Donnerstag, 21. Januar 2016

Domina Lady Patricia aus Trier: "BDSM ist etwas Besonderes"

Lady Patricia, Studio Atelier Avantgarde 
Lady Patricia führt das Studio Atelier Avantgarde in Trier. Es ist ihr eigens Studio, in dem sie sich nun völlig ausleben kann – was vorher in München nicht immer möglich war. Die Blondine bringt ihre Sklaven nicht nur mit ihrem attraktiven Äußeren um den Verstand, sondern auch mit raffinierten, abwechslungsreichen Phantasien. Dabei versteht sie es, sich in ihre Gäste hineinzudenken und sich individuell auf sie einzustellen. Ganz gleich, ob es sich um einen Anfänger, Fetischisten oder extremen Masochisten handelt. Ein ausführliches Gespräch über die SM-Branche, Keuschhaltung, das Berufsbild "Domina", einprägsame Sessions und vieles mehr.



Lady Sas: Liebe Patricia, Du beschreibst Dich als "die Domina in Trier". Wie fing das alles an?

Lady Patricia: Als ich mich vor 6 Jahren dazu entschieden habe nach Trier zu gehen hatte ich schon 5 Jahre in München als Domina gearbeitet. Die meisten Frauen aus unserem Bereich hatten vor ihrer Tätigkeit als professionelle Domina Kontakt mit der privaten SM Szene oder anderweitige Erfahrungen gemacht. Ich nicht. Ich bin damals über eine Anzeige in der Zeitung gestolpert in der stand: „Suche Domina auch ungelernt“ – dadurch erhielt plötzlich etwas ganz Neues Einzug in mein Leben. Es war ein langer Prozess diese Welt kennenzulernen – manches schockierte mich am Anfang brachte Zweifel auf und dennoch war die Faszination größer, mehr und mehr darüber zu erlernen und es selbst umzusetzen.


Lady Patricia: volle Entfaltungsfreiheit im eigenen Studio


Meine Liebe zu BDSM wurde endgültig geweckt als ich meinen ersten Probanden ganz alleine hatte. Ich merkte, wie wichtig es ist, denjenigen vorher neutral zu sehen, Tabus und Vorlieben zu besprechen. Das gab mir das Gefühl, alles was ich tue möchte er auch – ich kann ihn in seiner Phantasie weiterbringen, mit ihm gemeinsam  für eine bestimmte Zeit ausbrechen aus der sogenannten NORM. Ich merkte, wie ich mich weiterentwickelte und genoss immer mehr das Dominieren einer Person, die mir für eine bestimmte Zeit hörig war.
In München hatte ich all die Jahre noch einen festen Job nebenher und hatte somit einen sehr guten Kontrast zum Studio. Irgendwann musste ich dann aber auch feststellen, dass dieser Bereich auch unschöne Seiten mit sich bringt – für einen Kunden meistens so nie zu sehen. Ich arbeitete in mehreren Studios auch außerhalb von München und war traurig mitzuerleben, wie manche Frauen sich ins Negative entwickelten – von Einzelheiten bleibe ich hier fern.

Das negative im Hintergrund beeinflusste auch meine lockere Art des Arbeitens und ich war es irgendwann leid, mich diesem weiter auszusetzen.
Mit dem Weg nach Trier kam auch die Entscheidung ein eigenes Studio zu errichten – ein Studio, in dem ich mich so entfalten kann wie ich es möchte – wo mein Duft sich durch jeden Raum bewegt. Dieser Schritt war nicht leicht, da ich alles was ich mir an Kunden im Raum München aufgebaut hatte plötzlich hinter mir lassen musste, denn ich wusste die Entfernung ist einfach zu groß. Dennoch habe ich es geschafft und ich bin froh darum – denn ich arbeite heute allein nach meinen Richtlinien – nehme mir für jemanden Zeit so viel wie ich möchte – kann auch gewisse Kunden ablehnen, wenn ich das Gefühl habe dass es nicht passt usw.

