Dienstag, 19. Januar 2016

Madame Michaela aus Wien: Erkenntnisse aus 30 Jahren BDSM

Madame Michaela, Wien
Madame Michaela bietet niveauvolle Dominanz in Wien. Und das schon seit mehr als 30 Jahren. Die attraktive Lady mit der selbstbewussten Aura hat viel erlebt und verfügt über große Erfahrung. Inzwischen gibt sie ihr Wissen im Rahmen eines Dominacollege weiter. Ich freue mich sehr, dass Madame Michaela nun auch etwas von ihren Erfahrungen an meine Leserinnen und Leser weitergibt. Hier das Interview: 


Lady Sas: Liebe Madame Michaela, bitte schildere uns Deinen Weg in den bizarren Bereich.
Madame Michaela: Nach dem nicht abgeschlossenen Jurastudium, begann ich mich immer mehr für BDSM zu interessieren und suchte den Kontakt zu Menschen, die das ausleben. Von Anfang an war mir klar, dass ich selbst nur auf der dominanten Seite zu finden bin. Ich praktiziere und lebe das nun seit mehr als 30 Jahren und habe keine Sekunde bereut, diesen Weg gegangen zu sein.

Lady Sas: Was fasziniert Dich an BDSM?
Madame Michaela: Das Spiel mit der Macht über einen Menschen, das Vertrauen, das einem entgegen gebracht wird, fasziniert mich sehr. Dieses Spiel hat nichts mit Grausamkeit zu tun, im Gegenteil, es ist eine ganz besondere Art Liebe und Verständnis zu geben und zu empfangen.


Lady Sas: Du verfügst über langjährige Erfahrung. Beobachtest Du in den letzten Jahren bestimmte Veränderungen?
Madame Michaela: Natürlich hat sich vieles verändert. Zu meinen Anfangszeiten war es oft nicht so leicht für mich, da es früher weitaus mehr reine Schmerzerotiker gab. Nach 2 Jahren musste ich 3 Jahre pausieren, weil ich es nicht ertragen konnte, dass die meisten bis aufs Blut gequält werden wollten. Danach war alles anders. Heute ist es oft mehr das Szenario, das Rollenspiel und das Sich-fallen-lassen, das die Sklaven fasziniert. Ich persönlich, liebe ja das Spiel "die böse Tante" besonders, weil ich dabei meinem Temperament nachgeben kann. Auch Bondage ist ein wunderschönes Spiel, weil der Andere einem total ausgeliefert ist. Heutzutage sind die Spiele viel facettenreicher und ästhetischer!

 

Madame Michaela aus Wien: Unterricht am Dominacollege


Lady Sas: Kannst Du uns etwas über die SM- und Fetisch-Szene in Wien erzählen?
Madame Michaela: Es gibt ein paar gute Locations in Wien, wie zum Beispiel das Smartcafe, wo sich Gleichgesinnte treffen und austauschen können. Auch sonst gibt es einige Events und Locations, die man durchaus empfehlen kann. Auch Workshops für diverse Praktiken werden immer wieder angeboten. 

Lady Sas: Du bietest ein Dominacollege an und bildest Herinnen aus. Wie bist Du auf die Idee dazu gekommen?
Madame Michaela: Auf diese Idee bin nicht ich, sondern meine Schülerinnen gekommen, die mich danach gefragt haben. Ich finde es sehr wichtig, dass man anderen die Möglichkeit gibt, BDSM auszuleben, aber es muss auch vieles erlernt werden. Es gibt Praktiken, die wirklich gefährlich werden können, wenn man nicht weiß, wie man es richtig macht. Außerden bin ich im Gegensatz zu vielen meiner Kolleginnen der Ansicht, dass es immer Nachwuchs geben muss, der aber richtig eingeschult werden muss. Eine Peitsche zu schwingen ist nicht genug, man sollte nämlich unbedingt wissen WIE man sie richtig schwingt, um unschöne, ungewollte Spuren zu vermeiden. Oder Bondage ist ein gefährliches Terrain, auf das man sich nur begeben sollte, wenn man es kann, denn ohne Kenntnisse kann man sehr schnell jemanden ernstlich in Gefahr bringen. 

