Samstag, 22. September 2018

Die private Femdom und Bloggerin Lady Rose im Interview

Lady Rose
Lady Rose ist eine private Femdom aus der Schweiz, die mit ihrem Mann einen Femdom-Stammtisch führt. Sie bloggt auch über das Thema und möchte mit ihrem Blog Orientierung und Tipps geben. Einen Einblick in ihr Engagement bekommst Du in diesem Interview.


Lady Sas: Liebe Lady Rose, wie bist Du auf den bizarren Bereich aufmerksam geworden? Wie verlief Deine Entwicklung zur Femdom?
Lady Rose: 
Wie ein Blitz aus heiterem Himmel! Ich war schon immer tonangebend und im Sexuellen die Aktive von uns beiden, ohne mir dabei bewusst zu sein, was dies eigentlich bedeutet. Beim Besuch eines Erotikgeschäftes mit meinem Mann passierte dann das Entscheidende: Mein Mann schaute sich einen Strapon an, berührte diesen zaghaft und ich bemerkte zufällig seinen sehnsüchtigen Blick. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen und in diesem kurzen Augenblick erfasste ich die Konsistenz unserer Beziehung, er devot und ich dominant. Dass in unserem Fall dazu auch Peitschen, Rohrstock und Co gehören, war mir ebenfalls sofort klar. 

Die private Femdom und Bloggerin Lady Rose im Interview


Ich behielt die Erkenntnis erst einmal für mich und machte mich schlau. Ich inszenierte unser Femdom-Leben mit einem Ritual, mit vielen symbolischen und mythologischen Elementen. Das erste Gebot war von Anfang an EPE, also Erotic Power Exchange.  Sein erster Akt war, dass er mir seine Sexualität gänzlich abgeben musste. Mein Sub Adam hat dreimal im Vorfeld die Gelegenheit erhalten dies abzulehnen, aber er tat es nicht. Und dabei ist es geblieben.  

Unser Femdom entwickelte sich so, wie bei vielen Paaren. Am Anfang war es ein permanentes Hochgefühl durch die Vielzahl neuer Empfindungen und Gefühle. Es folgte ein langes Ausprobieren verschiedener Spielvarianten. Zudem öffneten wir uns mehr gegen Aussen und fanden Kontakt zu anderen Femdompaaren. Femdom wurde mehr und mehr zu unserem Lebensstil, welchen wir 24/7 leben. Jedoch bedeutet dies nicht, dass er mein Sklave ist. Er ist in erster Linie mein geliebter Ehemann und in zweiter Linie mein Sub. Das Begrüssungsritual, wenn er nach Hause kommt, folgt diesem Ansatz: Zuerst küsst er mich als seine Frau, danach fällt er auf die Knie und küsst zur Begrüssung seiner Herrin meine Füsse.  Ich habe jedoch auch insgesamt den Lead in unserer Beziehung, bin also eine Femdom in einer FLR. Mein Stil ist bestimmend und klar, trotzdem fürsorglich und warmherzig. 


Lady Sas: Du schreibst wie ich einen Blog rund um das Thema Femdom. Was war der Auslöser dafür und welche Motivation steckt dahinter?
Lady Rose: Femdom zu sein hat mein bereits glückliches Leben noch glücklicher und auch spannend und erfüllend gemacht. Ich bin als erfahrene und reife Frau in Femdom eingestiegen und habe dadurch meine Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich vervielfacht. Ich bin einigen Paaren im BDSM Kontext begegnet und habe sehr viele Femdompaare kennengelernt und mich mit vielen FemDoms ausgetauscht. Der Blog ist ein Herzensprojekt mit dem Wunsch, private FemDoms, Malesubs und Femdompaare auf ihren Weg zu unterstützen, ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Es sollen Informationen sein, die eine frischgebackene FemDom weiterbringen, einen unsicheren Sub sicherer machen und Femdompaare in ihrem Lebensstil stärken und von vielen Klischees befreien sollen. Jede FemDom tickt anders und jedes Femdompaar ist einzigartig.


Die private Femdom Lady Rose

Lady Rose über Hindernisse auf dem Weg zur Femdom


Lady Sas: Was waren zentrale Hindernisse auf Deinem Weg, eine Femdom zu werden?
Lady Rose: Fehlende Informationen! Wirklich. Am Anfang hatte ich einen Kopf voller Fragen, ich wusste nichts wirklich über BDSM, höchstens was ich in dem einen oder anderen Krimi gesehen hatte. Das Internet, welches ich als erstes konsultierte, bot mir seitenweise Dominastudios und einschlägige Filme, die mich schlichtweg überforderten. Mein zweiter Schritt war der Gang in den Erotikladen meines Vertrauens, und ich kam mit zwei drei Bücher nach Hause. Die Lektüre war zwar wohl anregend, jedoch fand ich nicht wirklich viel brauchbares, was mich bei meinem Start unterstützen hätte können. 

Mein nächster Schritt war eine Anmeldung auf einer Erotikplattform als einzelne Frau, die dann sofort von unzähligen Anschreiben sehnsüchtiger Männer überrumpelt wurde.  Zudem konnte man in diesem Forum zwar Fragen stellen, konkrete Antworten schien es aber nie zu geben. Eine typische Anfängerfrage wie: „wie gestalte ich meine erste Session?“ wurde mit Schweigen oder Banalitäten quittiert. 

Ein weiteres Hindernis war es, nicht wirklich zu wissen, ob ich auf dem richtigen Weg bin, und ob das was ich tue, besonders im sadistischen Bereich, richtig ist. Natürlich ist es einfach zu sagen, wenn es sich gut anfühlt ist es richtig, aber hilfreich ist es nicht immer. An einer ersten BDSM Party, bei welcher die Konstellation der Gäste hauptsächlich klassisch war (er Dom, sie Sub), konnte ich das erste Male live sehen, was abgehen kann. Erstaunt stellte ich fest, dass es ganz ähnlich war, wie das, was ich selbst mit meinem Sub machte. Damals empfand ich das als Erleichterung und Bestätigung meines Tuns.

Lady Rose über ihren Femdom-Stammtisch


Lady Sas: Zusammen mit Deinem Mann leitest Du einen Femdom-Stammtisch in der Schweiz, der sich einmal im Monat trifft. Wie muss man sich so ein Treffen vorstellen? 
Lady Rose:
Gerne berichte ich über unsere Art, wie wir einen Femdom-Stammtisch gestalten. Als erstes haben wir einen eigenen Raum im Dachstock ausgebaut, welcher sich perfekt für einen Stammtisch eignet, bei dem anschliessend auch gespielt werden kann. Unser Stammtisch nennt sich deshalb auch „talk and play“. Es dürfen nur FemDoms alleine oder mit ihren Subs teilnehmen, keine Solomänner. Es ist keine Party und der Platz ist begrenzt.
Eine Woche vor dem Stammtisch wird ein Thema und verschiedene passende Fragen dazu von uns Veranstalter vorgegeben, zum Beispiel am 21.9.2018 ist das Thema „Disziplinierung“.