So schön kann streng sein: Herrin Patricia, Trier

Lady Sas: Was reizt Dich am BDSM?
Lady Patricia: In der ersten Frage habe ich ja schon einiges dazu beantwortet. BDSM ist  ein wichtiger Teil meines Lebens geworden es verkörpert für mich Offenheit, jegliche Freiheit von sexuellen Wünschen unter dem Vorbehalt des BDSM Codes / SSC. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung für mich und lässt mich kreativ werden in meinem Handeln und Tun. Ich liebe es das Gefühl zu haben, mich tänzelnd auf einem dünnen Seil zu bewegen aber durch Erfahrung, Feinfühligkeit und dominanter Kontrolle jemanden die Angst zu nehmen, Vertrauen zu schenken und in meinem Gegenüber den Ehrgeiz zu wecken, mir zu folgen bis wir auf der anderen Seite angelangt sind. Ich liebe, es jemanden leiden zu lassen, die Qualen in seinen Augen zu sehen und zu spüren, dass er bereit ist, diese Qualen für mich auszuhalten.

BDSM ist etwas Besonderes, auch wenn es gesellschaftlich leider immer noch zu oft falsch interpretiert und als „krank“, „pervers“ etc. definiert wird, was mich immer wieder sehr ärgert. Denn Dominanz und Sadismus gab es schon immer und wird es immer geben – nur leider ist diese Form von Macht die wirkliche schwarze Seite. Wir alle hingegen sind Liebhaber einer höheren Form der Sexualität, bei der Vertrauen und Respekt die Grundlage bilden. Und wie der Marquis De Sade schon sagte: "Nicht im Genuss besteht das Glück, sondern im Zerbrechen der Schranken, die man gegen das Verlangen errichtet hat".


Lady Sas: Gibt es in Trier eine BDSM-Szene?
Lady Patricia: Eine BDSM Szene in Trier gibt es bestimmt. Ich kann dir jedoch hierzu nichts sagen, da ich mich in dieser nicht bewege.


Lady Sas: Welche Eigenschaften sollte eine gute Domina mitbringen?
Lady Patricia: Diese Frage ist schwierig zu beantworten denn jeder Frau ist es selbst überlassen, wie sie ihre Art der Dominanz sieht und umsetzt. Ich persönlich finde, dass die Menschlichkeit nie verloren gehen sollte denn jede dominate Frau hatte auch eine weiche Seite. Eine Domina sollte sich bei allen was sie tut treu bleiben und immer nach besten Gewissen handeln.

Lady Patricia: Der Phantasie immer neue Türen öffnen.


Lady Sas: Was inspiriert Dich, wie kommst Du auf neue Ideen für Sessions?
Lady Patricia: Es sind die spontanen Momente aus denen ich meine Ideen ziehe.
Ich halte an nichts fest – keine Session ist wie die andere – genauso wie jeder Gast nicht wie der andere ist. Ich liebe es, während der Session viel zu reden. Damit bekomme ich eine besondere Kontrolle über das Spiel, eröffne mir und meiner Phantasie immer wieder neue Türen. Habe ich mal wieder eine neue Fesselung entdeckt,  so ist diese manchmal ein paar Stunden später schon wieder vergessen, denn beim nächsten Gast ist das Spiel wieder ein ganz anderes, die Phantasie eine ganz andere und andere Ideen stehen im Vordergrund. Ich traue mir auch zu zu behaupten, dass manche Frauen das Spiel einfach beherrschen und andere haben diese Begabung weniger.

War vor Trier in München tätig: Lady Patricia

Lady Sas: Du bietest auch Keuschhaltung an. Kannst Du einen KG empfehlen, wenn eine Lady ein wirklich ausbruchsicheres Modell sucht?
Lady Patricia: Eine Thema was bei sehr vielen Männern eine große Phantasie ist. Die Vorstellung ganztägig, wochen- und monatelang für die Herrin eingesperrt zu sein – das Größte überhaupt. Doch seien wir doch mal ehrlich: wie viele halten es  denn wirklich aus? Die meisten vergessen bei dem Gedanken, dass es ja  auch noch einen Alltag gibt. Familie, Frau, Freunde, Arbeit. Nach einem kleinen Hinweis rudern dann auch viele schon wieder zurück. Wenn jemand für mich keusch bleiben will, dann soll dies bewusst, aus tiefster Hingabe, vollster Überzeugung und bedingungslos erfolgen - ohne nerviges Gejammer.
Fürs Studio reicht ein CBT 6000 völlig aus. Wenn ein KG länger getragen werden soll so sind andere Modelle besser. Ich persönliche finde die Modelle von „Chastity Steel“ super, bei denen Hygiene, Verträglichkeit und Ausbruchsicherheit gegeben sind.


