladies kennengelernt, die ich als Freundinnen bezeichnen darf und das motiviert mich natürlich auch immer wieder zu reisen. Aber man darf natürlich die Gäste nicht vergessen, die mich so besser erreichen können. Also sind meine privaten- und geschäftlichen Interessen sehr gut gemischt, um mich jedes Mal erneut auf die Tour zu begeben. Es macht mir unheimlich Spaß und ich freue mich immer auf neue Begegnungen und Erlebnisse.


    Lady Sas: Nimmst Du regionale Unterschiede zwischen den Gästen in Leipzig, Berlin und München wahr?
    Lady Naomi Rouge:
    In Leipzig habe ich Studiobedingt viele Gummiliebhaber. In den beiden anderen Städten gehören viele Geschäftsmänner zu meinem Klientel, die zu Messen oder zu verschiedenen Veranstaltungen in der Stadt sind. Kurz gefasst: Jeder Gast ist anders und das gehört für mich zu den Dingen, die mein Beruf spannend und nie langweilig machen.


    Lady Sas: Du scheinst eine Vorliebe für Gummi und Latex zu haben. Kannst Du beschreiben, was Dich an Gummi und Latex fasziniert?
    Lady Naomi Rouge:
    Was uns Damen besonders gefällt ist natürlich, dass Latex unserer Figur schmeichelt. Wenn man erstmal richtig verpackt ist, fühlt man sich verdammt sexy und machtvoll. Dieses einmalige Tragegefühl liebt man oder hasst man. Ich gehöre zu der ersten Kathegorie.



    Was kickt Dich an BDSM?


    Lady Naomi Rouge
    Lady Sas: Was kickt Dich ganz allgemein an BDSM? 
    Lady Naomi Rouge:
    Jedes einzelne Spiel ist etwas Besonderes. Man hat dem Sklaven / Fetischisten gegenüber so viel Macht, dass man nur mit einem kleinen gehauchten Wort, einer kleinen Berührung oder mit einem einzigen Blick den Kick verpassen und sich holen kann.


    Lady Sas: Was ist wohl der häufigste Fetisch, den Deine Gäste mit Dir ausleben wollen?
    Lady Naomi Rouge:
    Auch etwas "Selbstverschuldet" habe ich viele Gummiliebhaber. Von "Schnupperkurs" bis HeavyRubber, da heißt es einfach nur noch "Gib Gummi, Naomi!" ;) Auch NS-Spiele, DirtyGames und Feminisierungen gehören zu den häufig nachgefragten Praktiken. Meine Vorliebenliste ist sehr bunt und ich freue mich natürlich auch immer, wenn Anfragen ausserhalb der "Gummiwelt" kommt.


    Lady Sas: Wie kommt es, dass Du Piercings anbietest? Machst Du das selbst? Was sind das für Piercings?
    Lady Naomi Rouge:
    Hauptsächlich sind es "Playpiercings", die man nach dem Spiel wieder entfernt. Bei Stammgästen die es verdient haben, setze ich auch mal einen kleinen Ring im Intimbereich. Ansonsten macht es mir auch Spaß mit den Objekten zu einem Piercer zu gehen und dort unter meiner Aufsicht ein Piercing stechen zu lassen.


    Lady Sas: Gibt es noch Momente, in denen Du denkst: Wow, das kannte ich noch gar nicht!
    Lady Naomi Rouge:
    Aber Hallo, die Gedankenwelt ist bunt, das merke ich immer wieder. Wenn das Kopfkino ersteinmal an ist, sind die Ideen fast unerschöpflich. Wenn man die Gedanken dann gemeinsam weiterspinnen, dann ist es immer das Größte der Gefühle.

    Was inspiriert Dich?


    Lady Naomi Rouge
    Lady Sas: Wie kommst Du auf neue Ideen für Sessions? Was inspiriert Dich?
    Lady Naomi Rouge:
    Wie eben beschrieben bringen mich auch viele Gäste auf neue Ideen. Ansonsten kann ich nur sagen: Es passiert einfach. Auch in der Session selbst entstehen Momente, die ich dafür einfach ausnutze. In meiner Anfangszeit gehörten natürlich Bücher, Filme und Kurzgeschichten im Internet dazu aber das ist schon lange her.


    Lady Sas: Wie bewertest Du das neue Prostitutionsschutzgesetz?
    Lady Naomi Rouge:
    Als absolute Schikane. Was genau schützt uns daran? Der Grundgedanke zu diesem Gesetz habe ich damals noch verstanden, jedoch ist die Umsetzung mehr als fraglich. Hauptsache alle Damen und Herren, die im erotischen Bereich arbeiten, über einem Kamm scheren, katalogisieren, speichern und für diese Frechheit darf man auch noch jährlich zahlen. In Leipzig und Berlin KANN man sich nicht einmal anmelden, obwohl es heißt, man muss sich dort anmelden, wo man hauptsächlich arbeitet. Aber um in München arbeiten zu dürfen muss man den Ausweis besitzen. Ergo meldet man sich in München an und muss die Behörden und die von der Sitte anlügen? Bravo.


    Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
    Lady Naomi Rouge:
    Stillstand kommt für mich nicht in Frage. Ich werde mich immer wieder und weiter inspirieren lassen und wachsen. Wo die Reise hinführt muss ich nicht wissen, erst die kleinen Überraschungen im Leben machen das Ganze doch erst spannend, nicht wahr?


    Lady Sas: Liebe Naomi, herzlichen Dank für Deine Zeit und die Einblicke.