Freitag, 9. Mai 2014

Psychologisch versierte Dominanz: Lady Samantha

Lady Samantha führt das Institut Avagnon nähe Koblenz. Hier erwartet den
Sklaven/Diener/Zögling/TV ein ausgesprochen stilvolles Ambiente mit
bretonischem Salon, Kerker mit Bruchsteinboden, TV/Zofen-Kabinett und
einer Studioausstattung im mittelalterlichen Stil. Da Lady Samantha
hauptberuflich als Psychologin tätig ist, geht es in unserem Gespräch
weitgehend um psychologische Aspekte des BDSM. Ich wünsche eine
spannende Lektüre!


Lady Sas: Liebe Samantha, wie hat Deine Tätigkeit als Domina Deine Sicht
auf die Männer verändert?
Lady Samantha: Ich habe in den Jahren die Psyche der Männer
besser kennen gelernt da BDSM zu 90% Kopfsache ist. Verändert hat
die Tätigkeit als Domina meine Sichtweise nicht, jedoch kann ich
heute das Wesen "Mann" besser verstehen. Ich weiß was ihn bewegt
und antreibt, auch unter welchem Druck er außerhalb des BDSM
steht. Zu meinen Gästen gehören sehr viele erfolgreiche
Geschäftsmänner. Hier ist es besonders interessant zu sehen, wie sie
sich motivieren und durch mich führen lassen. Auf gar keinen Fall
verachte ich Männer oder schätze sie gering. Oh nein! Männer sind
etwas ganz Wunderbares, wenn Frau weiß, wie sie zu handhaben
sind (lächelt).


Lady Sas: Du arbeitest als Psychologin und beschäftigst Dich eingehend mit
psychologischen Erklärungen für BDSM-Neigungen. Es gibt viele
Erklärungsmodelle dafür. An welches glaubst Du persönlich? Wie erklärst Du
dir deine eigenen dominant-sadistischen Neigungen?
Lady Samantha: Eine konkrete Erklärung gibt es nicht. Es kann einen
auslösenden Moment in der Kindheit oder frühen Jugend gegeben
haben, genau definieren lässt sich dies jedoch nicht.
Ich beschäftige mich in meiner psychologischen Praxis weniger mit
den Erklärungsmodellen sondern damit, diese Neigung und
Veranlagung für sich zu akzeptieren und damit glücklich leben zu
lernen. Leider ist dies für viele Menschen eine große
Herausforderung.




Lady Sas: Du bietest auch verschiedene Formen der Langzeiterziehung an.
Wie lange war die längste Langzeiterziehung?
Lady Samantha: Mein Limit liegt bei 72 Stunden. Nach dieser Zeit hat
der Proband eine Grenze erreicht, da ich meine Gäste während des
Aufenthaltes physisch und psychisch hart fordere. Dieses Limit
bezeichnet jedoch nur die Dauer der körperlichen Anwesenheit.
Einige treue Leibsklaven dienen durchaus 24/7/365 und auch dieses
stellt eine gewisse Art der Gefangenschaft ein, da ich Ihnen durch
Aufgaben, strenge Kontrollen und konsequente Strafen – aber auch
gelegentliches Lob – ein großes Maß an Freiheit nehme. Es ist
vergleichbar mit der elektronischen Fußfessel, wobei ich einige
dieser Sklaven auf Aufenthalte länger als 72 Stunden vorbereite.
Dieses geht in den Bereich der Grenzerweiterung und TPE-Mittel, mit
denen eine Domina sehr vorsichtig und bedacht umgehen muss.


Lady Sas: Was inspiriert Dich? Wie kommst Du auf neue Ideen?
Lady Samantha: Glücklicherweise verfüge ich über ausreichend
Phantasie. Anhand meines Online-Fragebogens gestalte ich ein
entsprechendes Szenario. Je umfangreicher die Vorlieben sind, desto
spannender lässt sich selbstverständlich der Aufenthalt gestalten.
Auch aus meiner psychologischen Praxis schöpfe ich Anregungen.
BDSM ist Kommunikation. Und wer die Regeln der Kommunikation
beherrscht ist auch in der Lage geschickt zu manipulieren. Es muss
nicht immer der scharfe körperliche Schmerz sein. Dieses bietet mir
gerade auch in der Langzeit- und Fernerziehung einen großen Schatz
an Ideen.