Im ersten Teil des Abends tauschen sich die FemDoms und die Subs in zwei Gruppen getrennt voneinander zum Thema aus. Es wird rege diskutiert und am Ende treffen beide Gruppen zusammen. Entweder haben die Damen noch einige Fragen an die Subs, oder aus dem Gespräch ergibt sich eine Möglichkeit, die Essenz in einem kurzen gemeinsamen Spiel einen Ausdruck finden zu lassen. Manchmal wird der Stammi auch für eine Inszenierung genutzt, zum Beispiel hatten wir schon eine Namensgebung, eine spezielle Danksagung oder eine Vorführung im Sinne eines Public Disgrace. 

Interessant ist besonders dabei, dass nicht nur die FemDoms, sondern auch die Subs diesen Austausch sehr schätzen. Männer haben überhaupt weniger Möglichkeiten sich über ihr Leben als Sub auszutauschen und geniessen diese Gruppengespräche unter sich sehr. Wir FemDoms greifen ausserhalb des Stammtisches auch einmal zum Telefon oder Treffen uns mit anderen FemDoms, gerade wenn wir etwas auf dem Herzen haben. Frauen sind es eher gewohnt Freundinnen zu haben, denen sie sich anvertrauen können, bei Männern ist das einfach ein bisschen anders. Die Atmosphäre beim Stammi ist sehr familiär und neue Teilnehmer werden herzlich willkommen geheissen und in die bestehende Gruppe eingeführt. 

Es ist für FemDoms oder auch Malesubs immer möglich, ein Thema für den Stammtisch anzumelden. Passt das gewählte Thema anfänglich nicht zu jedem Femdompaar, am Ende eines Stammtisches nehmen immer alle neue Impulse und Anregungen für ihre eigene Femdom-Situation mit nach Hause. Die Kommentare im Anschluss an die Stammtische, sind stets sehr positiv und dadurch auch motivierend.
Hier findet der Femdom-Stammtisch statt.


Lady Sas: Du hast Tests auf Deinem Blog. Einer von ihnen stellt die Frage „Kann ich eine Femdom werden?“ Meinst du, eine Frau, die diesen Wunsch in sich trägt, könnte dabei auch scheitern? 
Lady Rose: Wenn eine Frau diesen Wunsch in sich trägt, sind die Chancen ausgesprochen hoch, dass sie damit Erfolg haben wird. Der Test richtet sich an alle Frauen, welche sich für das Thema aus welchen Gründen auch immer interessieren. Ich kann nach den ersten Auswertungen jedoch bestätigen, dass die meisten Frauen, welche den Test machen, es aus einem vom Partner gegebenen Impuls tun. Diese Frauen sind dabei, etwas für sich zu klären. Da kann es durchaus vorkommen, dass eine Frau darunter ist, welche deutlich devote Züge aufweist, und es daher schwerer haben könnte, eine FemDom zu werden. Die Testresultate können richtungsweisend sein, jedoch sind sie nicht die Antwort auf alle Fragen. In den Detailresultaten gebe ich daher bei allen drei möglichen Ergebnissen konkrete Tipps und einige Vorschläge, wie es weiter gehen könnte. Die Tests basieren auf Erfahrung und sind nicht wissenschaftlich belegt. Sie sollen selbstverständlich auch Spass machen und anregend sein.

Tipps für mehr Femdom-Lust im Alltag


Lady Sas: Manchmal lässt der stressige Alltag keinen Platz mehr für das SM-Spiel. Welche Tipps hast Du an Femdom-Malesub-Paare wieder mit neuer Lust einzusteigen? 
Lady Rose: Wichtig ist es, einfach mal zu wissen, warum gerade Flaute herrscht. Ist es persönlicher Stress, ist es eine Beziehungskrise, sind es Schicksalsschläge? Bei einer Beziehungskrise ist BDSM wohl kaum das richtige Rezept, denn da gilt es, zuerst eine Standortbestimmung zu machen, und die Beziehungsprobleme ganz generell heraus zu kristallisieren. In jedem Fall ist miteinander reden die erste Massnahme. Liegt es am Stress und am Alltag und an der Gewohnheit, ist ein sich Besinnen auf das, was man mit Femdom eigentlich wollte und immer noch möchte, überaus sinnvoll.

Welches Verhalten möchte die FemDom von ihrem Sub? Aus diesen Anforderungen an ihn  würde ich empfehlen, neue Regeln zu erstellen (oder alte wieder zu aktivieren). Auf gar keinen Fall zu viele Regeln, denn zu viele Regeln wirken sich lähmend aus und kosten viel wertvolle Energie. Drei bis vier Regeln reichen vollkommen für die erste Zeit der Neuorientierung, diese sollten aber konsequent eingefordert und bei Nichtbeachtung bestraft werden. Ein Neustart mit einem Ritual zu initialisieren wäre eine gute Möglichkeit, die Verhältnisse nochmals zu verdeutlichen. Um sich selbst zu motivieren ist es sehr hilfreich, FemDom Geschichten zu lesen, sich in Foren zu Bewegen und sich in Blogs über Femdom zu vertiefen. Es weckt die Lust und bringt neue Ideen. 

Es scheint mir enorm wichtig, dass man sich jedoch ab diesem Zeitpunkt regelmässige Zeitfenster für Femdom reserviert, um weitere Flauten zu vermeiden. Das mag zwar nicht spontan sein, jedoch schafft es Vertrauen auf beiden Seiten, da es zu neuen Aktivitäten kommen wird, und das stärkt die Femdombeziehung ungemein.