Ich hatte schon Damen, die geglaubt haben, sie sind Meisterinnen auf diesem Gebiet, aber in Wirklichkeit waren sie nur Meisterinnen im Knöpfe machen, die dann nicht mehr schnell genug aufgingen. Nicht auszudenken, was passieren kann, wenn jemand plötzlich eine Panikattacke bekommt! Außerdem ist es der oberste Grundsatz sich Zeit zu nehmen und zuzuhören, denn jeder Mensch ist anders und braucht es anders.  Aber trotzdem gibt es etwas, was man nicht lernen kann, nämlich die richtige Ausstrahlung. Dominanz kann man nicht spielen und nicht lernen, das hat man oder hat man nicht. Durch meine Erfahrung kann ich das sofort feststellen, und wer wirklich nichts davon an sich hat, sondern nur glaubt, damit schnelles Geld zu verdienen, dem rate ich grundsätzlich davon ab. 
Madame Michaela spielt gern die "böse Tante".


Lady Sas: Was sind typische Anfängerfehler von Femdoms?
Madame Michaela: Fehler Nummer 1 ist leider, dass sie nachdem sie bei zwei oder drei Sessions dabei waren, glauben, dass sie schon alles können und wissen, ist leider nicht so! Ich weiss nach über 30 Jahren noch nicht alles und werde noch immer oft überrascht von neuen Fetischen. Es genügt nicht, sich selbst unerbittlich oder gar unübertrefflich zu nennen, die Sklaven wissen sofort, wer erfahren  ist und wem sie sich anvertrauen können oder nicht.

Ein tolles Outfit  macht noch lange keine Domina! Wer sich, wie ich schon oben erwähnt habe, keine Zeit nimmt und nicht zuhört, der wird nicht weit kommen, denn Sensibilität ist gefragt, nicht hinhauen.Ein grosser Fehler ist auch, schon am Telefon barsch zu reden und gleich beim Empfang herablassend und hochmütig zu sein. Das wird zwar manchmal gewünscht, aber man wird ohnehin darüber im Vorhinein informiert. Ansonsten empfiehlt es sich eher, sich natürlich zu geben und das Vorgespräch zu suchen. 
Last but not least der Generalfehler, nämlich die totale Unberührbarkeit, denn man muss auch Nähe zeigen und geben. 


Lady Sas: Gibt es einen heißen Tipp, den Du Anfängerinnen mit auf den Weg geben möchtest?
Madame Michaela: Mach niemals das, was Dir in Wirklichkeit zuwider ist und glaube nie, dass Du schon alles weißt, denn das ist unmöglich. Mit Preisen, die ins Unermessliche gehen, beweisen wir nur Gier und Dummheit, nicht Freude am Spiel. Die ist aber das Wichtigste, kein Gast möchte das Gefühl haben, dass er nur der Goldesel ist, natürlich gibt es auch da Ausnahmen, aber mir sind solche fast nie untergekommen ;-) 

Woran erkennt man eine gute Domina?


Lady Sas: Woran erkennt man als Gast eine gute Domina?
Madame Michaela: Eine Domina, die sich Zeit nimmt für den Gast und auch manches hinterfrägt, wird immer besser beim Gast ankommen als eine, die glaubt, es wird nur nach ihren Vorstellungen gespielt. Denn eines muss uns als Profi klar sein, in Wirklichkeit sind eigentlich wir die Sklavinnen der Gäste, denn wir verwirklichen ihre Wünsche und Phantasien, wofür wir auch genügend Geld nehmen. 
SM-Ausbilderin: Madame Michaela


Lady Sas: Du bist schon viele Jahre dabei. Was treibt Dich an?
Madame Michaela: Auch wenn man älter ist, gibt es das passende Spiel. Viele Gäste schätzen eine erfahrene Domina, die weiß, was sie tut. Würde ich jetzt aufhören, wären meine vielen Stammgäste, manche besuchen mich schon seit meinen Anfängen, traurig und ich wäre sehr unausgeglichen! 


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Madame Michaela: Ich werde mein Studio so lange weiterführen, wie es geht und hoffe noch viele Talente zu entdecken, deren Weg ich unterstützend begleiten kann.

Lady Sas: Sehr schön, herzlichen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute.


Mehr Informationen zu Madame Michaela findest du hier:

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