Lady Sas: Ist Dir eine Session in Erinnerung geblieben, die besonders skuril war?
Lady Patricia: Da gibt es mehrere. Eine negative Erinnerung hat für mich ein Vorfall bei dem sich ein Gast mit einer Vorliebe für Scheinschlachtung angemeldet hat. (Eine Spielart die ich im Prinzip gerne umsetze - zumindest in einem bestimmten Rahmen). Der Anfang war schon etwas komisch und kurz bevor es losgehen sollte packte er einen Messergürtel aus, welchen ich benutzen sollte – kein Problem dachte ich zuerst…. Als ich jedoch bemerkte, dass die Messer sowie die Schürze noch mit altem Blut verschmiert waren legte ich das erste Veto ein. 
Als er dann noch seinen Laptop auspackte, auf dem er nebenbei Bilder laufen lassen wollte, stoppte die Session bevor sie überhaupt richtig angefangen hatte. Auf den Bildern waren geschächtete Tiere zu sehen wie sie ausbluten  und über jedem dieser  war das Gesicht einer anderen Domina zu sehen. Das war im Ganzen viel zu viel und mit meiner Phantasie und dem, was ich bereit war verbal zu geben überhaupt nicht mehr kompatibel und außerdem VIEL zu scary.


Lady Sas: Du bist eine erfahrene Lady. Wie beurteilst Du die Nachfrage nach einem SM-Studio in den letzten Jahren?  Wird die Nachfrage höher, nimmt sie ab, bleibt sie gleich?
Lady Patricia: Ich denke schon, dass sich einiges geändert hat aber dies ist nur meine persönliche Ansicht. Wenn man als Domina noch viel unterwegs ist und somit Kontakt und Einblick in andere Studiogegebenheiten hat, kann man diese Frage vielleicht besser beantworten. Dennoch bin ich der Meinung das die Nachfrage nach größeren Studios mit ständig wechselndem Personal in den letzten Jahren nachgelassen hat. Die Subs und Fetischisten konzentrieren sich wieder mehr auf  konstante Dinge, lassen sich weniger von den Reizen ständig neuer Frauen beeinflussen. Ebenso ist der Reiz  nach immer größeren  Studios zurückgegangen. Ich fand diese Zeit war besonders stark geprägt im Zeitraum von 2007 – 2012. Man muss aber auch dazu sagen, dass es für die Studios nicht leichter wird – eine gewisse Größe muss eben auch finanziert werden, was durchaus großen Druck erzeugen kann.

Ich finde die Nachfrage nach SM und Dominas ist meiner Meinung nach immer noch die gleiche. Nur hat sich das drumherum geändert.
Ich bin überzeugt davon: Ist man sich als Domina treu – ist man gut in dem, was man tut, dann wird man immer seine Kunden haben.
Ich habe sehr viele gute Dominas  kennengelernt. Jede besonders und andersartig auf ihre Art und Weise. Genau diese Frauen werden auch immer ausreichend Gäste haben. Viele andere kommen mit super Hochglanzbildern und denken in kurzer Zeit das große Geld in diesem Bereich machen zu können und nach 1-2 Jahren wird es meistens  wieder ganz ruhig um sie.
Einige Studios haben in der Vergangenheit vielleicht zu viel auf Gastdominas gesetzt. Gleichzeit hat das eigene feste und eingespielte Team meistens darunter gelitten.

Ich durfte zum Glück einmal erfahren, dass es auch in diesem Bereich möglich ist ein Team zu bilden, bei dem es keinen Neid gibt sondern jeder für den anderen da ist. Wo gemeinsam in Session gespielt wurde ohne, dass man gleich gefordert hat – denn jeder wusste an einem anderen Tag erfahre ich die gleiche Unterstützung. Ich persönlich finde, das Studio ist eine Sache – aber die Frauen, die darin arbeiten, sind am Ende das Ausschlaggebende.