Lady Sas: Brauchst Du persönlich ständig neue Steigerungen? Den immer
neuen Kick?
Lady Samantha: Jeder Mann ist anders und somit auch eine neue
Erfahrung und Herausforderung. Es ist ja ein gegenseitiges Nehmen
und Geben. Und es ist immer wieder ein neuer Reiz auszuloten, wie
viel ein Mann zu Geben bereit ist. Hierbei meine ich nicht das Geld.
Nein, das tut manchen nicht weh. Ich möchte wissen, was er bereit
ist für mich zu ertragen. Mit dieser Lebensweise bin ich sehr glücklich
und zufrieden.




Lady Sas: Wie gelingt es Dir Abstand zum Studio zu finden? Wie entspannst
Du?
Lady Samantha: Ich entspanne, indem ich es mir gemütlich mache,
einfach auch mal weit ab vom BDSM. Wellness, Musik, Literatur,
Kunst. Und ich genieße es, es mir einfach gut gehen zu lassen, der
Seele Freiraum zu geben. Diese Auszeiten sind sehr wichtig.
Natürlich bietet auch die psychologische Praxis Abwechslung und
Abstand zum Studiogeschehen.


Lady Sas: Ich bekomme – als private Herrin Ende 40 – in letzter Zeit
verstärkt Anfragen von deutlich jüngeren Männern. Wie kommt das? Was
sehen devote Männer Ende 20 in dominanten Frauen Ende 40?
Lady Samantha: Sie lieben die Souveränität, die Erfahrung und die
Selbstsicherheit der Frau dieses Alters. Die Reife wird im BDSM
durchaus bevorzugt. So genannte "Jung-Dominas" werden von
wirklich devoten Männern eher selten aufgesucht. Hier geht es in den
meisten Fällen um die "Fleischeslust", die so genannte erotische
Dominanz, nicht um SM. Männer die ein erotisches Spiel suchen sind
hier richtig. Ein Mann dessen wahre Passion die Devotion ist, wird
eher eine reife, erfahrene – eine klassische Domina aufsuchen. Seine
Bereitschaft zur Unterwerfung entspringt dem Respekt, den er der
Herrin entgegenbringt. Bei Jung-Dominas ist es eher die Lust an der
Demütigung, sich dem Willen einer so jungen Frau beugen zu
müssen. Auch der Beschützerinstinkt kommt hier zum Tragen und
findet seinen Ausdruck im Erfolg der Money-Dominas. Diese
Ausprägung ist im Bereich der klassischen Dominanz - und dies sind
zumeist reife gestandene Damen - einfach nicht zu finden. Vielmehr
sucht der junge Mann Orientierung, Anleitung, strenge bis strengste
Führung und Kontrolle. Er will dominiert, nicht bespielt werden. 


Lady Sas: Ist BDSM ein Betriebsunfall der Natur oder hat das Ganze einen
Sinn? Was meinst Du?
Lady Samantha: BDSM ist eine wahre Bewusstseinsänderung und
erfordert unbedingt einen erweiterten Horizont. Es gibt hier einen
viel weiteren Tiefgang als im "normalen" Sex. Häufig ist BDSM ein
Ventil um Druck abzulassen, sich fallen lassen zu dürfen und Rollen
zu leben, die im Alltag nicht möglich sind. BDSM ist ein Ausgleich, ein
extrem emotionaler Ausgleich. 



Lady Sas: Wenn Du nochmal 18 Jahre alt wärst - was würdest Du anders
machen?
Lady Samantha: Die üblichen Fehler der Jugend nicht wieder
begehen. Doch im Großen und Ganzen gibt es wenig zu bereuen. Ich
halte es da sehr gerne mit Edit Piaf "je net reg....".




Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Lady Samantha: Das Leben in vollen Zügen genießen und mich von
meinen devoten Galanen noch lange Zeit verwöhnen lassen. Natürlich
habe ich noch viele Wünsche, Träume, Pläne und Ziele. Doch ich
genieße den Moment, ruhe in mir selbst. Ich beobachte die
Entwicklung in unserer schnelllebigen Zeit, agiere und reagiere. Doch
immer auch mit Gelassenheit.


Lady Sas: Sehr schön, dann wünsche ich Dir weiterhin viel Freude dabei.

Mehr zu Lady Samantha erfährst Du hier.





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