Noch mehr Platz für den Femdom-Stammtisch



Lady Sas: Hast Du zwei, drei besonders wertvolle Tipps für Frauen, die sich gerade erst in ihre Femdom-Rolle hineintasten und noch unsicher sind?
Lady Rose: Die Anfängerin soll unbedingt auf ihre Gefühle und auf ihren Bauch achten. Sie soll nichts tun, worüber sie sich nicht gut fühlt, bloss weil etwas von ihr erwartet wird. Nichts muss sofort und dringend passieren. Eine Anfängerin darf sich Zeit lassen und muss wissen, es ist noch nie eine Meisterin vom Himmel gefallen, auch keine FemDom. Ich empfehle ihr, sich ein Ritual zu überlegen, womit sie anfänglich in die Session steigt und am Ende wieder aussteigen kann. Zudem rate ich ihr unbedingt zu einer Augenbinde, die sie Sub jederzeit umbinden kann, wenn sie sich gerade unsicher fühlt und eine kurze Pause braucht. Das schafft innerhalb von Sessions etwas Distanz und Luft, während er kniet oder in der Ecke steht, kann sie sich einen Moment unbeobachtet setzen und überlegen, wie es weiter gehen soll, was ihr gerade als nächstes Freude machen könnte. 

Weiter empfehle ich ihr ein bisschen zu üben, gewisse Worte und Befehle für sich laut auszusprechen, denn am Anfang kann das ein ganz schöner Stolperstein sein, zum  Beispiel zu sagen „knie dich hin, Sub – geht das nicht ein bisschen schneller, hopp hopp!“  Ganz wichtig scheint mir auch, dass sie weiss, dass keine Femdom ist wie die andere, und dass sie keine Klischees erfüllen muss, sondern ihren ganz eigenen persönlichen Femdomstil entdecken und gestalten darf.

Tipps für Anfänger-Femdoms


Lady Sas: Was sagst Du angehenden Femdoms, die befürchten, sie würden aus ihrer dominanten Rolle fallen, wenn sie sich vom Sub sexuell verwöhnen lassen?
Lady Rose:
Spannend, dies war ganz zu Anfang nach der Veröffentlichung meines Blogs eine Frage einer FemDom, die gerade vor ihrem ersten Date stand. Sich sexuell verwöhnen zu lassen ist das Privileg einer FemDom! Sie kann bestimmen und ihren Sub dirigieren, das zu tun, was ihr gut tut und ihr Lust bereitet. Sie soll sich in einem solchen Moment wie eine Kaiserin fühlen, welche Befehle erteilt, die ihrem Wohlbefinden dienen. Das ist Teil der weiblichen Dominanz und stärkt sie in ihrer Rolle! Nur zu, sage ich da, keine Scheu, das ist genau das, was eine FemDom macht!

Lady Rose

Lady Sas: Was kannst Du uns über BDSM in der Schweiz sagen? Gibt es eine Szene? Wie geht die Gesellschaft mit BDSM um?
Lady Rose: Die Femdomszene ist überschaubar. Es gibt nur wenige dominante Damen, die Partys Veranstalten, dazu gehört beispielsweise Kati. Diese Partys sind jedoch sehr beliebt und werden rege besucht. Die BDSM Szene ganz allgemein ist auch eher bescheiden. Es gibt kleinere Clubs  und einige haben in der letzten Zeit ganz neu ihre Tore geöffnet, jedoch kenne ich sie persönlich noch nicht. BDSM Stammtische gibt es unter anderem in Bern, Biel, Basel, Illnau und unser Femdom-Stammtisch findet etwa 25 Km von Zürich weg statt. In Zürich findet monatlich eine grosse Party vom Veranstalter Erotopia statt, welche jedoch sehr stark auf Fetisch ausgerichtet ist. 

Ich bin überhaupt nicht politisch engagiert, und wüsste jetzt nichts Allgemeines darüber zu berichten, wie die Gesellschaft in der Schweiz mit BDSM umgeht. Wir hängen unsere Art zu leben weder an die grosse Glocke, noch verbergen wir mit Gewalt sichtbare Spuren unserer Lebensart. Wir sind einfach wie wir sind, und das wird gar nicht hinterfragt. Vielleicht spricht man darüber, dass ich wohl die Hosen anhabe zu Hause, direkt hat mir das noch niemand gesagt. Wir gehen auch nett miteinander um, Dominanz ist nicht laut und herrisch, sondern kann ausgesprochen nett und freundlich, aber eben bestimmt und nachdrücklich sein. Er weiss ja jederzeit Bescheid, und das ist das Entscheidende.
Hingegen kann ich sagen, dass wir regen Kontakt mit einigen Paaren, FemDoms und BDSM zugeneigten Menschen in ganz Deutschland pflegen. Die BDSM Welt ist klein – aber fein!

Pläne für die Zukunft


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Lady Rose:
Meine Webseite https://femdom-leben.net/ steht erst am Anfang. Ich werde weitere Informationen für FemDoms und Malesubs bereit stellen, Anfragen beantworten, Tipps geben und die verschiedenen Tests für Malesubs und FemDoms pflegen.
Mein Herzblut gehört den FemDoms, Malesubs und Femdom-Paaren, welche Unterstützung brauchen oder ein Coaching benötigen. Meine Erfahrung in diesem Bereich kann ich auf verschiedene Art und Weise weitergeben.  Beim Coaching, welches ich auch anbiete, ist der Vorteil, dass keine Erklärung notwendig ist, was BDSM ist und was eine Femdombeziehung ausmacht. So kann wertvolle Zeit gespart werden, und das Augenmerk liegt von Anfang an auf dem Problem, welches es zu lösen gilt.

Weiter möchte ich über Produkte, welche mein Sub und ich ausprobiert und evaluiert haben berichten und hoffentlich dazu beitragen, dass weniger Fehlkäufe getätigt werden. 
Zu guter Letzt habe ich noch weitere Ideen, wie ich gerade Anfängerinnen unterstützen und virtuell begleiten könnte, aber die Ideen müssen noch reifen. Es gibt noch viel zu tun, und ich packe es mit grosser Freude und Spass an. 

Ich lebe Femdom jeden Tag, und ich bin dadurch eine sehr glückliche Frau mit einem ebenso glücklichen Sub. Daran möchte ich andere teilhaben lassen, und wenn ich FemDoms und Malesubs mit meiner Webseite helfen kann, freut es mich besonders.

Lady Sas: Danke für das Interview.


  • Mehr über Lady Rose erfährst du auf ihrem Blog.
  • Weitere Femdom und Domina Interviews auf deutsch
  • Erfahre mehr über Lady Sas


  • Domina Blog Interview, Femdom Blog, BDSM Blog

    Freitag, 14. September 2018

    Tabubruch oder Erziehungsmaßnahme?