Blonde Schönheit: Lady Patricia

Lady Patricia: Ein gewisser Ehrgeiz ist wichtig.


Lady Sas: Was rätst Du Frauen, die sich überlegen, als Domina zu arbeiten? Ist das ein Beruf mit Zukunft und Erfüllung? 
Lady Patricia: Für mich war dieser Beruf schon immer sehr gefüllt mit individueller  Kreativität und Abwechslung.  Eine wirkliche Leidenschaft die sich immer mehr entwickelt und gefestigt hat.

Ich kann für niemanden die berufliche Erfüllung aussprechen denn jeder sieht, empfindet und betrachtet diese anders. Ich berate gerne einmal – nur muss ich dann auch einen gewissen Ehrgeiz beim Gegenüber sehen - und da scheitert es bei vielen. Viele stellen sich das sehr einfach vor – mal ein bisschen peitschen und fesseln und der Rest ergibt sich schon. Nein.
Ich habe diesen Beruf damals noch richtig gelernt, bin ausgebildet worden, habe mich wissbegierig damit beschäftigt, Kurse besucht immer wieder Fesselungen etc. ausprobiert, mich mit dem Equipment des Studios beschäftigt und vertraut gemacht, wenn ich Leerlauf hatte, um es dann später entsprechend kompetent einsetzen zu können. Auch heute lerne ich immer noch dazu! Wenn man ins Studio geht, sich nur hinsetzt und wartet, dass etwas passiert, wird man in diesem Beruf nicht überleben.

Neben dem „technischen“ Know-how gehören ebenso Einfühlungsvermögen, Intuition, Eloquenz, Intelligenz, Menschenkenntnis, medizinisch-anatomische und psychologische Kenntnisse zum Handwerkszeug einer guten Domina. Man muss in der Lage sein, in die Phantasie des anderen eintauchen zu können, ihn zu packen und mitzureißen. Dabei darf man nicht vergessen, dass JEDER Gast anders ist und andere Phantasien ihn bewegen. Die Psyche und auch die eigene innere Festigkeit spielt eine große Rolle um auf Dauer nicht an diesem Beruf zu zerbrechen. Das ist meist ein Prozess der über viele Monate gehen sollte, bis man zu dem Entschluss kommt, ob man diesen Beruf tatsächlich ausüben kann und möchte oder nicht. Ob man dem wirklich gewachsen ist. Man steht ja nicht morgens auf und überlegt sich mal, Domina zu werden. Meistens spürt man seine dominante Ader ja bereits recht früh oder wurde durch bestimmte Erlebnisse geprägt, die diese Ader nach und nach ausbilden.

Manchmal hat man auch bereits Erfahrung im privaten Bereich gesammelt und denkt sich: Wenn das zu Hause so gut klappt, warum damit nicht auch etwas Geld verdienen? Ich kann dazu ganz klar sagen , dass der private und der kommerzielle Bereich sehr unterschiedlich zu betrachten sind. Den Partner kennt man bereits über einen langen Zeitraum, weiß was ihm gefällt und was nicht usw. – Im kommerziellen Bereich trifft man jeden Tag auf andere Menschen, weiß nicht aus welcher Situation sie gerade kommen, hatten Sie Stress, sind sie gehetzt, haben sie Sorgen, die sie beschäftigen usw. Dennoch muss man sich innerhalb von Minuten auf den Gast einstellen können und ein Gefühl für ihn bekommen, wie es ihm gerade geht um ihn dann auf die passende Weise für eine kurze Weile aus seinem Alltag entführen zu können. Wer das versteht und beherzigt, der hat die Chance auch langfristig in diesem Beruf erfolgreich zu sein.

 
Erfahrene Herrin: Lady Patricia
Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Lady Patricia: Werden noch nicht verraten ;-)

Ansonsten möchte ich mein Studio einfach nur mit demselben hohen Anspruch an Qualität, Sauberkeit und Kompetenz weiterführen, wie ich es seit dem ersten Tag getan habe. ;-)


Lady Sas: Vielen Dank für das Interview.


Mehr über Lady Patricia erfährst du auf Ihrer Website: Lady Patricia.



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