Samstag, 10. Juni 2017

Wenn die Domina die Peitsche an den Nagel hängt

"Wo ist sie nur hin?", fragen sich sicher immer wieder treue Kunden von Profi-Dominas, die die Peitsche an den Nagel gehängt haben und ausgestiegen sind. Auch mich hat diese Frage bei den OKW-Herrinnen beschäftigt, die der BDSM-Community aus den vielen OWK-Videos bekannt sind. Mit Madame Christine hatte ich ja ein Interview führen können. Eine spannende Frage. Nicht nur im BDSM-Kontext. "Was macht eigentlich...?", hieß es auch lange im Stern Magazin ganz hinten in der Zeitschrift (oder gibt es diese Rubrik sogar noch?). 

Wenn wir eine Person interessant finden, dann wollen wir wissen, wie es mit ihr und ihrem Leben weitergeht. Wir sind neugierig, ihre Geschichte weiter zu verfolgen. Als Sklave einer Herrin ist diese Beziehung sicher noch intensiver und noch spannender. Umso frustrierender ist es, wenn wir keine Informationen dazu bekommen, warum die Herrin nun plötzlich nicht mehr für ihre Sklaven da ist. Warum nur? Warum? Schade, wenn dazu nichts in Erfahrung zu bringen ist.


Weg – wenn die Herrin die Peitsche an den Nagel hängt.

Über Dominas, die aufgehört haben.

Es kommt immer wieder vor, dass sich Profi-Dominas aus der Szene verabschieden. Bei manchen ist das ein langsamer Prozess. Sie bereiten ihre Kunden liebevoll und sanft darauf vor. Kündigen Ihren Abschied schon Monate vorher an. Und dehnen so – ganz nach ihrer sadistischen Art – den schmerzhaften Prozess weiter aus. 

Bei anderen ist sofort Schluss. Von einem auf den nächsten Tag. So war ich zum Beispiel überrascht, dass Lady Lena aus Aachen sich aus dem Studiogeschäft zurückgezogen hat. Ich hatte sie ja hier auf meinem Femdom-Blog im Interview, war angetan von ihrer Ausstrahlung und ihren Gedanken. Ja, ich sah sie schon als neuen Stern am Studiohimmel. Sie hatte eine neue, schicke Website, auf der sie auch unser Interview präsentierte, was mich überaus gefreut hat. Dann, plötzlich: weg. Die Website war nicht mehr erreichbar. Auf ihren Wunsch hin habe ich auch das Interview von meinem Blog entfernt. 


Wie geht man mit so einer Entscheidung um?

Ich denke, es gehört zum Selbstverständnis eines guten Sklaven, dass er es souverän akzeptiert, dass die Dame nun einen anderen Weg einschlagen möchte bzw. den Weg als Profidomina nicht weiter verfolgt. Als Kunde kann man eh nichts anderes tun, als diese Entscheidung zu bedauern, zu respektieren und zu akzeptieren. Man muss sich damit abfinden und nach vorne schauen. Das ist im Prinzip wie bei einer Beziehung, die vom Partner beendet wird. (Mit diesem Thema habe ich ja Erfahrung, mein Mann hat sich vor Jahren von mir scheiden lassen. Das war, bevor ich mich mit SM beschäftigt habe.) Wer sich nicht von dieser Person lösen kann und immer weiter an der Vergangenheit hängt, der macht sich nur selbst unglücklich. Deshalb mein Rat: Akzeptieren, respektieren, nach vorne schauen und sich einer neuen Herrin öffnen und zuwenden. Ich wünsche Euch dabei viel Kraft und Zuversicht. Und wer weiß: Es gibt ja auch Dominas, die erst von der Bildfläche verschwinden – und dann irgendwann doch ein Comeback feiern. You never know.

Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Thema? Bei welcher Herrin habt Ihr Euch gefragt, was eigentlich aus ihr wurde oder warum sie aufgehört hat? Ist Euch ein Comeback bekannt? Ich freue mich auf Eure Kommentare auf dem Blog.

Kommentare:

  1. Das geht mir auch oft so. Da sind Damen, deren Werdegang man teilweise über Jahre verfolgt hat und plötzlich sind die von einem Tag auf den anderen einfach verschwunden. Das ist schade! Ich kann natürlich verstehen, dass die Damen dann ihr Privatleben haben und dem entsprechend nicht mehr öffentlich auftauchen (würde ich in dem Fall wohl auch nicht mehr), aber es ist manchmal trotzdem schade. Man fragt sich halt, was aus ihnen geworden ist und wünscht all den Verschwundenen das Beste vom Besten! :-)

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  2. Hallo Emma, danke für Deinen Kommentar. In denke, es wäre schon schön, wenn man zumindest mitteilt, warum man sich zurückzieht. Aber da steckt man nicht drin und weiß nicht, in welcher Situation die Dame ist.

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  3. Kompliment für das tolle Blog. Finde ich immer wieder super, was Sie schreiben. Habe auch einige Ihrer Bücher gelesen und bin immer wieder aufs Neue begeistert, wie authentisch Sie Ihre Erlebnisse schildern. Einen Punkt der Kritik erlaube ich mir aber doch: Lady Lena aus Aachen, die Sie so gelobt haben, ist leider eine unzuverlässige Person, die es mit fest ausgemachten Terminen nicht so genau nimmt. Das kann man auch in den einschlägigen Dominaforen so nachlesen, bin nicht der einzige, dem es so ging. Grundsätzlich haben Sie schon Recht mit dem Artikel, aber in diesem Fall muss man es nicht bedauern, dass sich eine Domina verabschiedet. Einen Termin fest anzunehmen und dann nicht einzuhalten ist nicht die feine Art, darauf kann Mann verzichten.
    Mit freundlichen Grüßen, Dirk

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  4. Ich bin Thomas und habe auch schon gemerkt das Doms aufgehört haben. Ich denke auch das es nicht leicht ist in der Szene Fuß zu fassen und sich einen Namen zu machen, deswegen werden auch immer wieder mal Doms verschwinden.

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