Samstag, 8. November 2014

Egoismus in seiner schönsten Form: Miss Kaya Mia

Jung, schön, dominant: Miss Kaya Mia gehört zur neuen Generation der dominanten Damen. Sie ist selbstbewusst gestartet und hat bereits ihr eigenes Studio im Frankfurter Westend. Ein Gespräch über Egoismus, starke Sklaven und gelungene Sessions.


Lady Sas: Kaya Mia, Du betreibst seit August Dein eigenes Studio in Frankfurt. Berichte uns bitte über Deinen Weg zur Domina und Studio-Chefin.
Miss Kaya Mia: Ich fürchte, ich muss gestehen, dass ich ein durch und durch egoistischer Mensch bin. Meine Bedürfnisse stehen für mich nun mal im Mittelpunkt und da ist es völlig natürlich, dass ich mich im Privatleben in erster Linie mit Männern umgebe, die das akzeptieren und umsetzen. Wenn sie das tun, bin ich übrigens eine zuverlässige und sorgsame Freundin für sie.  Schließlich ist die Peitsche ja auch nur zu ihrem Besten. Das steht so ähnlich ja schon in der Bibel!
Von da waren es eigentlich nur eine kleine Anzahl logischer und sich von selbst ergebender Schritte, aus diesem Wesenszug einen – zumindest für mich - doch recht vergnüglichen Beruf zu machen. Aber auch hier gilt: Ich beute niemanden aus, die Idee des „payslaves“ etwa halte ich für zutiefst unmoralisch. Und meinen Stammsklaven bin ich glaube ich auch eine treusorgende Herrin, auf deren Aufmerksamkeit und in einigen Fällen sogar Unterstützung sie sich verlassen.
Die Eröffnung des SM – Kabinetts im Frankfurter Westend war nur der letzte Schritt in dieser Entwicklung hin zur weitestgehenden Selbstständigkeit. Im eigenen Studio kann man eben die eigenen und zugeflüsterten Ideen viel flexibler umsetzen, ohne Rücksicht auf die Uhr oder Kolleginnen nehmen zu müssen. Und natürlich ist es auch eine existenzsichernde Maßnahme!


Lady Sas: Gab es einen Plan B, eine Alternative zum Domina-Beruf?
Miss Kaya Mia: Es gibt viele Dinge, die mich interessieren und die ich gerne machen würde, aber ich will offen sein: Nein, einen Plan B gab es nicht. Nicht etwa, weil ich so zielstrebig wäre, sondern weil ich so lange gebraucht habe, meinen Egoismus in etwas für mich Positives zu wandeln. Ich habe leider die Zeit, in der man einen Plan A einfach mal versuchen kann, weil es ja noch einen Plan B gibt, damit zugebracht, mit mir und meiner Umwelt zu hadern und meine Entwicklung als Person zu durchkämpfen. Das war eine schwierige Zeit und umso dankbarer bin ich, dass ich heute sagen kann, dass ich „angekommen“ bin, psychisch in meinem Beruf und physisch im Westend.


Lady Sas: Ich habe gesehen, dass Du Dir immer wieder neue Aktionen für Sklaven einfallen lässt. Wie kommst Du auf Deine Ideen?
Miss Kaya Mia: Puh, wie komme ich auf meine Ideen? Ich glaube, das ist wie in jedem Beruf: Wenn er einem Spaß macht, hat man gute Ideen und ist erfolgreich, macht also Karriere. Wenn man Domina ist, sind Ideen wahrscheinlich dann gut, wenn sie eine gute Portion Sadismus, Erotik und das, was man gemeinhin Perversion nennt, haben. Es sind übrigens offenbar nicht alle meine Ideen gut: Manchmal findet sich niemand, der mitspielen will. Zum Glück aber nicht sehr oft!


Lady Sas: Auf Deiner Website schreibst Du: „Es macht mich glücklich, Dich zu erniedrigen und zu demütigen.“ Fragst Du Dich manchmal, warum das so ist? Was der Auslöser für diese außergewöhnliche Lust ist?
Miss Kaya Mia: Das habe ich vorhin schon einmal angesprochen, das war die wichtigste Erkenntnis für mich, meinen Egoismus in etwas positives zu wandeln: Ich habe es mir Anfangs nicht zugestanden, meinen Willen mit Gewalt durchzusetzen, das verbietet einem ja ein angeblicher gesellschaftlicher Konsens. Irgendwann ist mir bei einem Freund der Kragen geplatzt und ich habe ihn geohrfeigt, und zwar heftig. Wir waren beide erst starr vor Schreck, doch dann hat er sich bedankt, mir die Hände geküsst und von Stund an wunderbar „funktioniert“. (Heute küsst er übrigens mehr die Füße als die Hände.) Ich war davon sofort fasziniert und auch sexuell erregt und habe das von Stund an mit allen Freunden so gemacht. Einige habe ich dadurch verloren – übrigens erstaunlich wenige – einige neue dazugewonnen.  Man könnte also sagen, es macht mich glücklich, weil es sich als für meine Lebensqualität förderlich erwiesen hat und weil es mich sexuell erregt …