    Ich finde es gut, wenn Leserinnen und Leser auf mich zukommen und mich um Unterstützung bei gewissen Fragen bitten. Ich habe selbst immer wieder Fragen, bei denen mich interessiert, wie andere darüber denken. Auf Twitter gibt es einen einfache Abstimmungsmöglichkeit, die ich gerne nutze. Bei interessanten Fragen bin ich gerne bereit, diese stellvertretend an meine Twitter-Follower zu stellen. So zum Beispiel vor Kurzem in diesem Fall:

    Ein Leser wollte Folgendes wissen: Wenn der Sub vor Unbeteiligten von seiner Herrin geohrfeigt wird (obwohl er das nicht will), dann ist das: Tabubruch oder legitime Erziehungsmaßnahme. (Siehe das Bild oben.)

    Ergebnis der 24-Stunden-Umfrage:
    47% sagen: Tabubruch
    53% sagen: legitim

    Ich selbst habe übrigens für Tabubruch gestimmt. 
    106 Personen haben insgesamt abgestimmt.
    Das Tolle war auch, dass sich 27 Meinungsbeiträge unter dem Tweet gesammelt haben. Hier kannst Du sie nachlesen.

    Danke für die rege Beteiligung. Fand ich super und sehr interessant.

    Mittwoch, 12. September 2018

    Lady Xenia: Domina mit Leib und Seele

    Lady Xenia aus Wien
    Lady Xenia aus Wien geht voll in ihrem Beruf auf. Sie kann sich vorstellen, auch in 30 Jahren noch die Peitsche zu schwingen. "Für mich gibt es eigentlich keine Schattenseiten", sagt sie, wenn man sie auf negative Dinge im Berufsbild der Domina anspricht. Also alles Friede, Freude, Eierkuchen? Nein, denn Lady Xenia verrät uns, dass es in Österreich noch schwieriger für Profi-Herrinnen ist als in Deutschland, wo ja neuerdings das Prostitutionsschutzgesetzes gilt. Kein Wunder also, dass Lady Xenia auch oft in München anzutreffen ist. Viel Spaß mit ihrem Interview. Und beim Betrachten ihrer tollen Fotos natürlich auch.


    Lady Sas: Liebe Xeniawie bist Du auf den bizarren Bereich aufmerksam geworden? Wie hast Du Dich zur Domina entwickelt?
    Lady Xenia:
    Schon in meiner Jugend haben mich Handschellen und Seile fasziniert. Ich konnte damit jedoch noch nichts anfangen. Ich habe früher regelmäßig als Tänzerin auf Großveranstaltungen getanzt, wobei ich jedoch immer Kleidung anhatte. Auf solchen Veranstaltungen lernst du immer wieder viele Menschen kennen. An einem Abend lernte ich einen Bordell Besitzer kennen, der auch ein Dominastudio besaß. Er fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte als Domina zu arbeiten. Er lud mich in sein Studio ein, und ich war sofort Feuer und Flamme. Jedes einzelne Instrument faszinierte mich. Ab diesem Augenblick hieß es ..... Learning by doing..... 

    Nach 13 Jahren in der Medizinbranche war es Zeit für Veränderungen. Anfangs jobbte ich neben meiner normalen Arbeiten als Domina, und danach hat mein neuer Lebensabschnitt begonnen. Wobei ich auch sagen muss, dass ich mich immer selbstständig weiterentwickelt habe. Übungsobjekte wurden mir zur Verfügung gestellt. 
    Lady Xenia

    Domina Lady Xenia im Interview


    Lady SasDu bezeichnest Dich als „bizarre Lady der neueArt“. Was genau macht diese neue Art aus und wie unterscheidet sie sich von der alten?
    Lady Xenia: 
    Lachen Lachen Lachen..... Das verstehe ich unter der "neuen Art". Eine Session läuft bei mir nicht stillschweigend oder todernst ab. Es ist ganz selten, dass ich in Sessions herumbrülle. Sanfte Töne sind meiner Meinung nach viel beängstigender und auch teilweise erotischer. Manche Damen erfüllen dem Gast Vorlieben, die sie eigentlich nicht ansprechend finden oder mit denen sie sich nicht identifizieren können. Ich mache nur das, was mir Spaß macht. Geld ist nicht alles... Es muss mir Spaß machen. Es bringt mir nichts, wenn ich Vorlieben erfülle, die mir keinen Spaß machen. Viele meiner Gäste sagen, dass sie es merken, wenn es dem Gegenüber keinen Spaß macht. 


    Lady Sas: Was gefällt Dir besonders gut an Deiner Tätigkeit und welche Schattenseiten nerven Dich eher?
    Lady Xenia: 
    Ich kann mir meine Zeit selber einteilen. Ich bin durch meine Tätigkeit als Domina ein eigenständiger Mensch. Mmmmh Schattenseite... Für mich gibt es eigentlich keine Schattenseiten. Ich kann mir die Zeit selber einteilen, und kann meiner Fantasie in den Session freien Lauf lassen. Es gibt jedoch immer wieder Gäste die mich anrufen und mich fragen, ob ich einen privaten Putzsklaven für meine Wohnung benötige. Jedes mal ist es die gleiche Antwort. NEIN. Ich lasse doch niemanden in meinen privaten Bereich eindringen. Oder irgendwelche 24/7 Gäste die glauben sie könnten mir 24 Stunden am Tag dienen. Ich laufe nicht den ganzen Tag in High Heels und Fetisch Kleidung herum. Privat und beruflich sind zwei verschiedene paar Schuhe. 


    Lady SasDu bist in Wien und München anzutreffen. Wie kommt das? 
    Lady Xenia:
    Ich wollte mich etwas beruflich verändern. Ich bin im Lady Angelinas Dominastudio tätig, denn in diesem Studio habe ich mehr Möglichkeiten als in Wien. Und noch dazu habe ich in München ein paar Kolleginnen, die ich als Freundinnen bezeichnen darf. Es herrscht in München eine lockere Stimmung, und das Zusammenarbeiten ist einfach nur entspannt und immer wieder lustig. 

    Lady Xenia

    Lady SasBeobachtest Du Unterschiede zwischen den Münchner und den Wiener Gästen?
    Lady Xenia:
    Definitiv. Viele Wiener Gäste haben Schamgefühle, wenn sie ein Studio betreten. Von aussen ist in Wien ein Dominastudio meistens nicht zu erkennen. Trotzdem genieren sich viele. Und es gibt viel weniger "extremere" Gäste. Die Wiener sind meistens schüchtern und können sich nur schwer öffnen. Es gibt jedoch immer Ausnahmen. 

