Donnerstag, 14. Juni 2018

KG-Training – aber bitte richtig

Interessant: Keuschheitsschellen sind gefragt wie nie. Gut ablesen kann man das zum Beispiel am Angebot auf Amazon. Während es noch vor Jahren nur sehr wenige Keuschheitsgürtel (KGs) gab, ist heute die Auswahl erstaunlich groß und umfangreich. Immer mehr devote Männer und dominante Frauen scheinen das Spiel mit der Keuschheit für sich entdeckt zu haben. 


Das bittersüße Spiel mit der Keuschhaltung


Da aber nicht jeder Sub das Glück hat, eine Herrin zu haben, halten sich auch viele Sklaven selbst keusch. Ich weiß das aus E-Mails, die ich von Lesern meines Buchs "Keuschheitsgürtel-Training" bekomme. Da ich mir ab und zu das Vergnügen gönne, den einen oder anderen Sub bei seinem KG-Training zu begleiten, weiß ich, dass dabei noch immer typische Fehler gemacht werden und es zu Missverständnissen kommt. 

An dieser Stelle möchte ich unterstreichen, dass es keine Regeln dazu gibt, an die sich jeder zu halten hätte. Nein, natürlich kann jeder machen, was er möchte. Und auch ich möchte keine Gesetze in Stein meißeln. Trotzdem denke ich, dass ich mit einigen Hinweisen durchaus dazu betragen kann, dass das KG-Training noch mehr bittersüße Lust bereitet.


5 Tipps und Hinweise von Lady Sas 

1. Nein, mein Lieber, KG-Training soll dir nicht körperlich weh tun. Das Ganze ist eine Kopfsache. Es geht um den bittersüßen Lustschmerz im Kopf. Wenn du Schmerzen hast, dann liegt der KG wahrscheinlich zu eng an, die Ringe sind zu eng oder dergleichen. In diesem Fall solltest du schnellstmöglich für Abhilfe sorgen. Du musst damit auch nicht warten, bis deine Herrin zustimmt. Nimm den KG ab. Sofort. Solche Schmerzen wollen wir nicht. Sie können schnell dazu führen, dass sich Blasen bilden. Das ist nicht beabsichtigt und auch kein Zeichen von Stärke, wenn der Sub glaubt, das aushalten zu müssen. 

2. Ja, die meisten KGs sind nicht ausbruchsicher. Mein Sklave Toytoy zum Beispiel hat mit dem CB 6000 angefangen und hätte sich daraus mit geringem Aufwand befreien können. Es geht meiner Meinung nach nicht darum, einen ausbruchsicheren KG zu finden. Subs sind einfallsreich und finden im Zweifel immer einen Weg, sich zu befreien. Oder zumindest, sich einen Orgasmus zu verschaffen. Deshalb kommt es hier auf das Mindset an. Akzeptiere, dass dein KG nicht ausbruchsicher ist und dass es deine Herausforderung ist, trotzdem die Finger davon zu lassen.

3. An der Frage, ob dauerhafte Keuschhaltung ganz ohne Orgasmus schädlich sei oder nicht scheiden sich die Geister. Die einen meinen, es habe keine negativen Auswirkungen. Die anderen sagen, dass es im schlimmsten Fall zu Impotenz führen kann. Ich persönlich teile Letzteres und glaube, dass man den Sexualapparat regelmäßig trainieren muss. Permanente Keuschhaltung ganz ohne Orgasmus kann ich daher nicht empfehlen. 

4. Hygiene ist sehr wichtig und du solltest dich täglich so gründlich wie möglich waschen. Ohne Ausnahme, ohne Kompromisse. Ja, ich weiß, dass es lange dauert und umständlich ist. Trotzdem gibt es keine Alternative dazu. Sonst bilden sich unschöne Gerüche oder Schlimmeres. Und das wollen wir ja nicht.