Lady Sas: Wie erklärst Du es Dir, dass sich manche Männer so gern versklaven lassen?
Miss Kaya Mia: Gar nicht. Nicht, weil ich mir die Frage noch nie gestellt habe, sondern weil man meines Erachtens den Menschen damit nicht gerecht wird. Jeder hat seine eigenen Gründe dafür und ich möchte Menschen nicht in eine Schublade stecken, die alle hunderte von Eigenschaften haben und zufällig in einer oder zwei davon, nämlich Masochismus und / oder Devotheit, übereinstimmen.
Ich glaube aber, was man sagen kann ist, dass die Menschen, die sich tatsächlich versklaven lassen, eine dritte Eigenschaft gemeinsam haben: Sie sind stark. So stark, dass sie ihre Bedürfnisse  entgegen gesellschaftlicher Konventionen nicht nur für sich akzeptieren, sondern den Mut haben, darüber mit fremden Frauen zu sprechen. Im Idealfall vertrauen sie sich einer Frau total an, ohne zu wissen, was das im Einzelnen für sie bedeutet. Wie stark muss man dafür sein! Ich bewundere das aufrichtig, auch wenn man ehrlicherweise sagen muss, dass es das mit letzter Konsequenz nicht sehr häufig gibt. Das ist eigentlich schade, denn die allerwenigsten sadistischen Frauen wollen ihren Sklaven ernsthaft schaden und sie sozial ignorieren, weshalb so eine ultimative Selbstaufgabe oft eine sehr glückliche Beziehung sein könnte.


Lady Sas: Auf Deiner Website lese ich: „Deine Urinstinkte, Sehnsüchte und verborgenen Phantasien sowie Deine obskuren perversen Peinlichkeiten lasse ich mir langsam auf der Zunge zergehen, um Dich dann genussvoll zu bestrafen wie Du es verdient hast.“ Hast Du manchmal Mitleid mit Männern, die sich nach Strafe sehnen? Und ich meine jetzt nicht Mitleid bei einer Abstrafung, sondern grundsätzlich Mitleid mit der Person, die süchtig nach Demütigungen oder Strafe ist.
Miss Kaya Mia: Grundsätzlich nicht, wie man an meiner letzten Antwort sieht. Im Einzelfall aber schon, wenn ich merke, dass da jemand mehr oder minder verzweifelt auf der Suche ist, sich aber entweder nicht traut, den letzten Schritt zu gehen oder keine Herrin findet, zu der er sich hingezogen fühlt. Diese Männer reisen dann durch sämtliche Studios und zu ständig wechselnden Dominas, was sie nicht nur viel Geld kostet, sondern die Unzufriedenheit nur steigen lässt. Das ist sehr schade.


Lady Sas: Wann ist für Dich eine Session besonders gelungen?
Miss Kaya Mia: Wenn ich danach einen frischen Slip brauche, der Sklave seine Emotionen in all ihren Facetten gezeigt hat, er unbedingt gehorsam war und mir danach die Füße besonders dankbar küsst. Und wenn mein Haussklave danach eine Stunde aufräumen und saubermachen muss, ist das meist auch ein Indiz für eine gelungene Session!


Lady Sas: Wissen Deine Freunde, dass Du als Domina arbeitest? Wie gehen sie damit um?
Miss Kaya Mia: Ja, siehe oben. Und sie gehen seeehr vorsichtig damit um!


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Miss Kaya Mia: Ich werde selektiver damit umgehen, wen ich als Sklaven akzeptiere und wen nicht. Mittelfristig möchte ich eine überschaubare Anzahl von Stammsklaven haben, die sich zu benehmen und meine Anteilnahme an ihrem Leben und Leiden zu schätzen wissen.  
Und dann hätte ich noch einen beruflichen Traum: Ein Netzwerk von befreundeten aktiven Dominas mit eigenem Studio in allen einschlägigen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz (für den Anfang, später auch gerne im weiteren Ausland), die zum Beispiel dreimal im Monat das Studio einer der Kolleginnen besuchen (Tapetenwechsel tut immer gut), ohne sich dafür gegenseitig mehr oder weniger bürokratisch Miete abzuknöpfen, sondern im Vertrauen darauf, dass sich das langfristig schon ausgleicht. Vielleicht tun sich ja auch manchmal mehrere zusammen um in einem Studio eine große SM – Party zu feiern? Vielleicht könnte man das sogar über eine gemeinsame Plattform „vermarkten“? Aber das ist schwierig und hängt wohl damit zusammen, dass wir eben alle dominant sind, ungern Kompromisse eingehen und unsere jeweils eigenen Bedürfnisse zu wichtig nehmen, um zusammenarbeiten zu können. Ich will mich da gar nicht ausnehmen. Trotzdem, den Versuch wäre es wert! Interessierte Kolleginnen können sich gerne bei mir melden, ich führe das dann zusammen und wir reden mal, ok?



Lady Sas: Interessant, ich wünsche Dir dafür alles Gute. Vielen Dank für das Gespräch.


Weitere Infos über Miss Kaya Mia gibt's hier.



Kommentare:

  1. Ja, Miss Kaya Mia ist einzigartig und genial. Die Interviews sind toll auch wenn nicht jede dieser Damen mein Fall ist. Ich finde das die Interviews außerdem zu kurz sind ! Man hätte da noch mehr interessante Fragen stellen können.

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  2. Hallo Daniel, schön, dass Dir die Interviews gefallen. Kann sein, dass Du sie zu kurz findest. Und ja: Man hätte noch mehr Fragen stellen können. Habe ich aber nicht. Denn ich finde, die Interviews sind lang genug :-) Und meine Meinung zählt, da es ja auch mein Blog ist. Ätsch. ;-)

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  3. Miss Kaya Mia ist unglaublich. Ein tolles Interview das umso mehr unterstreicht wieso ich nur vor dieser Frau knie - und das mit vollster Überzeugung :)
    Das Studio im Westend ist auch sehr schön - da passt wirklich alles :)

    Danke!

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  4. Für mich ein besonderes Interview. Diese Miss Kaya Mia, hat auch mir ein paar Antworten gegeben.

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