    In München sind viele Studios mit Leuchtschriften versehen, und hier sind die Gäste völlig entspannt, wenn sie vorm Studio auf die Herrin warten, bis diese die Türe öffnet. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich muss natürlich auch dazu sagen, dass die deutschen Studios besser ausgestattet sind. Die Wiener Studios sind nicht so pompös ausgestattet. In Deutschland ist die Konkurrenz zu groß und die Studio-Besitzer müssen immer etwas Neues bieten, sonsten gehen sie unter. Ich muss jedoch auch dazu sagen, dass Utensilien und die luxuriösesten Möbel dir auch nicht helfen, wenn du keine Fantasie hast. 

    Selbst die besten Utensilien und die luxuriösesten Möbel helfen dir nicht, wenn du keine Fantasie hast.

    Lady Xenia

    Lady Sas: In Deutschland gibt es ja das neue Prostitutionsschutzgesetz. Gibt es in Österreich etwas Vergleichbares? Wie ist das in Österreich geregelt?
    Lady Xenia:
    In Österreich ist es noch schwieriger und mühsamer. Absolut keine Vergleich mit Deutschland. In Österreich wird kein Unterschied zwischen Dominas und Prostituierte gemacht. Jede Dame, die als Prostituierte, Domina, Sklavin usw. arbeiten möchte, braucht die sogenannte "Deckel". Bevor du beschließt in dieser Branche zu arbeiten, musst du einen Gesundheitscheck ( Blut-Abnahme, Vaginalabstrich, Lungenröntgen) machen und zu einer Beraterin gehen. Danach musst du dich bei der Polizei melden und die nehmen deine Daten auf. Nach ca. einer Woche, nachdem du die Ergebnisse der Untersuchung in Ordnung sind, darfst du in einem genehmigten Studio, Bordell, usw. arbeiten. 

    Du musst jedoch alle 6 Wochen zum Magistrat gehen, und einen Abstrich machen lassen, und alle 12 Wochen eine Blutabnahme machen lassen. Wenn du diese Intervalle nicht einhältst, und du z.B. eine Woche mit der Untersuchung überfällig bist, darfst du nicht arbeiten. Wenn du erwischt wirst, kannst man sich auf hohe Strafe einstellen. 

    In Österreich brauchst du auch eine sogenannte Registrierkasse. Dies ist ein gesichertes Programm, wo du alle Geldeinnahmen sofort eintragen musst. Sollte eine unerwartete Kontrolle sein (was jederzeit möglich sein kann), muss ich sowohl den "Deckel" als auch die Registrierkasse vorzeigen. Wenn ich ehrlich bin hatte ich noch nie eine Kontrolle. Wenn du alle Intervalle einhältst und anständig deine Steuern und Abgaben bezahlst, bist du keinem einen Dorn im Auge. Ehrlichkeit währt am Längsten!!!! 

    "Ich bin privat und beruflich zwei verschiedene Personen." – Lady Xenia 

    Lady Xenia

    Lady SasDu zeigst ganz offen Dein Gesicht und stehst dazu, als Domina zu arbeiten. Wie hat Dein persönliches Umfeld darauf reagiert?
    Lady Xenia:
    Am Anfang sind natürlich einige geschockt, aber mit der Zeit haben sich alle damit abgefunden. Ich bin privat und beruflich zwei verschiedene Personen. Betrete ich ein Studio, legt es bei mir einen "Schalter" um und ich bin Lady Xenia. Wenn ich aus dem Studio gehe, legt es den Schalter wieder um und ich bin die privat Person. 

    Wenn ich neue Leute kennenlerne, muss ich es ihnen natürlich nicht gleich auf die Nase binden, was ich arbeite, aber wenn sie nach meinem Beruf fragen, gehe ich ganz offen damit um. Anfangs lachen Menschen darüber, aber wenn ich ihnen eine Visitenkarte von mir zeige, lachen sie nicht mehr :-)
    In der heutigen Zeit gehen Gott sei dank viele Menschen locker damit um. 

      
    Lady SasAuf der Seite des Wiener Studios „1001 Macht“ habe ich gesehen, dass Du eine ganze Reihe von Rollenspielen anbietest. Was macht für Dich den Reiz daran aus?
    Lady Xenia:
    Kein Rollenspiel gleicht dem anderen. Ich liebe es in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Obwohl ich auch sagen muss, dass ich einige Rollenspiele ablehne. Es gibt Gäste die mir ein Skript auf den Tisch legen, in denen mein Text und meine Rolle genau vorgegeben sind. Diese Rollenspiele lehne ich ab. Ich zwänge mich nicht gerne in etwas hinein, mit dem ich mich nicht zu 100 Prozent identifizieren kann.

    Lady Xenia als Lustobjekt-Trainerin


    Lady SasWas verbirgt sich hinter dem Rollenspiel „Lustobjekt Trainerin“? Wenn ich es richtig verstanden habe, stehst Du nicht für Intimitäten zur Verfügung, richtig?
    Lady Xenia:
    Lustobjekt ist immer der Gast. Er ist dazu da, um meine Lust zu befriedigen.
    Es gibt einige Gäste, die sich wünschen, dass ich sie einfach nur benutze. Ohne Vorlage von Vorlieben und Tabus. Bei solchen Gästen tobe ich mich nach meinen Wünschen aus. Diese Art von Gast ist dazu da, meine Lust zu befriedigen.
    Intimitäten sind ein Tabu von mir. Wenn ich jedoch zum Beispiel komplett in Latex gekleidet bin, ist es natürlich nach Absprache erlaubt, dass mich der Gast berühren darf. 


    Lady Sas: Gab es schon Gäste, die Du ablehnen musstest? Und wenn ja – aus welchen Gründen?
    Lady Xenia:
    Es gibt einige Gäste, die ich ablehne. Wie schon vorher erwähnt, hasse ich es, wenn ich Texte oder ein Drehbuch vorgegeben bekomme, was ich genau zu tun oder zu sagen habe. 

    Es ist zwar bis jetzt nur zweimal vorgekommen, dass Gäste etwas angetrunken das Studio betreten, aber diese Gäste fliegen bei mir hochgradig aus dem Studio. Jeder sollte Herr seiner Sinne sein. Drogen sind bei mir ein absolutes Tabu. Und alle Praktiken mit Tieren sind ein absolutes No go. 


    Lady SasWärst Du auch für Outdoor-Erziehung zu haben? Etwa in einem abgelegenen Waldstück?
    Lady Xenia: 
    Ja, natürlich. Es ist spannend mit Gästen Outdoor etwas zu machen. Brennnessel, Bäume,  Spanking mit Ästen, usw. Es ist immer wieder ein Erlebnis. 