5. Ja, ich finde es in Ordnung, wenn der Sub einen Notfallschlüssel bei sich haben darf. Und nein, ich finde es nicht in Ordnung, wenn der Sub den Notfall selbst weit auslegen darf. Ein Notfall ist ein Notfall und nicht ein plötzlicher Drang, dem der Sub nachgibt. Natürlich gehört ein großes Maß an Vertrauen dazu, dem Sub diesen Notfallschlüssel auszuhändigen. Ich denke mal, die meisten Subs werden den Schlüssel nutzen, um zu schummeln. Deshalb hat mein Sub Toytoy auch keinen Notfallschlüssel. Ich kenne ihn einfach zu gut... Wie gesagt: Ich finde es in Ordnung, wenn eine Herrin das Vertrauen hat. Aber es kommt eben immer auf den Einzelfall an.

So, das wollte ich gerne mal loswerden. Nun wünsche ich Dir weiterhin viel Vergnügen beim KG-Training. Mehr zum Thema findest du auch in meinem Buch "Keuschheitsgürteltraining – 7 Tage im KG mit Aufgaben von Lady Sas".

KG Training

Kommentare:

  1. Hallo lady Sas.

    Musste meinen Kommentar aufteilen, ist zu lang geworden.

    Natürlich bin ich nicht der Einzige, der seine Herrin/Partnerin erst dieses Spiel mit der Keuschhaltung nahebringen und von einer konsequenten Anwendung überzeugen musste.
    Das war ein langer und mühevoller Weg, bis ein Konsens gefunden wurde.
    Meine Herrin zeigte lange Zeit kein Interesse daran und sah darin keinen Nutzen oder besonderen Reiz. Vielleicht dachte sie auch, dass ich irgendwelche Schäden davontragen würde. Aber ich wollte es unbedingt, dass sie die völlige Kontrolle übernimmt, über meine Sexualität. Für mich sollte es auch ein Liebesbeweis sein und meiner absoluten Treue und Loyalität.
    Im ersten Schritt haben wir uns dann wenigstens geeinigt, dass ich bei jedem persönlichen Treffen, einen KG trage. An anderen Tagen trug ich ihn heimlich, denn ich wollte wissen, wie lange ich es darin aushalte, um den nächsten Schritt zu wagen.
    Mit der Zeit wurden die verschiedensten Modelle ausprobiert und am Ende blieb nur einer übrig, den ich ohne Probleme, über mehrere Tage tragen konnte.
    Dann kam endlich der Tag, wo meine Herrin die Schlüssel an sich nahm und mir eine Woche Probezeit gewährte. Wirkliches Interesse zeigte sie aber scheinbar immer noch nicht, denn es gab von ihrer Seite keine Nachfragen und auch keine Kontrolle.
    Ich überstand diese Woche im KG eigentlich problemlos. Denn ich wusste ja, aus zahlreichen Selbstversuchen, was es zu beachten gab. Dazu gehörte auch, auf das obligatorische Feierabendbier zu verzichten, damit man auch die Nächte ohne Schmerzen überstand.
    Die Hygiene wurde natürlich intensiviert und am Ende hat sich eine Munddusche bewährt, um die Zwischenräume zu säubern.
    Nach einer Woche wurde ich dann wieder vorstellig und musste mich nackt im KG vor der Herrin präsentieren. Nach ihrer Inspektion und dem Abfragen nach meinem Befinden, holte sie die Schlüssel und fasste nach dem KG. Aber dann passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe. Sie meinte nur süffisant, wenn es keine Probleme damit gibt, dann kann er ja dranbleiben.
    Ich war erschrocken und glücklich zugleich, als ich ihre Worte vernahm, denn endlich nahm sie sich der Sache an und hatte sich auch Gedanken gemacht, wie meine Keuschhaltung praktiziert werden sollte. Dass es jetzt nach ihren Regeln läuft und nicht nach dem Wunschdenken des Sklaven. Ein Schlüssel nahm sie wieder an sich, der andere wanderte in einen Schlüsselsafe mit Zahlencode, den sie mir dann übergab. Mit dem Hinweis, nur im absoluten Notfall nach dem Code zu fragen.
    An dieser Stelle noch ein Wort zur Manipulation. Natürlich würde man immer einen Weg finden, dass Schloss heimlich zu öffnen. Aber dieser Gedanke kam mir nie und ich habe es auch niemals versucht. Denn eines ist sicher, würde meine Herrin eine Manipulation entdecken, dann wäre das Spiel für immer vorbei und eine Keuschhaltung würde nie wieder zum Thema werden. Das werde ich natürlich nicht aufs Spiel setzen, denn auch das Vertrauen wäre dann für immer beschädigt.