    Es ist spannend mit Gästen Outdoor etwas zu machen. – Lady Xenia

    Lady Xenia

    Lady SasGewähre uns einen Einblick in Dein Privatleben. Was machst Du in Deiner Freizeit?
    Lady Xenia:
    Freizeit ist sehr wichtig. Du musst vom Domina-Dasein abschalten. Wenn ich nicht gerade dabei bin, mir Utensilien zu kaufen, fahre ich leidenschaftlich gerne Motorrad. In dieser Zeit kann ich absolut abschalten. Ich gehe auch sehr gerne gut und ausgiebig essen. Ich bin eine leidenschaftliche Steak-Esserin. Süßigkeiten bin ich genauso nicht abgeneigt. Sport ist Mord. Ich habe Gott sei danke gute Gene, und kann essen was ich will. 


    Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
    Lady Xenia:
    Ich möchte noch die nächsten 30 Jahre der Branche treu bleiben. Eine Domina im Rollstuhl? Das gab's bis jetzt noch nie... Vielleicht bin ich die Erste? :-)
    Ich bleibe euch noch lange erhalten. 


    Lady Sas: Vielen Dank für das Interview.




  • Mehr über Lady Xenia aus Wien erfährst du auf ihrer Website.
  • Weitere Femdom und Domina Interviews auf deutsch
  • Erfahre mehr über Lady Sas


  • Domina Blog Interview, Femdom Blog, BDSM Blog

    Sonntag, 9. September 2018

    Die private Herrin Lady N. im Interview

    Lady N.
    "Private, attraktive Herrin sucht ihren persönlichen Sub. Kein finanzielles Interesse" – von so einem Inserat träumen viele Sklaven. Zugegeben: Oft liest man das nicht. Aber trotzdem gibt es solche Femdoms. 

    Das sieht man zum Beispiel an der privaten Herrin Lady N. Und es wird noch besser: Lady N. ist nicht nur dominant veranlagt, sie ist auch bezaubernd schön, klug und inspirierend. "Ich mag Poesie, Musik, Tanz und die Ästhetik", verrät die attraktive Blondine aus Niedersachsen über sich. 

    Doch was sucht Lady N. nun genau? Darauf sagt sie: 
    "Menschen, die mich berühren. Ob daraus eine Freundschaft, Spielbeziehung, Tanzpartner, Cuckoldbeziehung, ein Clubbesuch oder sonstiges ergibt, lasse ich offen. Denn für den einen möchte ich vielleicht die Eine und seine Königin sein und mit einem anderen vielleicht einfach nur schreiben/tanzen/austauschen." 

    Ich kam vor Kurzem in Kontakt mit Lady N. und freue mich, dass sie im Interview noch mehr über sich verraten hat. Hier ist es.

    Die private Herrin Lady N. im Interview


    Lady Sas: Wie bist Du mit BDSM in Berührung gekommen? Wie fing das alles bei Dir an?
    Lady N.: Ich hatte bei meinem Ex irgendwann den Wunsch geäußert, die Rollen tauschen zu wollen (ihn also anal zu penetrieren). Die Antwort war, dass ich sie wohl nicht mehr alle hätte. Er wäre weder schwul noch devot. Heute kann ich darüber nur lachen. Später hatte ich das Vergnügen eine richtige Domina kennen zu lernen. Sie hatte mich mit ihren Geschichten erst richtig auf den Geschmack gebracht. Von da an entwickelte sich alles ziemlich rasant. Ich hatte das Glück, die richtigen Leute kennengelernt zu haben, die mich unter ihre Fittiche genommen haben und  Freiwillige an denen ich mich ausprobieren durfte. Nicht zuletzt habe ich auch viele Bücher von Dir verschlungen, die mich weitergebracht haben (unter anderem das Sklaventraining Band 1 und 2). Hier schon mal vielen Dank an alle Beteiligten!


    Lady N.

    Lady Sas: Musstest Du Hindernisse auf Deinem Weg zur Femdom überwinden?
    Lady N.: Ich denke, diese Phase gehört dazu! Männer, die behauptet haben, ich bin nur deshalb dominant, weil mir noch kein Mann begegnet wäre, der mich richtig führen konnte und es mir richtig besorgt hätte; Selbstzweifel ob ich ich alles "richtig" mache (wobei ich jetzt sagen kann, dass es kein richtiges bzw kein falsches BDSM gibt); anfängliche Inakzeptanz meinerseits, dass ich auch noch leicht sadistisch bin.


    "Ich liebe das Machtgefühl dabei" – Lady N.


    Lady Sas: Was reizt Dich daran einen Mann zu dominieren?
    Lady N.: Ich liebe das Machtgefühl dabei. Die Lust, das zu tun was ich will und auch noch zu sehen, dass es ihm gefällt - das ist Wahnsinn. Auch ehrt mich sein Vertrauen und seine Hingabe dabei. Ich finde, eine BDSM Beziehung ist sehr viel intensiver als eine Stino Beziehung.


    Lady Sas: Kannst Du Dir auch vorstellen, mehr als nur einen Mann als Herrin zu führen?
    Lady N.: Vorstellen kann ich mir vieles, ja (lach). Aber dann hätte ich wohl sowas wie einen Lieblingssklaven früher oder später. Manche Männer haben (unter anderem aus Zeitgründen) eh nur die Möglichkeit als Zweitsub bzw Zweitsklave in den Genuß zu kommen.


    Lady N.

    Lady Sas: Lass uns träumen: Wie würde wohl die perfekte Beziehungs-Kostellation für Dich aussehen? 
    Lady N.: Ich hätte eine FLR Beziehung mit meinem Ehesklaven und gleichzeitig Cuckold, der auch noch bi wäre. Ab und zu würde ich mir einen Lover gönnen. Hätte außerdem noch eine Bi-Sklavin und einen Paypig (mindestens) grins. Wir würden uns alle gut verstehen, wilde Parties feiern und eifersuchtsfrei miteinander glücklich sein.


    Lady Sas: Welche Fehler begegnen Dir bei Bewerbern/Verehrern am häufigsten?
    Lady N.: Es fängt bereits bei der Begrüßung an: "Hey Süße..." geht weiter bei: "ICH mag, ICH möchte, ICH suche" und endet bei Beleidigungen wenn ich nicht antworte / nicht sofort antworte. Liebe Männer, erst das Profil gründlich lesen, dann überlegen warum ausgerechnet DU interessant für mich sein könntest und bitte auf mein Profil und meine Wünsche und Neigungen darin eingehen. 



    Lady N.


    "Liebe Männer, erst das Profil gründlich lesen" – Lady N.


    Lady Sas: Könntest Du Dir vorstellen, eine 24/7-Beziehung einzugehen?
    Lady N.: Nicht von Anfang an. Ich finde, sowas muss sich entwickeln. Außerdem muss man/sollte man bei 24/7 zusammen wohnen. Also ja, irgendwann und beim Richtigen könnte ich mir das vorstellen.


    Lady Sas: Auf welchen Parties trifft man Dich?
    Lady N.: Da ich recht nördlich wohne ist der beste BDSM Club hier wohl das Catonium in Hamburg. Am liebsten mag ich CFNM und Femdom Parties.


    Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
    Lady N.: Ich werde weiterhin meine Erfahrungen sammeln (denn ich glaube keine Femdom kann von sich behaupten schon alles erlebt zu haben), werde weiterhin Ausschau nach dem perfekten Sklaven wie Dein Toytoy halten, und dabei nie vergessen, welche Verantwortung eine Femdom ihren Subs/Sklaven gegenüber trägt.


    Lady Sas: Na, ob Toytoy wirklich so ein perfekter Sklave ist, wage ist stark zu bezweifeln (schmunzel). Aber Danke für das liebe Kompliment und danke für das Gespräch. 



  • Mehr über die private Femdom Lady N. erfährst du auf ihrem Profil im Joyclub
  • Weitere Femdom und Domina Interviews auf deutsch
  • Erfahre mehr über Lady Sas


  • Domina Blog Interview, Femdom Blog, BDSM Blog, private Herrin, private Femdom

    Freitag, 7. September 2018

    Lady Salome: Dominanz mit Tiefgang

    Lady Salome aus Berlin
    Lady Salome, Domina aus Berlin. 

    Die Interviews, die ich führe, sind wie Überraschungspakete. Man weiß nie vorher, was drinnen ist. In seltenen Fällen ist die Verpackung leider opulenter als der Inhalt. Schöne Hochglanzfotos, aber wenig dahinter. Bei Lady Salome aus Berlin ist das nicht der Fall. Im Gegenteil: Hier lassen die Hochglanzfotos hoffen, werden aber von den Antworten sogar noch in den Schatten gestellt. Lady Salome hat nicht nur ein äußerst ansprechendes Äußeres, sondern verfügt auch über Intellekt und Tiefgang. Eine überaus reizvolle Kombination. Mit anderen Worten: Dieses Interview solltet Ihr unbedingt lesen. Am besten zweimal. 


    Lady Sas: Liebe Salome, bitte beschreibe uns, wie Du auf den bizarren Bereich aufmerksam geworden bist und Dich zur Domina entwickelt hast.  
    Lady Salome: 
    Erstaunlicherweise war mein erster Zugang zum Thema BDSM ein theoretischer. Damals habe ich mich im Rahmen meines Studiums mit der sogenannten „sexuellen Perversion als erotischer Form des Hasses“ beschäftigt und merkte nach und nach beim Studieren der Schriften, dass mein Interesse am Sadomasochismus sich nicht auf die bloße Theorie beschränkte. Ich fing an Shibari- und Fesselkurse und BDSM-Veranstaltungen (wie Folsom oder die Berliner Osterkonferenz) zu besuchen und traf privat viele sehr inspirierende Menschen aus der BDSM-Subkultur. 

    So begann meine Reise und die bunte und facettenreiche Welt des BDSM zog mich - auch sehr persönlich - in seinen Bann und hält bis zum heutigen Tage noch immer Überraschungen für mich bereit. Heute würde ich sagen, dass Per-Versionen (also die Umkehrung oder Verkehrung) nicht eine Form von Hass ist, sondern die Synthese von grundsätzlich Gegensätzlichem, wie Freiheit und Zwang, Angst und Vertrauen, Liebe und Hass – und eben diese Spannungsfelder halten mein Interesse aufrecht.

    Interview mit Lady Salome aus Berlin

    Lady Salome

    Lady Sas: Verbindest Du mit Deinem Namen Salome eine bestimmte Philosophie oder Aussage? 
    Lady Salome: 
    Es gibt drei an der Zahl, die mich inspirierten: Bei der alttestamentarischen Salome, die mit dem Tanz der sieben Schleier den Kopf des Johannes forderte, ist es die implizite Loyalität zur Mutter; bei der mit Nietzsche befreundeten Lou Salome, die Eigen- und Selbstständigkeit und bei der Jüngerin Salome, dieser Satz, den Jesus an sie richtete: „Aus diesem Grunde teile ich dir mit, wenn jemand ganz ist, wird er mit Licht erfüllt werden, doch wenn jemand geteilt ist, wird er voller Dunkelheit sein.“ (Thomas Evangelium, Apokryphen )


    Lady Sas: Was reizt Dich daran, als Profi-Domina zu arbeiten? 
    Lady Salome: 
    Als Profi-Domina zu arbeiten ist eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit, in der so etwas wie Routine nicht aufkommt. Da ich psychologisch sehr interessiert und neugierig bin, mag ich es, dass Menschen sich mir öffnen und hingeben, mir ihre intimsten Geheimnisse anvertrauen und deren Erfüllung in meine Hände legen. Ich liebe es, die Intimität und das Begehren meines Gegenübers zu spüren. Die Poesie eines einzelnen Augenblicks kann betörend sein. Und nicht zuletzt mag ich die grenzenlose Fallen von Beschränkungen in einer SM-Session, denn um wieviel wertvoller und wahrhaftiger ist das Streicheln einer Hand, wenn sie dich auch schlagen könnte?

    "Professional Bondage and Roleplay Artist"


    Lady Sas: Du beschreibst Dich selbst als „Professional Bondage and Roleplay Artist, Sexpositive Feminist, Sexwork Activist“. Zunächst interessiert mich der künstlerische Aspekt: Inwiefern siehst Du Dich als Künstlerin?
    Lady Salome: 
    Kunst bedeutet nicht nur Schönheit, sondern hat auch immer etwas Verstörendes, etwas, das über das Bekannte hinaus geht und neue Perspektiven schafft, die das Bestehende verändert und ein emanzipatorisches Potential in sich trägt. BDSM trägt ein solches Potential in sich. 
    Ich folge keinem erlernten Schema, jede Session ist individuell und es erstaunt mich selbst immer wieder aufs Neue, mit welchen Themenfeldern und Szenarien sich meine Arbeit beschäftigt. Es ist ein wenig wie Improvisationstheater: Requisiten, Kleidung, Styling, Handlungsstrang und Spannungskurven müssen angepasst werden und sind sehr individuell. Ob böse Märchen-Königin oder verspielte Elfe, ob eifersüchtige Ehefrau oder korrupte Doppel-Agentin etc., ich mag die Rollenvielfalt in meiner Arbeit und liebe es, neue Themenfelder zu inszenieren. Die Aufführung ist ohne Publikum. Und dennoch ist es Kunst.