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  2. Teil 2:

    23 Tage dauerte die erste fremdbestimmte Keuschhaltung, dann zeigte die Herrin Erbarmen und nahm mir den Käfig wieder ab. Ich musste es mir vor ihr selbst besorgen, was dann auch nur wenige Sekunden gedauert hat. Ich konnte mich dann gründlich waschen und rasieren, bevor ich den KG wieder anlegen sollte. Die Tragedauer wurde mit der Zeit stetig verlängert und irgendwann war ich bei 52 Tagen angelangt. Was mich dann aber irgendwann frustrierte, war das immer gleiche Ritual, wenn mir der KG abgenommen wurde. Ich musste es mir immer selbst besorgen. War dass die Strafe für meine Eigeninitiative, oder mein Drängen, dass die Herrin mich keusch halten soll? Ich bekam die Hände der Herrin noch zu spüren, aber den Sklavenschwanz ignorierte sie völlig. Am Ende passierte es, dass ich überhaupt keinen mehr hoch bekam, nach der Aufforderung mich selbst zu befriedigen.
    (von einer Keuschhaltung wird man nicht impotent, da müssen schon noch andere Faktoren einwirken.)
    Die Herrin war natürlich verwundert, wenn sich der Sklavenschwanz bei jeder Gelegenheit im KG versuchte aufzurichten, aber wenn er in Freiheit war, wieder in sich zusammenfiel.
    Ich versuchte ihr zu erklären, dass es mich kaum noch erregt, wenn ich weiß, dass ich es mir immer nur selbst machen muss.
    Wieder passierte das Unerwartete, denn die Herrin meinte nur, dass es mir ab sofort untersagt ist, meinen Schwanz auch nur anzufassen. Wenn ich es nicht schaffe, mich vor ihren Augen zu befriedigen, dann sollte auch damit Schluss sein. Irgendwann würde ich ganz von allein auslaufen, alles nur eine Frage der Zeit.
    Die nächste Stufe war erreicht, da wo ich eigentlich nie hinwollte, dass wurde mir jetzt aufgezwungen. Penetration in irgendeiner Form war für mich sowieso tabu, jetzt wurde mir auch die Selbstbefriedigung untersagt.
    Wieder wurde ich verschlossen und weggeschickt, dieses Mal jedoch ohne irgendeine Erleichterung. Auch bei den nächsten Audienzen, gab es keinen Aufschluss.
    Aber dann kam doch noch der Tag, wo alle meine Zweifel beseitigt wurden, für meine Herrin sexuell enthaltsam zu sein und nach ihren Regeln zu tanzen.
    Ich hatte nicht gedacht, dass ein Orgasmus im KG möglich ist, aber die Herrin belehrte mich eines besseren. Ein verbales Teasing und der Einsatz eines Vibrators an den richtigen Stellen, das brachte den Sklavenschwanz im KG zum Abspritzen.
    Es war kein richtiger Orgasmus, eher ein ruinierter, aber ein unfassbar schönes Erlebnis.
    Ich bin meiner Herrin so dankbar, dass sie mich dort hingebracht hat und meine Keuschhaltung zum festen Bestandteil unserer DS-Beziehung geworden ist.


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  3. Wieder sehr interessant. Das "Selber Keuschhalten" funktioniert bei mir allerdings nicht. Das ist bei mir ähnlich wie beim Masochismus. Das tut mir dann nur weh ohne irgendetwas anderes. Ich "lebe" beim SM stark von der Interaktion mit der Domme. Es ist der Blick, den sie mir zuwirft, wenn sie das Schloss einrasten lässt oder mir weh tut, der mein Herz aufgeregt rumhüpfen lässt.

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  4. @Tom: Ja, ich verstehe, was Du meinst ;-)

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  5. @Leif: Danke für diesen Einblick. Sehr extrem und außergewöhnlich, aber jeder soll so glücklich werden, wie er es gerne möchte.

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