    Lady Salome

    Lady Sas: Was hältst Du vom neuen Prostitutionsschutzgesetz und was bedeutet das ProstSchG konkret für Dich?
    Lady Salome: 
    In erster Linie hat es eine tieferliegende persönliche Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Bedeutung von Sexarbeit bewirkt. Noch immer gibt es diese große Diskrepanz zwischen dem gesellschaftlichen stigmatisierenden Unwerturteil und der ganz konkreten Anerkennung im persönlichen Kontakt zwischen den Beteiligten. Ich spüre, dass ich etwas Wertvolles gebe, sehe das Funkeln in den Augen und das Lächeln im Gesicht nach und während einer Session, auch Dankbarkeit für die Möglichkeit, einen Traum wahr werden zu lassen und zu leben. Das beflügelt mich, schon während einer Session bin ich energetisch stärker. 

    Mit dem offiziellen Wort „Prostitution“ verbindet die Mehrheit der Gesellschaft Anderes. Ich finde nicht nur diesen Begriff falsch, sondern auch die Vorgehensweise der Behörden und Politik, denn konkret bedeutet das Gesetz eine weitere Möglichkeit von Gewalt gegenüber Sexarbeitern. Das Damokles-Schwert des ungewollten Zwangsoutings in einer erotikfeindlichen, moralisierenden Gesellschaft hängt über unseren Köpfen und was wird erst sein, wenn sich der politische Wind dreht?

    "Erotik und Sexualität führen in unserer Gesellschaft immer noch ein Schattendasein." – Lady Salome


    Lady Sas: Welche weiteren Themen liegen Dir als Feministin und Sexwork-Aktivistin besonders am Herzen?
    Lady Salome: 
    Ich wünsche mir, dass Frauen ihr sexuelles Potential leben und bejahen können. Denn unser sexuelles Streben, unsere geheime Phantasie ist der intime Kern unseres Seins und birgt nicht nur Befriedigung, sondern auch heilsame Entwicklungsimpulse für unsere Persönlichkeiten. Erotik und Sexualität führen in unserer Gesellschaft immer noch ein Schattendasein. Das ist sehr traurig und die Abolitionistinnen vergessen, dass Frauen durch ihre Anziehung schon an sich eine erotische Macht über Männer haben. 

    In der Sexarbeit und insbesondere bei der Arbeit als ProfiDom schwingt dies immer mit, denn hier bezahlen meine Klienten für meine Zeit, Aufmerksamkeit und erotische/menschliche/körperliche Zuwendung, kurz für die Realisierung ihres erotischen Traumes. Wir verkaufen nicht unsere Körper, wir sind auch keine Waren. Dies ist eine objektivizierte, pervertierte Sicht auf SexarbeiterInnen. Denn am Ende begegnen sich immer zwei Subjekte, die in einen Aushandlungsprozess an dem alle Beteiligten Interesse haben, treten. In der Sexarbeit ist es normal, dass über Sexualität sehr intim und detailliert gesprochen wird. Auch Grenzsetzung ist ein Thema. Effektive Grenzsetzung kann nur betreiben, wer sich selbst erkannt hat und sich annimmt.

    Feminismus kann nicht bedeuten, dass wir Frauen uns einer neuen Doktrin zu beugen haben. Ablehnung und Begrenzung von weiblichen Leidenschaften kann nicht die Antwort sein. Für mich ist die Frau eine Feministin, die erstens das tut, was sie will und zweitens für die Freiheit und Stärkung von Frauen eintritt. Und zwar für alle Frauen und nicht nur die  gesellschaftlich und „moralisch“ Braven.

    Lady Salome

    Lady Sas: Hat sich Deine Sicht auf Männer durch Deine Tätigkeit als Domina verändert? Und wenn ja, wie?
    Lady Salome: 
    Meine Sicht auf Männer hat sich durch meine Arbeit als Domina im Großen und Ganzen nicht verändert. Natürlich ist mein Erfahrungshorizont ungleich gewachsen, meine Sicht ist differenzierter und ich habe ein feineres Gespür für die auch unausgesprochenen Bedürfnisse meines Gegenüber entwickelt. Die meisten Männer, die mir im Rahmen meiner Arbeit begegnen, sind sehr respektvoll und oft sogar etwas nervös und aufgeregt. Das (be)rührt mich und zeigt mir, wie wichtig meine Arbeit für sie ist.


    Lady Sas: Was kannst Du uns über die Domina-Studios in Berlin sagen? 
    Lady Salome: 
    Ich habe für mich den perfekten Arbeitsplatz im Studio LUX gefunden. Hier finde ich das Herzblut für unsere Tätigkeit, ein Feuer, das sich in der Ausgestaltung und Ausstattung der Räume widerspiegelt und den Willen, zu fairen Konditionen Arbeitsplätze zu schaffen. Hier werden Inspirationen aller Teammitglieder mit einbezogen und umgesetzt, ein menschlicher und respektvoller Umgang auf Augenhöhe gepflegt. Hier setzt man auf Vertrauen statt auf Kontrolle, auf Selbstständigkeit statt auf Bevormundung. Hier ist man gleichberechtigte Mieterin und nicht Pseudoangestellte. Leider ist das in unserer Branche noch kein Standard. Es gibt also noch viel zu tun.

    "Ich sitze am Klavier und spiele mich in Trance." – Lady Salome


    Lady Sas: Was machst Du in Deiner Freizeit? 
    Lady Salome: 
    In meiner Freizeit sieht man mich oft mit verschiedenen Themen intensiv beschäftigt, entweder recherchiere ich am Laptop oder schmökere in einem Buch. Manchmal packt mich die Lust am Zeichnen oder ich sitze am Klavier und spiele mich in Trance.
    Aber man findet mich ebenso auf der Überholspur mit meinem Motorrad, auf dem Schießstand oder in unseren Wäldern auf abenteuerlicher Erkundungstour mit meinem besten Freund – meinem Hund.
    Lady Salome


    Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
    Lady Salome: Man darf gespannt sein. Auch ich habe vor mich neuen inhaltlichen Themen zu widmen.


    Lady Sas: Vielen Dank für Deine Zeit.




  • Mehr über Lady Salome aus Berlin erfährst du auf ihrer Website.
  • Weitere Femdom und Domina Interviews auf deutsch
  • Erfahre mehr über Lady Sas



  • Domina Blog Interview, Femdom Blog, BDSM Blog